Handicaps beeinträchtigen nicht immer Leistungsfähigkeit

HWK-Beratungsangebot für die Integration von Menschen mit Behinderungen

(lifePR) ( Dortmund, )
Die Integration von Auszubildenden oder Angestellten mit Behinderungen ist in den meisten Fällen eine Bereicherung – sowohl für das Unternehmen als auch für den integrierten Mitarbeiter. Handicaps stellen oftmals keine Beeinträchtigung für die Leistungsfähigkeit dar. Dennoch bedarf es der richtigen Planung, um einen behindertengerechten Arbeitsplatz einzurichten. Bei der Handwerkskammer (HWK) Dortmund gibt es dafür seit 2005 ein spezielles Beratungsangebot.

Günter Benning ist HWK-Unternehmensberater und hilft bei der Integration von Menschen mit Behinderungen in den Betrieb. Rund 60 Betriebe hat er im vergangenen Jahr besucht, darüber hinaus auch viele telefonisch beraten. „Zwar spreche ich oft mit Unternehmern über die Ausbildung von Menschen mit Behinderungen, häufig kommt es aber vor, dass Mitarbeiter nach vielen Jahren im Betrieb beispielsweise aufgrund von Erkrankungen oder jahrelangen Belastungen in ihren Tätigkeiten eingeschränkt sind, der Betriebsinhaber aber trotzdem eine weitere Anstellung ermöglichen will." Dabei spiele für viele Unternehmer nicht nur die Erhaltung der Betriebsroutine eine Rolle, sondern auch die soziale Verantwortung gegenüber dem Mitarbeiter. Eine Weiterbeschäftigung sei jedoch oft nur mit einer Umgestaltung des Arbeitsplatzes oder der Anschaffung von behindertengerechten Geräten möglich, so Benning. „Durch die Beratungsgespräche kann ich genau erkennen, welche Fördermöglichkeiten es für den Betrieb gibt und die entsprechenden Anträge und Formulare für den Unternehmer ausfüllen."

Am, Mittwoch, 1. März, wird Benning in der Halle Münsterland, auf der Messe der Integrationsunternehmen zugegen sein, die vom Integrationsamt des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) initiiert wurde. Dort hält er viele nützliche Tipps parat, wie Smartphone-App „Inklusion und Beschäftigung" vom Westdeutschen Handwerkskammertag (WHKT), an derer Entstehung auch die HWK Dortmund beteiligt war.

Ein Weiterarbeiten möglich machen
Behindertengerechter Arbeitsplatz für Dortmunder Tischler

„Ich konnte ihn doch nicht einfach gehen lassen", sagt Martin Honikel, Tischlermeister und Betriebsinhaber der Honikel GmbH in Dortmund. Er spricht von seinem Mitarbeiter, einem Tischler, der bereits viele Jahre in Honikels Betrieb arbeitete, bevor er schwer erkrankte. „Etwa ein Jahr dauerte seine Behandlung und Genesung, bis er wieder in der Lage war zu arbeiten." Allerdings nur eingeschränkt. Montagefahrten seien nicht mehr möglich gewesen, so Honikel. Für einen Tischler das täglich‘ Brot.

Ihm sei schnell klar gewesen, so der Unternehmer, dass er seinem Mitarbeiter ein Weiterarbeiten unbedingt ermöglichen wolle. „Ich fühle mich ihm über die Jahre natürlich auch menschlich verbunden und habe überlegt, wie man ihn wieder in den Betriebsalltag integrieren kann."

Er wandte sich an HWK-Berater Günter Benning. Mit dessen Hilfe war der Integrationsplan für den beeinträchtigten Tischler schnell erstellt. „Er sollte künftig Zuschnitte an der Säge machen, konnte jedoch die schweren Platten und Bretter nicht alleine tragen", erklärt Honikel. So wurde mit Hilfe von Benning die Finanzierung eines Vakuum-Plattenhebers beantragt. Etwa 13.000 Euro benötigte man dafür. „Das Geld kam binnen sechs Wochen", so Honikel.

„Mein Mitarbeiter konnte dank der schnellen Hilfe weiterarbeiten und das auch sehr erfolgreich. Alles wurde an seine körperlichen Umstände bestens angepasst." Mit der Zeit habe sich der Tischer gesundheitlich immer weiter erholt, sagt Honikel. Heute könne er sogar wieder auf kleinere Montagen fahren.
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