Donnerstag, 23. Februar 2017


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vbw kritisiert Initiative der Landtags-Grünen zum Master-Abschluss

Brossardt: "Bologna-Reformen nicht bekämpfen sondern weiterentwickeln!"

(lifePR) (München, ) Die vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. widerspricht der Forderung der Landtagsfraktion der Grünen, den Masterabschluss zu einem Regelabschluss zu machen. vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt: "Das widerspricht den Zielen von Bologna und bedeutet nichts anderes als eine Rückabwicklung der Bologna-Reform."

Absolut falsch ist aus Sicht der bayerischen Wirtschaft die Behauptung, der Bachelor-Abschluss sei kein berufsbefähigender Abschluss und habe keine Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Aktuelle Studien würden das Gegenteil belegen: So habe eine Untersuchung des Zentrums für Hochschulforschung (INCHER) an der Universität Kassel ergeben, dass schon heute drei von fünf Bachelor-Absolventen der Fachhochschulen sich für eine Berufstätigkeit entscheiden und auf den Master verzichten. Die Arbeitslosigkeit von Bachelor-Absolventen 18 Monate nach Studienende sei mit drei Prozent genauso gering wie die der anderen Abschlussgruppen. Auch die Suchzeiten von Bachelor-Absolventen seien kurz: Durchschnittlich 3,2 Monate nach ihrem Abschluss hätten sie bereits eine Stelle gefunden, erläutert Brossardt.

"Dies darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass viele Studierende zu Recht Verschulung, gestiegenen Prüfungsdruck und mangelnde Praxisrelevanz kritisieren. Die Studentenproteste adressieren offensichtliche Defizite, ziehen aber falsche Schlüsse. Die Missstände sind keine Folge des Bologna-Prozesses, sondern seiner oft halbherzigen und unflexiblen Umsetzung", so Brossardt weiter. Als Reaktion darauf ist aus Sicht der vbw nicht die Rückabwicklung der sinnvollen Reform nötig, sondern die Reform der Reform. Die Hochschulen hätten es in der Hand, bestehende Defizite zu beheben. Fakultäten und Professorenschaft müssten ihre Blockadehaltung aufgeben und die echte Neugestaltung der Studiengänge vorantreiben. "Die bayerische Wirtschaft steht weiter zum Bologna-Prozess und seinen Zielen: International ausgebildete Studierende, generelle Berufsbefähigung des Studiums, offene Hochschulen für heterogene Studierendengruppen und Optionen lebenslangen Lernens", fasst Brossardt zusammen.

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