Timing - Zur zeitlichen Dimension des Ausstellens

Tagung vom 19. bis 21. Januar 2012 in der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (HGB)

(lifePR) ( Leipzig, )
"Timing - Zur zeitlichen Dimension des Ausstellens" ist eine Tagung des Studiengangs "Kulturen des Kuratorischen" und "Studio International" mit Beiträgen von Pierre Bal-Blanc (Paris), Claire Bishop (New York), Sabine Breitwieser (New York), Barbara Clausen (Montreal), Bassam el Baroni (Kairo), Adrian Heathfield (London), Nikolaus Hirsch (Frankfurt a.M.), Maria Muhle (Weimar), Hartmut Rosa (Jena), Gregor Stemmrich (Berlin), Philippe Parreno (Paris), Bennett Simpson (Los Angeles), Kerstin Stakemeier (Berlin) und anderen.

Konzept: Beatrice von Bismarck, Rike Frank, Jörn Schafaff und Thomas Weski

Die aktuelle Forschung in den Bereichen von Kultur, Gesellschaft und Politik widmet sich verstärkt dem Umstand, dass (ästhetische) Erfahrung und Bildung, gesellschaftliche Übereinkünfte und soziale Interaktion nicht allein durch Raum, sondern wesentlich auch durch Zeit strukturiert sind. Unter Schlagworten wie Beschleunigung, Handlungsorientierung, Prozessualität und Mobilität hat Zeitlichkeit jüngst eine besondere Relevanz innerhalb dieser Diskurse gewonnen. Die Sozialwissenschaften und die verschiedenen geisteswissenschaftlichen Disziplinen der Anthropologie, der Cultural und der Postcolonial Studies, der Kunstgeschichte, der Architekturtheorie sowie der Theater-, Film- oder Tanzwissenschaft führen darüber intensive Auseinandersetzungen, genauso wie die verschiedenen Kunstgattungen selbst - von der bildenden Kunst, über Tanz, Film und Theater, bis zur Architektur.

Eine zentrale Überschneidungsfläche dieser Auseinandersetzung ist die Ausstellung, verstanden als transdisziplinärer und transkultureller Raum der Präsentation. Gesellschaftliche Modellsphäre und Medium der Wissensvermittlung zugleich, ist sie bereits in sich in der Zeit angelegt: als Präsentationsform von bestimmter Dauer und als Ereignis des Zusammentreffens unterschiedlicher Akteure - von den Exponaten über die Künstler/innen und Kurator/innen, bis hin zu den Rezipient/innen und der Institution. Sie tritt als ein Set raumzeitlicher Relationen in Erscheinung, in dem sich zeitbezogene Fragestellungen aus den künstlerischen und wissenschaftlichen Disziplinen durchkreuzen. Der Aufführungscharakter von Ausstellungen hat damit deutlich an Relevanz gewonnen. Hinzukommt, dass die Abgrenzung zwischen dem Status von Ausstellung und Werk zunehmend porös wird. Gleiches gilt für die Rollenverteilung von Künstler/innen und Kurator/innen und die beim Ausstellen anfallenden Arbeiten (Ermöglichen, Produzieren, Zusammenstellen, Präsentieren, Vermitteln) - eine Beobachtung, die sich erst in der Verschränkung von Ausstellen und Zeitlichkeit adäquat fassen lässt.

Diese Verschränkung macht die Ausstellung zum Untersuchungs- und Austragungsmedium zentraler ästhetischer, sozialer und ökonomischer Fragestellungen des beginnenden 21. Jahrhunderts. Ziel der Tagung "Timing: Zur zeitlichen Dimension des Ausstellens" ist, bisher voneinander getrennte wissenschaftliche, kuratorische und künstlerische Diskurse in einer transdisziplinären und transkulturellen Perspektive zusammenzuführen und gemeinsame Ansätze für die zukünftige Forschung zu formulieren. Dazu gilt es, den theoretischen Diskurs mit solchen Beispielen der Handhabung von Zeit in Verbindung zu bringen, die signifikant von den vorherrschenden institutionellen Konventionen abweichen und so die zur Diskussion stehenden Zeit-Phänomene der Reflexion zuführen. Zu untersuchen sind die Implikationen und Potentiale, die gerade die zeitbestimmten Aspekte des Ausstellens besitzen, die Prozesse, Taktungen und Dynamiken im Zusammenhang mit dem Öffentlich-Werden von Kunst und Kultur.
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