Freitag, 15. Dezember 2017


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Konjunkturumfrage Südwestsachsen Jahresbeginn 2017: Binnenkonjunktur trägt Wachstum

Chemnitz, (lifePR) - Der Geschäftsklimaindex der südwestsächsischen Wirtschaft klettert mit 128 Punkten auf ein neues Allzeithoch. Während die Geschäftserwartungen besser ausfallen, verbleiben die Einschätzungen zur aktuellen Geschäftslage auf dem Spitzenniveau der vorangegangenen Umfrage. Das sind die zentralen Aussagen der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK Chemnitz, an der sich 672 Unternehmen mit rund 26.000 Beschäftigten aus den Wirtschaftsbereichen Industrie, Bau, Handel, Dienstleistungsgewerbe sowie aus dem Güterverkehrsgewerbe beteiligten.

Im Jahr 2016 haben der Konsum und Bau die regionale Wirtschaft getragen, während die Entwicklung in der Industrie durch ein Auf und Ab geprägt war. Strukturelle Anpassungen und Lieferengpässe in der Automobilindustrie, die Schwäche von wichtigen Handelspartnern, wie von China und Russland, sowie außenpolitische Unsicherheiten wie der Brexit haben stärkere Wachstumsimpulse aus der Industrie verhindert.
In den betrachteten Wirtschaftszweigen fallen folglich die Lageeinschätzungen sehr unterschiedlich aus. Während die konsumnahen Branchen von der starken Binnennachfrage profitieren, agieren die produktionsnahen Wirtschaftsbereiche zurückhaltender.
Die Dienstleistungswirtschaft gibt im Vergleich der Wirtschaftsbereiche die besten Lagebeurteilungen ab. Insbesondere die konsumnahen Dienstleistungsbereiche profitierten von der guten Arbeitsmarkt- und Einkommenssituation der Verbraucher. Im Gegensatz dazu fallen die Lagebewertungen der Unternehmensdienstleister im Vorjahresvergleich parallel zu den Einschätzungen in der Industrie zurückhaltender aus. Die Industrieunternehmen berichten trotzt steigender Dynamik am Jahresende von einem geringeren Umsatzwachstum als im Vorjahr. Insbesondere strukturelle Änderungen und Lieferengpässe im Automobilbereich haben in Kombination mit der nachlassenden Nachfrage aus China und Russland zu Rückgängen geführt.
Im Weihnachtsgeschäft verbuchte der Einzelhandel erneut Zuwächse. Die Konsumlaune ist in Folge stabiler Beschäftigung und wachsender Realeinkommen weiterhin sehr gut. Im Gegensatz dazu sind die Großhändler mit ihren Geschäften weniger zufrieden.
In der Bauwirtschaft bleibt die Stimmung dank der hohen Nachfrage weiterhin gut, wenngleich die Bewertungen in den Wintermonaten traditionell etwas verhaltener ausfallen.
Wachsende Umsätze führen auch im Güterverkehrsgewerbe zu neuen Spitzenbewertungen.

Die Geschäftsprognosen werden in allen Wirtschaftsbereichen nach oben korrigiert. Nur im Baugewerbe liegen die Erwartungen auf dem Vorjahresniveau. Hier begrenzen die hohe Kapazitätsauslastung und das hohe Ausgangsniveau ein stärkeres Wachstum. Den positivsten Ausblick gibt die Dienstleistungswirtschaft ab.

Während die Einstellungsbereitschaftder Unternehmen weiter steigt, entwickelt sich die Fachkräftesituation immer mehr zum Bremsklotz. Knapp die Hälfte der Befragten benennt den Mangel an Fachkräften als Geschäftsrisiko für die kommenden Monate. Die demografische Entwicklung und veränderte Qualifikationsanforderungen machen Stellenbesetzungen zunehmend schwieriger.
Die Unternehmensinvestitionen treten weiter auf der Stelle. Trotz guter Finanzierungskonditionen und positiver Prognosen verharren die Investitionspläne auf dem Niveau der Vorumfragen. Vielen Unternehmen fehlt angesichts der sich schnell verändernden Rahmenbedingungen die notwendige Planungssicherheit für große Investitionen. Einerseits fehlen klare Investitionsanreize, andererseits gehen auch von den öffentlichen Investitionen zu geringe Impulse aus.

„Die konjunkturelle Entwicklung stellt sich trotz zunehmender globaler Störfeuer -noch- als ausgesprochen positiv dar. Allerdings wird das Wachstum fast ausschließlich vom Konsum getragen. Daher gilt es, dies auf breitere Füße zu stellen. Dazu braucht es mehr Investitionen und Exporte“, fasst Dr. h. c. Franz Voigt Präsident der IHK Chemnitzzusammen. Die Politik müsse dringend die Investitionsbedingungen verbessern z. B. durch eine Vereinfachung des komplexen Steuersystems, attraktivere Abschreibungsregelungen sowie den Abbau von Bürokratie und Sonderbelastungen wie der hohen Netznutzungsentgelte im Osten.

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