Freitag, 22. September 2017


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Kalte Duschen bei der Tour de France

3 Wochen Fahrrad-TV auf ARD und Eurosport - die große Marken-Show

München / Paris, (lifePR) - München will Radlhauptstadt werden. Düsseldorf ist das schon - zumindest für die Fernsehzuschauer in 190 Ländern, die die Tour de France angucken. In D´dorf lief der Start zur diesjährigen Tour. Und so viele german Marken wie noch nie sind mit von der Partie (u.a. Skoda, Canyon, Haribo, Bosch). Nur Bora und Hansgrohe hatten Pech: Ihr Testimonial ist ein Weltmeister, der nicht mehr mitradeln darf. Peter Sagan wurde als Rambo-Radler disqualifiziert. Nur seine Spots laufen noch auf ARD und Eurosport. Und so holte sich Lidl den Markensieg in der ersten Tour-Woche. 

Die Tour de France ist das größte Werbe-TV-Ereignis der Welt. Knapp 300 Marken wollen groß ins Bild, bezahlen dafür Millionen. Denn die Tour läuft in 190 Ländern. Drei Wochen lang Blut, Schweiß und Tränen Alles live. Bis zu sechs Stunden am Tag. Bei uns ist das größte Rennrad-Rennen der Welt nur Randsportthema (live auf Eurosport und ARD). Dabei ist bei der 104. Tour so viel made in Germany wie noch nie: 

Düsseldorf holte sich für fünf Millionen Euro den Start in die Stadt. 

Mit Sunweb startet ein Team unter deutscher Flagge, das früher Skill-Shimano und Giant-Alpecin hieß. Financier ist ein Online-Reiseanbieter. 

Das bei Rosenheim beheimatete Team Bora/Hansgrohe wollte 2017 die große Sieges-Show. Der Dunstabzugs-Spezialist und der Luxus-Sanitärlieferant (1,03 Mrd. € Umsatz) hatten für rund 20 Mio € das grüne Trikot für den Punktbesten im Visier. Lieferant dafür sollte Weltmeister Peter Sagan sein. Der Sportler posierte in TV-Spots, lächelte bei B-2-B-Events. Doch am 4. Renntag boxte der Sprinter einen Rivalen ins Sperrgitter, löste bei Tempo 70 einen Massensturz aus. Der Rambo-Sprinter wurde disqualifiziert. 

Die spektakulären Etappen-Siege holte sich in der ersten Woche eine andere deutsche Marke, nämlich Lidl. Der Discounter ist Co-Sponsor beim belgischen Rennstall Quick-Step und dessen deutscher Sprinter Marcel Kittel gewann gleich zwei Etappen. Das gelbe Lidl-Logo in 190 Ländern live im TV, groß und plakativ auf den Ärmeln – ein Sponsoring-Lehrstück par excellance.

Team Sky hat zwar keine deutschen Fahrer. Aber die Präsenz des führenden Chris Froome zählt sicher aufs Sympathiekonto der deutschen Pay-TV-Dependance.

Alpecin, Haarkosmetik made in Bielefeld, fährt als Co mit beim russischen Team Katusha. Dafür wurden XXL-TV-Pakete bei Eurosport und ARD gebucht. Auch wenn sich die deutschen Fahrer Rick Zabel und Tony Martin im Spot noch leicht ungelenk die Haare schamponieren – Alpecin macht Marktanteile zur Tour. Und der Nerv-Claim „Doping für die Haare“ wird zum Ohrwurm. 

Stellt sich in der Markenbilanz die bange Frage: Was bleibt für die Sponsoren, wenn der Rambo-Sprinter Sagen nicht mehr mitfahren darf, seine Spots aber weiterhin großflächig laufen? So duscht der Sportler lustvoll für Hansgrohe (Fotos oben), lobt lässig im WM-Trikot den Bora-Dunstabzug. 

Die beiden Marken wollten dazu wegen des laufenden Verfahrens keine Stellung abgeben. Wahrscheinlich hoffen sie auf den Festina-Effekt. 1998 war das komplette Team des Uhrenmachers wegen Dopings disqualifiziert worden. Danach stürmten die Kids die Läden und wollten eine „Doping-Uhr“. Seit der Zeit hat sich die spanische Marke in Deutschlands Kaufhäusern fest etabliert, baut seine Position mit Sponsoring und TV-Kampagnen weiter aus. Natürlich sauber, ohne Doping. 

Aber ob nun die Hausfrau scharf wird auf die Bora-Abzugstechnik oder den Duschkopf des Rempel-Radlers bleibt abzuwarten.

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