Samstag, 25. November 2017


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"Es lohnt sich neue Wege zu gehen" - Willkommenslotse vermittelt Flüchtling in Kieler Betrieb

Lübeck/Kiel, (lifePR) - Seit Anfang April unterstützen drei sogenannte „Willkommenslotsen“ der Handwerkskammer Lübeck die Unternehmen bei der Ausbildung und Beschäftigung von Flüchtlingen.

Auch Mansor Farah aus Somalia wandte sich an sie und wurde erfolgreich in eine duale Ausbildung als Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizung- und Klimatechnik vermittelt.

Der 20-Jährige hätte sich nie erträumen lassen, einmal in seinem Traumberuf arbeiten zu können. 2008 floh er mit seinem Onkel aus Afrika. Fast eineinhalb Jahre brauchten sie bis nach Malta. Dort wurde Mansor inhaftiert und war ein Jahr im Gefängnis. Aber er gab nicht auf und kam 2011 schließlich nach Deutschland.

„Ich wusste was ich wollte und habe dafür alles gegeben. Aber ich wusste nicht, wie ich beweisen konnte, dass ich ausbildungsreif bin und wie ich einen passenden Betrieb finden sollte“, erklärt Mansor. Der Willkommenslotse Ingo Green kannte die Lösung und war sofort von dem positiven jungen Mann überzeugt: „Wir haben uns gemeinsam auf die Suche nach einem Betrieb gemacht, der in der Integration eines Flüchtlings eine Chance sieht, einen leistungsfähigen Auszubildenden und zukünftigen Facharbeiter zu finden.“

In Praktika konnte Mansor seine Fertigkeiten und sein Engagement zeigen und überzeugte das Kieler Traditionsunternehmen H. Penk Sohn. „Wir hatten am Anfang schon Sorge, dass die Ausbildung im Bereich Sprache schwierig werden könnte“, berichtet Geschäftsführerin Petra Schmidt. „Es stellte sich auch die Frage wie unsere Kunden auf einen Schwarzafrikaner reagieren würden. Aber dann zeigte uns unser Auszubildender mit seiner Fröhlichkeit und netten Art, dass er gerade bei Kunden hervorragend ankommt. Wir sind heute mehr als sicher, die richtige Entscheidung getroffen und einen leistungsfähigen Mitarbeiter für unsere Firma gefunden zu haben. Eben ein echtes Juwel.“

Auch privat ist Mansor die Integration gelungen: Durch den Sport hat er Anschluss gefunden und ist 2013 als Rennläufer bereits Leichtathlet des Jahres in Schleswig-Flensburg geworden. Außerdem besuchte er verschiedene Sprachkurse, um sich sprachlich schnell zu integrieren, und ließ sich zusätzlich von einem Studenten Nachhilfe geben.

„Es lohnt sich neue Wege zu gehen. Nur so schaffen wir es den drohenden Fachkräftemangel im Handwerk erfolgreich zu bekämpfen. Und wir alle können von Menschen profitieren, die alles geben, um in Deutschland eine Zukunft zu haben“, ist Green überzeugt.

Die Willkommenslotsen beraten rund um Fragen zu Sprachförderung, Aufenthaltsstatus, Qualifikationsbedarf sowie zu Förder- und Unterstützungsmöglichkeiten. Darüber hinaus geben sie Hilfestellung bei der Etablierung und Weiterentwicklung der Willkommenskultur im Unternehmen und helfen den Unternehmen, die passenden Flüchtlinge für Praktikums-, Ausbildungs- oder Arbeitsplatzangebote zu finden.

Das Projekt „Willkommenslotsen“ wird im Rahmen des Programms „Passgenaue-Besetzung – Unterstützung von KMU bei der passgenauen Besetzung von Ausbildungsplätzen sowie bei der Integration von ausländischen Fachkräften“ durch das Bundministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.

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