Nasreen Mohamedi: Notes - Reflections on Indian Modernism Kuratiert von Suman Gopinath und Grant Watson

(lifePR) ( Leipzig, )
Nasreen Mohamedi: Notes - Reflections on Indian Modernism ist eine der ersten umfassenden Einzelausstellungen der indischen Künstlerin, die mit ihren Werken bereits auf der documenta 12 vertreten war. Die Ausstellung in der Galerie der HGB ist die einzige deutsche Station der von Suman Gopinath und Grant Watson ursprünglich für das Office for Contemporary Art Norway zusammengestellten Ausstellung. Die Präsentation in Leipzig wird durch eine Reihe von Vorträgen und Führungen erweitert, in denen zeitgenössische KünstlerInnen über ihren Bezug zu Modernismus, zu Fragen kultureller Übersetzung oder ihre eigenen Recherchen in Indien sprechen werden. Den Auftakt bildet der österreichische Künstler Florian Pumhösl (Dienstag, 11.01.2011 um 20.30 Uhr).

Nasreen Mohamedi (1937-1990) zählt zu den bedeutendsten indischen KünstlerInnen ihrer Generation. Ihre Arbeiten von den frühen 1960er bis späten 1980er Jahren - vornehmlich Zeichnungen, Fotografien und Malerei - bilden heute ein Schlüsselwerk innerhalb eines modernistischen Kanons und Diskurses. Ihr eigenes Schaffen ist beeinflusst von indischen KünstlerInnen einer frühen Abstraktion wie V.S. Gaitonde, zeigt aber auch Parallelen zu den Papierarbeiten von Agnes Martin oder Kasimir Malewitsch und dem suprematistischen Aufruf zu utopischer Abstraktion.

Nasreen Mohamedi wurde 1937 in Karachi geboren (früher Indien, heute Pakistan), bevor sie im Alter von 7 Jahren mit ihrer Familie nach Mumbai zog. 1954 reiste sie zum Studium an der Saint Martin's School of Art nach London (1954-57) und nach Paris, wo sie ein Stipendium der französischen Regierung erhielt. Nach Reisen durch die Türkei und den Iran kehrte sie nach Indien zurück, zog nach Baroda und wurde dort 1972 Lehrerin an der renommierten Kunst-Fakultät der M S University. In Baroda entstand, was heute als klassische Arbeit Mohamedis angesehen wird: kleinformatige, abstrakte geometrische Zeichnungen mit Bleistift und Feder. Während diese Zeichnungen von den 1970ern an kompromisslos eine Reduktion und Abstraktion verfolgen, weisen sie zugleich Spuren ihres spezifischen Entstehungszusammenhangs auf und zeugen von Mohamedis Reflexion ihrer eigenen Identität als indische Künstlerin in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Diese Bezüge zum eigenen kulturellen Umfeld und dessen Zeit werden in den Fotografien explizit: Sie dokumentieren den Subkontinent, Landschaften und Architekturen zwischen einer modernistischen und islamischen Formensprachen. Auch wenn Mohamedi selbst die Fotografien nicht als autonome künstlerische Werke betrachtete, sondern eher als visuelle Notiz zur Dokumentation einsetzte, so nehmen ihre Fotografien heute eine wichtige Rolle innerhalb ihres Œuvres ein.

Die Ausstellung Nasreen Mohamedi: Notes - Reflections on Indian Modernism zeigt neben einer großen Auswahl an Zeichnungen, Fotografien und Malerei auch Archivmaterial aus Nasreen Mohamedis Studio: Die Einladungskarten, Kalender, Zeitungsausschnitte, Skizzen und Notizen geben einen Einblick in den Arbeitsprozess und in eine Sprache, die ebenso visuell wie konzeptuell verankert ist.

Nasreen Mohamedi: Notes wurde von Suman Gopinath und Grant Watson kuratiert und vom Office for Contemporary Art Norway initiiert. Die Ausstellung in Leipzig wird vom Office for Contemporary Art Norway in Zusammenarbeit mit der Galerie der HGB organisiert.

Eröffnung: Montag, 10. Januar 2011, 19.00 Uhr
Dauer: 11. Januar bis 29. Januar 2011
Öffnungszeiten: Di - Fr 12.00 - 18.00 Uhr, Sa 10.00 - 15.00 Uhr
Ort: Galerie der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (HGB)

Kuratorenführung mit Suman Gopinath und Grant Watson:
Montag, 10. Januar 2011, 18.00 Uhr

Ausstellungsarchitektur: Etienne Descloux PE-P
Grafische Gestaltung: Paul Bowler

Biografien

Suman Gopinath ist Kuratorin sowie Gründerin und Direktorin von CoLab Art & Architecture in Bangalore, Indien. Grant Watson ist Chefkurator und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institute of International Visual Arts (Invia), London. Seit 1999 arbeiten Gopinath und Watson gemeinsam an Ausstellungen über moderne und zeitgenössische Kunst aus Indien.
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