Samstag, 27. Mai 2017


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Differenzierte Position zum Fonds; Kampfansage gegen Pläne zur Hausarztzentrierten Versorgung

Winn:" Wir werden der Regierung nicht in aller Ruhe zuschauen"

(lifePR) (10117 Berlin, ) Im Zusammenhang mit unterschiedlichen Planspielen zur Zukunft des Gesundheitsfonds hat der Vorsitzende des Hartmannbundes, Prof. Dr. Kuno Winn, dazu aufgerufen, wichtige strukturpolitische Ausgleichsfunktionen des Fonds zu berücksichtigen. Eine klare Kampfansage gab es gegen die Pläne der Koalition in Sachen § 73b SGB V (Hausarztzentrierte Versorgung).

"Ob Umbau, Abschaffung oder Nachjustierung - wir begrüßen, dass der Gesundheitsfonds ideologiefrei bewertet werden soll", sagte Winn. Nicht nur mit Blick auf Ostdeutschland müssten aber auch bei einer Rückbesinnung auf regionale Besonderheiten Mechanismen zur Gewährleistung einer bundesweit gleichermaßen hohen Versorgungsqualität von Patientinnen und Patienten erhalten bleiben. Gesichtspunkte wie unterschiedliche demografische Entwicklungen, divergierende Arbeitslosenzahlen und Morbidität müssten Berücksichtigung finden. Winn: "Es gibt ganz sicher Gründe, über die Sinnhaftigkeit des Fonds nachzudenken. Seine Fähigkeit, Verwerfungen auszugleichen, muss allerdings bei dieser Diskussion berücksichtigt werden."

Der Hartmannbund-Vorsitzende kündigte zugleich entschiedenen Widerstand gegen die Pläne der Regierungskoalition an, die Auswirkungen des § 73b SGB V für "drei weitere Jahre zu beobachten". "Wir als Hartmannbund werden jedenfalls nicht so lange zuschauen, wie durch die einseitige Monopolstellung eines Verbandes in der hausärztlichen Versorgung bewährte und für die flächendeckende Versorgung unserer Bevölkerung unverzichtbare Strukturen zerschlagen werden", sagte Winn. Dabei richte sich die Kritik seines Verbandes ausdrücklich nicht gegen Selektivverträge. Jedoch müssten für die gesamte Vertragslandschaft einheitliche und faire Wettbewerbsbedingungen herrschen.

Winn: "Das Kollektivvertragssystem hat - bei allen unbestrittenen Schwächen - die Sicherung der wohnortnahen flächendeckenden Versorgung auf einem hohen Niveau erst ermöglicht. Es muss daher eine Chance haben, sich im Wettbewerb behaupten und zukunftsfähig weiterentwickeln zu können. Bleibt der § 73b in seiner jetzigen Form bestehen, wird diese Chance verwehrt und der Untergang des kollektiven Vertragsmodells politisch besiegelt". Das unüberhörbare Frohlocken des einen oder anderen Protagonisten bestätige diese Prognose eindrucksvoll.

Hartmannbund - Verband der Ärzte Deutschlands e.V.

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