Überblicksband mit den zentralen Werken des Blauen Reiters

Wegbereiter der Gegenwartskunst

(lifePR) ( Ostfildern, )
Hatje Cantz versammelt mit Kandinsky, Marc und Der Blaue Reiter zentrale Werke der Epoche machenden Künstlerbewegung rund um die Avantgardisten Wassily Kandinsky und Franz Marc. Das 250 Seiten starke Überblickswerk beleuchtet eines der faszinierendsten Kapitel der Kunstgeschichte, das geprägt war von vibrierender Farbigkeit, kühner Abstraktion und einer revolutionären Neubewertung der Künste. Im Fokus der Publikation steht der gleichnamige Almanach, der als Gründungsmanifest der Moderne gilt.

Der Blaue Reiter ist der Name des legendären Almanachs, der von Wassily Kandinsky (1866–1944) mit Franz Marc (1880–1916) herausgegeben wurde und 1912 in München erschien. Kandinsky und Marc versammelten in diesem Buch Texte und Bilder aus unterschiedlichen Kulturen und von verschiedenen Künstlern mit dem Ziel, die Notwendigkeit eines Epochenumbruchs in der Kunst zu demonstrieren. In dieser vielleicht wichtigsten Programmschrift zur Kunst des 20. Jahrhunderts steckt eine bis heute kühne Utopie: Es gibt keine Hierarchien, vielmehr wird die Heterogenität der Kunst zelebiert. Kinderzeichnungen stehen neben Meisterwerken der abendländischen Kunst, Ethnografica aus Afrika, Burma oder bäuerliche Hinterglasmalerei zwischen eigenen Werken der Zeitgenossen. »Das ganze Werk, Kunst genannt, kennt keine Grenzen und Völker, sondern die Menschheit«, heißt es in einem Vorwort-Entwurf zum Almanach.

Die dahinter stehende Künstlerbewegung, die sich selbst nicht als Gruppe verstand, sondern lediglich die Vielfalt des künstlerischen Ausdrucks in einem redaktionellen Kontext bündeln wollte, generierte ein völlig neues, revolutionäres und demokratisches Kunstverständnis, welches die engen Grenzen westlicher Kunsttradition weit hinter sich ließ. Nicht mehr die mimetische Abbildung der sichtbaren Wirklichkeit stand im Fokus dieses programmatischen Unterfangens, vielmehr ging es um die Verbildlichung geistiger Fragen, die sich in der Entfesselung der Farbe sowie der Tendenz zu Abstraktion und Reduktion niederschlug. Während die Geschichte von Der Blaue Reiter unspektakulär am Kaffeetisch in einer Gartenlaube begann und auch die Namensgebung von Kandinsky mit dem einfachen Ansatz »Beide liebten wir Blau, Marc – Pferde, ich – Reiter. So kam der Name von selbst.« begründet wurde, bildete das Kunstverständnis dieser Bewegung einen Wendepunkt in der abendländischen Kunsttradition und hat Generationen von Malern bis in die Gegenwart hinein geprägt.

Die flankierend zu der Ausstellung in der Fondation Beyeler erscheinende Publikation Kandinsky, Marc und Der Blaue Reiter versammelt zentrale Arbeiten von 1908 bis 1914 und stellt diese den im Almanach zusammengetragenen Werken gegenüber. Das Überblickswerk enthält rund 180 Abbildungen und zahlreiche Essays. Auch die Verbindung zwischen Kandinsky, Marc und Aby Warburg bildet einen Schwerpunkt, denn das »Denken in Bildern« verband die beiden Avantgardisten mit dem bedeutenden Kunsthistoriker des 20. Jahrhunderts. In unserer heutigen, ebenfalls von nationalen Egoismen und gedanklichen Begrenzungen beschwerten Zeit, erinnert Kandinsky, Marc und Der Blaue Reiter auch an die Fragilität liberalen, weltoffenen Denkens und ruft die Notwendigkeit einer freien Kunst in unser Bewusstsein zurück.

 
KANDINSKY, MARC UND DER BLAUE REITER

Herausgegeben von Ulf Küster für Fondation Beyeler, Riehen/Basel Deutsch, Englisch
2016
250 Seiten, 180 Abb.

124,5 x 30,5 cm
Hardcover
ISBN 978-3-7757-4168-2
58,00 EUR
 

 

 
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