Freitag, 27. April 2018


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VORREITER im Sachsen-Anhalt-Tourismus 2012: Freifahrtschein für Harzurlauber und im Bus ist der Teufel los

Magdeburg, (lifePR) - Im Harz ist eine Idee in Fahrt gekommen. Über eine Million Urlauber haben in den vergangenen drei Jahren das Harzer Urlaubs-Ticket genutzt. Mit dem HATIX, das in der Kurkarte integriert ist, fahren Touristen kostenlos mit dem Bus oder der Straßenbahn, sparen sich den Stress auf der Straße und bei der Parkplatzsuche. Die Harz AG wurde dafür im Wettbewerb um den Tourismuspreis Sachsen-Anhalt 2012 mit dem VORREiTER in der Kategorie "Touristische Dienstleister" ausgezeichnet.

Im Bus ist heute wieder der Teufel los. Die Linie 18 pendelt zwischen Thale und Friedrichsbrunn. Die meisten Fahrgäste haben nur ein Ziel: die Haltestelle Hexentanzplatz.

Hier sollen sich der Sage nach Teufel und Hexen in der Walpurgisnacht treffen. Zum wohligen Grusel-Schauer gibt's einen herrlichen Ausblick auf die Harzwälder dazu, und der Tierpark ist auch nicht weit. Wer aus dem Bus klettert, hat nichts für das Ticket bezahlt. Genau wie die Fahrgäste, die vor den Toren vieler anderer Sehenswürdigkeiten aussteigen. Finanziert werden die Freifahrten für Touristen im Landkreis Harz über die Kurtaxe. Wer sich beim Gastgeber oder im Urlaubsort anmeldet, erhält einen Meldeschein.

Ausgefüllt wird dieser Schein für Touristen zum Freiticket, mit dem sie auf allen Linien der Harzer Verkehrsbetriebe, der Q-Bus Nahverkehrsgesellschaft, der Halberstädter Verkehrs GmbH und der Verkehrsgesellschaft Südharz im Landkreis fahren können.

Die Idee, die hinter dem Projekt steht, hat rasant Fahrt aufgenommen. Die Nutzerzahlen von HATIX stiegen schnell. Vor zwei Jahren zählten die beteiligten Verkehrsunternehmen rund 280.000 Fahrgäste, ein Jahr später waren es schon 365.000. In Blankenburg an der Bushaltestelle am Schnappelberg begrüßte das Projekt-Team der "Inititative Wachstumsregion" von der Harz AG im Herbst den Millionsten HATIX-Fahrgast. Die Eltern, zwei Kinder und Großeltern, sind bekennende Harzurlauber, fahren alljährlich in die Region. Ohne Auto zu reisen finden die Magdeburger "super günstig". Sie waren dieses Mal unterwegs, um das Hamburger Wappen in Timmenrode zu erkunden und über das Bergmassiv nach Blankenburg zu wandern. Dann sollte es mit dem Bus zurück in den "Hasseröder Ferienpark" gehen. Die Gäste aus der Landeshaupt gehören zur wachsenden Touristengruppe, die ihr Auto bei der Ankunft im Harz parkt und erst bei der Abreise wieder startet.

"Wir können mit dem Angebot immer mehr Autofahrer zum Umsteigen bewegen", sagt Projektkoordinatorin Kati Müller. "Wir leben und fördern damit einen attraktiven und umweltfreundlichen Tourismus." Positiver Nebeneffekt: Je mehr Fahrgäste einsteigen, desto größer ist die Auslastung des öffentlichen Personennahverkehrs. Auf den Buslinien, die bisher lediglich zum Schul- und Berufsverkehr gut genutzt wurden, fahren jetzt zahlreiche Touristen. Die Nutzer-Zahl steigt und sichert die Busverbindung. "Wir schlagen zwei Fliegen mit einer Klappe", sagt Kati Müller. Auch die teuflisch günstige Linie 18 (Abschnitt Thale - Treseburg) würde es ohne HATIX nicht mehr geben. Mangels Nachfrage war die Linie auf diesem Abschnitt vor zwei Jahren eingestellt worden. Ohne Auto ganz leicht zum Hexentanzplatz gelangen? Da hätte es schon mit dem Teufel zugehen müssen. Jetzt sind die Busse rappelvoll mit Touristen, die heiß auf Hexen, Sagen und den Harz sind.

Mit ganz irdischen Gedanken befassen sich dagegen Kati Müller und ihr Team. Die Harz AG fungiert als Verwalter. Von der Kurtaxe erhält sie pro Gast und Übernachtung 30 Cent und sammelt sie in einem Projekttopf. Ein Teil des Geldes wird genutzt, um Linien zu testen, zu verbessern und neu einzusetzen. Und was haben die Touristen vom Projekt? Die Ticket-Handhabung ist einfach. Für die Fahrten in verschiedenen Verkehrsunternehmen brauchen die Urlauber nur noch einen Fahrschein. Und: sie kommen kostenfrei und bequem zu den attraktiven Ausflugszielen.

Die Region ist übervoll davon. Inmitten einer sagenumwobenen Bergwildnis gibt es Wälder, Moore, Seen und Flüsse. Wer die Wanderschuhe schnüren möchte, hat die Qual der Wanderweg-Wahl. Die Harzregion kann auch mit UNESCO-Weltkulturerbestätten punkten. Dazu zählen die Stadt Quedlinburg oder die "Oberharzer Wasserwirtschaft" mit ihren 107 historischen Teichen und 340 Kilometer Gräben und Wasserläufen. Mindestens einen Besuch lohnen die Luther-Gedenkstätten in Eisleben, die auch auf der UNESCOListe stehen. Noch sind nicht alle touristischen Angebote im Harz mit dem HATIX-Ticket erreichbar. Wenn es nach Meinung der Harz AG geht, soll das Erfolgsmodell aus Sachsen-Anhalt aber bald auf die Harzregionen von Thüringen und Niedersachsen ausgedehnt werden. "Wir arbeiten daran", sagt Kati Müller.

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