Sonntag, 24. September 2017


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Erbschaftssteuer: Handwerk fordert weitere Nachbesserungen

Konstanz, (lifePR) - Die Handwerkskammer Konstanz begrüßt weite Teile des Regierungsentwurfs für ein Gesetz zur Anpassung des Erbschaftsteuer- und Schenkungssteuergesetzes, fordert aber Nachbesserungen im Sinne der Familienunternehmen.

"Im Mittelpunkt sollte stehen, dass nachhaltig arbeitenden Familienbetrieben ein Generationswechsel ermöglicht wird, ohne dass Arbeits- und Ausbildungsplätze gefährdet werden. Aber es gibt noch Stellschrauben, an denen nachjustiert werden muss. Weiterhin werden nur jene Betriebe von der Erbschaftssteuer verschont, die bei drei und mehr Beschäftigten die Lohnsummenregelung nachweisen können. Teilzeitkräfte werden dabei als volle Mitarbeiter und nicht anteilig eingerechnet", kritisiert Handwerkskammerpräsident Gotthard Reiner den Entwurf, der nun vom Bundeskabinett gebilligt wurde. Auch die von 20 auf jetzt 26 Millionen Euro festgelegte Grenze zur Definition von Großvermögen könnte noch weiter angehoben werden, so Reiner.

"Wir sind auf einem guten Weg, aber es gibt eben immer noch Schwächen im System. Schön ist, dass künftig Auszubildende aus der Beschäftigtenzahl herausgerechnet werden. Außerdem gibt es für Betriebe zwischen 11 und 15 Mitarbeitern eine Regelung, dass diese nach Vererbung des Unternehmens in fünf Jahren nur noch 300 Prozent der Ausgangslohnsumme erhalten müssen. Diese Zwischenstufe gab es vorher nicht. Lediglich Unternehmen mit vier bis zehn Arbeitnehmern hatten Erleichterungen dahingehend, dass statt 400 Prozent der Ausgangslohnsumme noch 250 Prozent zu halten sind", sagt Reiner.

Auch die klare Abgrenzung zwischen begünstigtem bzw. nicht begünstigtem Vermögen soll nun klar geregelt werden. Reiner: "Wir hoffen, dass dadurch die Realitäten und Bedürfnisse der familiengeführte Unternehmen stärker Beachtung finden."

Handwerkskammer Konstanz

Das Handwerk ist mit seinen vielen kleinen und mittleren Betrieben das Herz der deutschen Wirtschaft. Zum Bezirk der Handwerkskammer Konstanz, der die Landkreise Konstanz, Schwarzwald-Baar, Tuttlingen, Rottweil und Waldshut umfasst, gehören rund 12.000 Handwerksunternehmen mit über 70.000 Beschäftigten und 5.000 Auszubildenden.

Die Handwerkskammer vertritt nicht nur die Interessen ihrer Mitglieder, sondern bietet ihnen auch eine umfassende Beratung an, etwa zur Fachkräftesicherung, Aus- und Weiterbildung, Betriebswirtschaft, Unternehmensführung, Recht, Umweltschutz und Technologie.

Außerdem unterhält die Handwerkskammer fünf Bildungseinrichtungen, neben den Bildungsakademien in Singen, Rottweil und Waldshut die Management-Zentrum gGmbH in Villingen sowie gemeinsam mit der IHK die Berufliche Bildungsstätte in Tuttlingen.

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