Dienstag, 22. Mai 2018


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Bereits 38 Prozent der sächsischen Industrie in ihrer Geschäftstätigkeit durch Fachkräftemangel behindert

Chemnitz, (lifePR) - Deutlich steigende Zeitaufwände bei der Stellenbesetzung wichtiger Berufsgruppen und nicht besetzte Ausbildungsplätze belegen die enorme Brisanz dieses Themas. Zu diesem Ergebnis kam auch die letzte Konjunkturumfrage der sächsischen Industrie- und Handelskammern bei ca. 600 Industrieunternehmen zum Jahresbeginn 2012.

Da bei aktuell starker Konjunktur bereits heute branchenübergreifend ein zunehmender Bedarf an Fachkräften existiert, müssen umgehend Maßnahmen zur Sicherung qualifizierter Arbeitnehmer in Sachsen umgesetzt werden. Dahingehend ist ein ressortübergreifendes Gesamtkonzept mit klar abrechenbaren Zielvorgaben längst überfällig. "Die aktuell von Wirtschaftsminister Morlok vorgestellte Fachkräftestrategie 2020 mit den Schwerpunkten Bildung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Zuwanderung setzt grundsätzlich richtige Signale", urteilt der Geschäftsführer Industrie und Außenwirtschaft Dr. Goedecke.

Die vorhandenen Ressourcen müssen in Anbetracht der aktuellen demografischen Entwicklung in Sachsen optimal genutzt werden, so können wir uns beispielsweise die hohe Zahl sächsischer Jugendlicher ohne Schulabschluss nicht mehr leisten Der Freistaat muss mehr in Bildung investieren. Der hohe Unterrichtsausfall an sächsischen Schulen und der Stellenabbau an unseren Hochschulen sind vor diesem Hintergrund nur schwer nachvollziehbar.

Um die Wettbewerbsfähigkeit der sächsischen Unternehmen zeitnah zu erhalten, müssen allerdings auch schnellstens neue Potenziale erschlossen werden. "Der aktuelle Engpass an Fachkräften macht bereits heute eine Zuwanderung von qualifizierten ausländischen Arbeitnehmern notwendig", so Dr. Goedecke. Obwohl bis auf Ausnahme von Rumänen und Bulgaren alle Arbeitnehmer aus der Europäischen Union in Sachsen eine Beschäftigung aufnehmen können, sind laut Bundesagentur für Arbeit lediglich 1,36 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Sachsen (Deutschland: 7,3 Prozent) ausländischer Herkunft. Im Direktionsbezirk Chemnitz machen ausländische Arbeitskräfte sogar lediglich 0,9 Prozent der Beschäftigten aus. "Im Rennen um die klügsten Köpfe darf Sachsen nicht weiter in das Hintertreffen geraten", mahnt Dr. Goedecke. Neben der Fachkräftestrategie 2020 bedarf es in Sachsen einer breiten gesellschaftlichen Akzeptanz und Integration von Ausländern. Bei dem bereits richtigerweise eingeleiteten Abbau der rechtlichen Hemmnisse bei der Gewinnung von Hochqualifizierten aus Drittstaaten müssen weitere Schritte -wie die sofortige Niederlassungserlaubnis für hochqualifizierte Arbeitnehmer- folgen. Vielfach hindert die komplizierte Verwaltung, die Anerkennung beruflicher Qualifikationen und Probleme mit der Arbeitserlaubnis die Beschäftigung ausländischer Fachkräfte in Unternehmen. Zudem müssen gezielte Informations- und Werbekampagnen im Ausland die sächsische Wirtschaft in der Gewinnung von Fachkräften unterstützen. Sachsen sollte aktiver als attraktiver Ort zum Leben, Arbeiten und Lernen vermarktet werden. Um die Sprachbarrieren für ausländische Arbeitskräfte abzubauen, muss sich die Bundesregierung aber auch für das Erlernen der deutschen Sprache im Ausland stärker einsetzen.

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