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Pressemitteilung BoxID: 619042 (IKB Deutsche Industriebank AG)
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EZB-Pressekonferenz: Draghi bestätigt Erwartungen - mehr Klarheit im Dezember

(lifePR) (Düsseldorf, ) Im Vorfeld des heutigen EZB-Treffens waren sich die Analysten relativ einig, dass mit keiner Veränderung der geldpolitischen Ausrichtung zu rechnen ist. Da jedoch vor dem Treffen vermehrt spekuliert worden war, dass die EZB ihr Aufkaufprogramm bald zurückfahren könnte, stieß die heutige Pressekonferenz auf ein höheres Interesse. So wurde vermutet, dass die EZB, auch wenn sie ihre Geldpolitik nicht ändert, zumindest die Gerüchte rund um eine bevorstehende Rückführung ihres Aufkaufprogramms bekannt geben wird. In ihrer Pressemitteilung hat sich die EZB jedoch an den bekannten Text gehalten. Nicht nur die Höhe der Zinsen ist unverändert geblieben, für eine geraume Zeit wird sie noch auf dem aktuellen oder einem niedrigeren Niveau bleiben. Auch für das Aufkaufprogramm hat sich die offizielle Aussage nicht geändert, es läuft bis mindestens März 2017 und das Volumen bleibt bei 80 Mrd. Euro.

Draghi wollte sich zu einer möglichen Verlängerung des Programms bzw. einer Reduzierung des Volumens nicht äußern und betonte, dass diese Aspekte nicht besprochen worden sind. Er hob jedoch hervor, dass die EZB im Dezember 2016 die Ergebnisse der Komitees über die Beurteilung, Umsetzung und Effektivität des Programms sowie neue Wachstumsprognosen vorliegen haben wird. Dies sollte die Notenbank, so Draghi, in die Lage versetzen, ihre Geldpolitik, und vor allem die Dauer des Aufkaufprogramms, ausreichend zu beurteilen und konkrete Aussagen treffen zu können.

Nach den Aussagen der EZB hält die moderate Erholung an und die europäische Wirtschaft zeigt sich relativ robust. Das Prognoserisiko für die Euro-Zone bleibt jedoch hoch. Dies ist auch deshalb der Fall, da die EZB im September ihre Wachstumsprognosen trotz der ansteigenden Unsicherheiten aufgrund des Brexit-Votums kaum angepasst hat. Ob die EZB im Dezember jedoch ausreichend Vertrauen in die Konjunkturerholung der Euro-Zone haben wird, bleibt abzuwarten, da sich die Verhandlungen zwischen der EU und Großbritannien in die Länge ziehen, und die Unsicherheiten für den Ausblick 2017/18 hoch sein könnten. So ist es weiterhin unsicher, ob die EZB im Dezember die Rückführung des Aufkaufprogramms ankündigen wird. Anhand der Risiken ist höchstens von einer graduellen Rückführung des Programms auszugehen. Draghis Äußerungen lassen jedoch vermuten, dass die EZB im Dezember in der Tat konkrete Aussagen über den weiteren Verlauf des Programms tätigen wird. Dies könnte eine Veränderung der Parameter genauso wie ein Zeitplan für die Rückführung des Programms bedeuten könnte. Eine Verlängerung des Programms würde die EZB hingegen zu einer Veränderung der Parameter zwingen, um so ausreichend Wertpapiere für ihren Aufkauf zu finden.

Die EZB hält an ihrer Einschätzung fest, dass niedrige bzw. negative Zinsen erfolgreich sind, um Inflationsdynamiken in die richtige Richtung zu steuern und den geldpolitischen Transmissionsmechanismus zu gewährleisten. So teilt Draghi nicht die Einschätzung, dass negative Zinsen mehr und mehr zum Problem werden, sondern als Teil der Lösung für die Euro-Zone und ihre Konjunkturdynamiken anzusehen sind. Weder das Aufkaufvolumen noch eine weitere mögliche Senkung der Zinsen wurden diskutiert. Draghi relativierte zudem die Sorge über eine mögliche Ratingverschlechterung Portugals. Er betonte die Reformanstrengungen und Fortschritte der portugiesischen Regierung. Eine finale Herabstufung würde bedeuten, dass die EZB keine weiteren portugiesischen Staatsanleihen aufkaufen könnte.

Fazit: Nach den Verlautbarungen aus der heutigen EZB-Pressekonferenz erachten wir es als unwahrscheinlich, dass die EZB das Aufkaufprogramm deutlich zurückfährt, wenn die Unsicherheit über den weiteren konjunkturellen Verlauf der Euro-Zone anhält bzw. ansteigt. Die EZB hatte im September 2016 ihre Wachstumsprognosen für 2017 kaum nach unten angepasst. Dies deutet auf ein erhöhtes Prognoserisiko hin und könnte eine mögliche negative Revidierung der Prognosen im Dezember mit sich bringen. Grundsätzlich spricht dies für eine mögliche Verlängerung bzw. eine nur moderate Rückführung des Aufkaufvolumens. Wir erachten deshalb eine Anpassung der Rahmenbedingungen des Programms als wahrscheinlich, ebenso wie eine nur graduelle Rückführung im Jahr 2017. Laut Draghi wird die EZB im Dezember 2016 ihre konkreten nächsten Schritte und Einschätzungen bekanntgeben. Basierend auf dem aktuellen Kenntnisstand wird dies allerdings keine bevorstehende Veränderung der negativen Zinsen beinhalten.

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