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Pressemitteilung BoxID: 606588 (Industrie- und Handelskammer Chemnitz)
  • Industrie- und Handelskammer Chemnitz
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  • 09111 Chemnitz
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Bundesverkehrswegeplan 2030 - ein wichtiger Schritt auf einem langen Weg

(lifePR) (Chemnitz, ) Verhalten optimistisch äußert sich die Industrie- und Handelskammer Chemnitz nach dem heutigen Kabinettsbeschluss zum Bundesverkehrswegeplan 2030. „Der Plan ist ein erster Schritt zur weiteren Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur im Kammerbezirk, dem aber eine Reihe weiterer Planungsaktivitäten folgen müssen“, so Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Wunderlich. „Letztendlich entscheidet sich in der Region, was mittelfristig zur Baureife geführt und realisiert werden kann. Wenn wir uns hier bei der Vorbereitung gegenseitig auf den Füssen stehen, so nützt der beste Bundesverkehrswegeplan nichts!“

Für die Elektrifizierung der Eisenbahnstrecke Chemnitz-Leipzig und der Mitte-Deutschland-Verbindung Weimar-Gera-Gößnitz besteht zwar in der Kategorie Potentieller Bedarf die Hoffnung, dass die Vorhaben nach gutachterlicher Bewertung in den Vordringlichen Bedarf aufsteigen, eine hundert prozentige Sicherheit dafür besteht jedoch nicht. Die Einordnung der Elektrifizierung Hof-Nürnberg und Hof-Regensburg nennt Wunderlich ein positives Zeichen für die zukünftige Anbindung der Region an den Fernverkehr. „Hier haben wir unter anderem mit dem Sächsisch-Bayerischen Städtenetz und den Kammerkollegen aus Bayreuth und Nürnberg starke Mitstreiter, so dass wir durchaus zuversichtlich sein können, dass die Elektrifizierung mittelfristig nicht in Vergessenheit gerät“.

Positiv bei den Straßenprojekten ist die Würdigung der Entwicklungsachse B 174/B 107 Reitzenhain-Chemnitz-Anschlussstelle Chemnitz Ost als Vordringlicher Bedarf durch den Bund hervorzuheben. Auch die Anbindung der Region Freiberg durch Ausbau der B 101 mit der Ortsumgehung Freiberg und dem neuangemeldeten Projekt Großvoigtsberg-Siebenlehn kann sich bei zügiger Realisierung deutlich verbessern. Leider wurden die Maßnahmen im Zuge der B 101 durch das Erzgebirge bis nach Aue nur in den Weiteren Bedarf und den Bedarf mit Planungsrecht bis 2030 eingeordnet. „Hier hätten wir es uns gewünscht, dass der Bund die regionale Verteilfunktion dieser Verkehrsachse auch für den grenzüberschreitenden Verkehr mit Tschechien besser gewürdigt hätte. Auch wenn hier einzelne Projekte mit Planungsrecht versehen wurden, so ist der damit konzipierte Realisierungszeitraum nach 2030 mehr als ernüchternd.“

Dem besonderen Engagement der Kommune ist es zu verdanken, dass der Ortsumgehung Schönfeld (B 95) der Sprung in den Vordringlichen Bedarf gelungen ist, hingegen werden Burkhardtsdorf, Thum und Ehrenfriedersdorf weiter auf ihre Ortsumgehungen warten müssen. Während letztgenannte Vorhaben seit 1992 im vordringlichen Bedarf gehandelt wurden, finden sie sich jetzt nur noch im planungsberechtigten Teil wieder.

Jetzt kommt es darauf an, dass der Freistaat Sachsen die Finanz- und seine Planungskapazitäten zur Vorbereitung der Maßnahmen effizient ordnet. In einem Schreiben an Wirtschaftsminister Dulig hatte die Landesarbeitsgemeinschaft der Sächsischen Industrie- und Handelskammern gebeten, einen Maßnahmeplan der Vorbereitung zu erarbeiten, um insbesondere auch in der öffentlichen Diskussion Zeiträume zu definieren, in denen der Freistaat die Realisierung der Maßnahmen des Bundes anstrebt.