Sonntag, 19. November 2017


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IG Metall Küste fordert mehr Engagement für Schiffbau und Offshore-Industrie

7. Nationale Maritime Konferenz in Wilhelmshaven

Wilhelmshaven, (lifePR) - Die IG Metall Küste hat die Bundesregierung aufgefordert, sich stärker für den Schiffbau und die Offshore-Industrie einzusetzen. "Wir brauchen eine aktive Industriepolitik von Seiten der Bundesregierung, um die maritime Wirtschaft als Schlüsselindustrie in Norddeutschland zu erhalten", sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste auf der 7. Nationalen Maritimen Konferenz in Wilhelmshaven. Eine besondere Bedeutung komme dem maritimen Koordinator der Bundesregierung zu: "Wir erwarten einen nicht nur moderierenden, sondern handelnden Koordinator, der sich aktiv für die Belange dieser Zukunftsindustrie einsetzt."

Die IG Metall Küste sieht in dem Ausbau der Offshore-Windenergie in Nord- und Ostsee eine große Chance für die strukturschwache norddeutsche Region. "Wir verlangen von der Bundesregierung, dass sie das so genannte 5-Milliarden-Programm für die Offshore-Industrie auch für die Werften öffnet. Damit kann der Bau von Spezialschiffen wie Errichterschiffen, Plattformen, Kabellegern und Schwimmkranen unterstützt und Beschäftigung auf den Werften gesichert werden", sagte Geiken. Die Gewerkschaft fordert außerdem Verbesserungen bei der Schiffbaufinanzierung wie eine Ausweitung des Bürgschaftsrahmens und eine aufragsunabhängige Förderung von Innovationen im Schiffbau.

Von den Unternehmen erwartet die IG Metall eine bessere Zusammenarbeit: "Werften und Zulieferer sollten sich zu einem Konsortium zusammenschließen, um sich auf dem umkämpften Markt in der Offshore-Industrie besser zu behaupten", erklärte Bezirksleiter Geiken. Er warnte davor, bei Aus- und Weiterbildung nachzulassen: "Wir brauchen qualifizierte Facharbeiter. Die Betriebe müssen den Beschäftigten deshalb eine Perspektive bieten und dürfen nicht auf Leiharbeit und Werkverträge setzen."

Die Gewerkschaft verlangt eine konsequente Wende in der Energiepolitik. "Wir haben die einmalige Chance, jetzt auf erneuerbare Energien wie die Windkraft zu setzen. Die Bundesregierung darf das nicht durch ihre zögerliche Haltung zum Atomausstieg verspielen", sagte Heino Bade, Schiffbauexperte der IG Metall Küste. Die Windindustrie in Deutschland sei in der Lage 70 bis 80 Prozent der Wertschöpfung aus eigenen industriellen Kapazitäten zu schaffen. Dadurch könnten Tausende von neuen Jobs entstehen. Bade forderte zugleich faire Arbeitsbedingungen: "Betriebliche Mitbestimmung und Tarifverträge müssen auch in der Offshore-Industrie gelten. Saubere Energie muss auch gute Arbeit heißen", sagte der Gewerkschafter.

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