Mittwoch, 25. April 2018


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Strukturen der Skandalberichterstattung

Köln, (lifePR) - Welche Merkmale zeichnen skandalisierende Berichterstattung aus und wie ist das Auftreten dieser Berichterstattungsstrukturen zu erklären? In der Neuerscheinung Skandalfaktoren gibt Autorin Inga Oelrichs Antworten.

Die Anprangerung mutmaßlicher Normüberschreitungen in der Berichterstattung hat in den vergangenen Jahrzehnten stark zugenommen. Einzelne Vergehen werden dabei besonders umfangreich dargestellt, häufig überschlagen sich die Medien mit vermeintlichen Informationen. Selbst kleinste Details werden zur Schlagzeile, sodass Umfang und Intensität der Berichterstattung steigen und andere Themen verdrängt werden: Am Ende dominiert der "Skandal" Titelseiten, Online-Medien, Radio und Fernsehen.

Die bisherige Forschung zeigt, dass die Darstellung von Skandalfällen stark variiert. Nur wenige fallübergreifende, quantitativ angelegte Studien zu Skandalen liefern erste Befunde zur Struktur der Berichterstattung. Sie beschränken sich zumeist auf ausgewählte Kommunikationsereignisse oder Magazine, die vorwiegend große Skandale behandeln, oder fokussieren in erster Linie auf die Selektion der Sachverhalte für die Berichterstattung. Über Gemeinsamkeiten und Strukturen der Skandalisierung von Normüberschreitungen besteht wenig Grundlagenwissen.

In Skandalfaktoren. Analysen zur Darstellung und Strukturen medialer Skandalisierung auf Basis der Nachrichtenwertforschung wird geprüft, ob die Skandalberichterstattung insgesamt einheitliche Strukturen aufweist und, wenn ja, welche Nachrichtenfaktoren diese bestimmen. Dazu wird anhand einer umfassenden Inhaltsanalyse ausgewählter Tageszeitungen untersucht, welche Merkmale eine skandalisierende Berichterstattung auszeichnen. Es wird ermittelt, wie Meldungen über Normüberschreitungen aufbereitet sind und welche Nachrichtenfaktoren und Skandalmerkmale intensiv anprangernde und weniger anprangernde Beiträge aufweisen. Um erste Erklärungen für das Auftreten möglicher Strukturen zu liefern, werden auf Basis des strukturell-individualistischen Ansatzes der Berichterstatter und seine Handlungsmotivation in den Blick genommen. Die Befunde einer Fokusgruppenbefragung und einer quantifizierten Expertenbefragung liefern dabei Informationen über Einflüsse auf den Berichterstatter im Skandal sowie über die Ziele der Berichterstattung.

Inga Oelrichs

Skandalfaktoren.
Analysen zu Darstellung und Strukturen medialer Skandalisierung auf Basis der Nachrichtenwertforschung

2017, 316 S., 22 Abb., 28 Tab., Broschur, 213 x 142 mm, dt.

ISBN (Print) 978-3-86962-292-7
ISBN (PDF) 978-3-86962-291-0

[Mehr zu diesem Titel]

Inga Oelrichs, Dr., Jg. 1982, Studium der Sportwissenschaften mit dem Schwerpunkt Kommunikation an der Deutschen Sporthochschule Köln sowie an der Victoria University in Melbourne. Promotion im Fach Kommunikationswissenschaft als Stipendiatin der Thomas und Ulla Kolbeck Stiftung. Seit 2009 wissenschaftliche Angestellte und Studiengangskoordinatorin am Institut für Kommunikations- und Medienforschung der Deutschen Sporthochschule Köln. Schwerpunkte in Forschung und Lehre: Darstellung von Sport in der Berichterstattung, Sportjournalistik, Methodik. Forschungsprofil unter: https://www.dshs-koeln.de/visitenkarte/person/inga-oelrichs/

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