Mittwoch, 24. Mai 2017


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Grenzüberschreitende Dienstleistungen: Ab 2010 Erleichterungen im Mehrwertsteuer-Verfahren

(lifePR) (Saarbrücken, ) Mit dem Inkrafttreten der neuen Mehrwertsteuersystemrichtlinie zum 1. Januar 2010 wird es grundlegende Änderungen für Unternehmen geben, die innerhalb der EU grenzüberschreitend Dienstleistungen erbringen. Darauf weist die IHK Saarland hin.

Wichtigste Änderung ist der erweiterte Anwendungsbereich für das so genannte "Reverse-Charge-Verfahren" (Steuerschuldumkehr) zwischen mehrwertsteuerpflichtigen Unternehmen in der EU. Dies bedeutet, dass ab Januar die Besteuerung bei innergemeinschaftlichen Dienstleistungsverkehren zwischen Unternehmern ("B2B") im Regelfall am Sitzort des Leistungsempfängers erfolgen muss. Oliver Groll, Leiter des IHK-Geschäftsbereichs "International": "Für die meisten Unternehmen bedeutet dies eine große Vereinfachung gegenüber der bisherigen Behandlung, weil die bislang notwendige steuerliche Registrierung im Empfängerland entfällt. Allerdings gibt es Sonderfälle, etwa bei grundstücksbezogenen Leistungen oder bei kurzzeitigen Vermietungen von Beförderungsmitteln. Da diese weiterhin national geregelt werden, empfehlen wir den betroffenen Unternehmen, sich über die Vorgehensweise im jeweiligen Zielland zu erkundigen".

Unverändert bleibt das Prinzip der Besteuerung bei Dienstleistungen für Privatpersonen ("B2C") im Binnenmarkt. Hier ist weiterhin der Dienstleistungserbringer für die Abführung der Mehrwertsteuer an den ausländischen Fiskus verantwortlich. Für ihn bleibt also eine steuerliche Registrierung im Land der Tätigkeit (oder alternativ die Beauftragung eines Fiskalvertreters) weiterhin zwingend notwendig.

Neu ist die Verpflichtung für Unternehmen, vierteljährlich eine "Zusammenfassende Meldung" ihrer Dienstleistungen für andere Unternehmen im Binnenmarkt beim Bundeszentralamt für Steuern abzugeben. Groll: "Güterexporteure kennen diese Meldung bereits von innergemeinschaftlichen Warenlieferungen. Das ist schon ein Stückchen mehr Bürokratie, das aber von den Erleichterungen im Verfahren selbst mehr als ausgeglichen wird".

Weitere Änderungen wird es beim Vorsteuervergütungsverfahren geben: Ab 1. Januar 2010 müssen Unternehmer bzw. deren Bevollmächtigte ihre Erstattungsanträge elektronisch im Mitgliedsstaat ihrer Ansässigkeit beantragen. In Deutschland sollen die Anträge über das online Portal des Bundeszentralamtes für Steuern www.bzst.bund.de abgewickelt werden. Das Amt wird die Unternehmereigenschaft des Antragstellers prüfen und den Antrag an den Erstattungsstaat weiterleiten. Der Vergütungsantrag ist spätestens bis zum 30. September (bisher 30. Juni) des Folgejahres im Heimatstaat der Ansässigkeit zu stellen.

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