Nachwuchspreise der Opernstiftung

Alexey Bogdanchikov, Emilie Mazoń und Clara Grünwald ausgezeichnet

(lifePR) ( Hamburg, )
Der Bariton Alexey Bogdanchikov und die Tänzerin des Hamburg Ballett Emilie Mazoń sind die diesjährigen Träger des Dr. Wilhelm Oberdörffer-Preises. Der Eduard Söring-Preis geht in diesem Jahr an die stellvertretende Solo-Cellistin Clara Grünwald. Die mit je 8.000 Euro dotierten Auszeichnungen werden am 22. April 2017 im Rahmen des Operndinners von der Stiftung zur Förderung der Hamburgischen Staatsoper vergeben. Bei der Wahl der Preisträger folgt die Opernstiftung der Empfehlung des Opernintendanten Georges Delnon, des Ballettintendanten Professor John Neumeier sowie des Hamburgischen Generalmusikdirektors Kent Nagano.

„Wir gratulieren diesen drei herausragenden jungen Künstlern“, sagt Geschäftsführer Dr. h.c. Hans-Heinrich Bruns. „Wir sehen es als unsere Aufgabe an, in jedem Jahr Beiträge zur Förderung junger Sänger, Tänzer und Solisten zu leisten. Die Nachwuchsarbeit ist seit der Gründung der Opernstiftung ein Schwerpunkt unserer Förderarbeit – und wir sind stolz und glücklich, den Erfolg der jungen Künstlerinnen und Künstler miterleben zu dürfen.“

Opernintendant Georges Delnon gratuliert den jungen Preisträgern ebenfalls: „Alexey Bogdanchikov ist ein hochbegabter junger Sänger, der bereits mit seiner ersten Partie an unserem Hause, dem Marquis de Posa in Peter Konwitschnys Don Carlos-Inszenierung zu Beginn der letzten Spielzeit, äußerst positiv auf sich aufmerksam machte. Mit seiner warmen, gut geführten Stimme ist er eine Bereicherung unseres Ensembles. Eine seiner Lieblingspartien ist der Onegin, den er ebenfalls in der letzten Spielzeit bei uns sang. Mit einer weiteren Tschaikowsky Partie war er im Oktober als Jeletzki in Pique Dame zu erleben, gefolgt von Conte Almaviva in Le Nozze di Figaro. Im Frühjahr dieses Jahres warten zwei wichtige Debüts auf Alexey Bogdanchikov, der seinen ersten Enrico in Lucia di Lammermoor und seinen ersten Sharpless in Madama Butterfly an der Staatsoper Hamburg singen wird. “

Ballettintendant und Chefchoreograf John Neumeier lobt die diesjährige Oberdörffer-Preisträgerin: „Emilie Mazoń schloss ihre Tanzausbildung an unserer Ballettschule ab und hat sich als Tänzerin in kurzer Zeit zu einer ausgezeichneten Künstlerin entwickelt. Vor allem als Darstellerin jugendlicher Figuren in meinen Werken hat Emilie Mazoń Außerge-wöhnliches geleistet. Mit erstaunlicher Sicherheit verbindet sie jugendliche Ausstrahlung mit fundierter Technik und einer hochprofessionellen Auffassung der jeweiligen Rollen. Ihre Hingabe als Künstlerin und die bescheidene Auffassung ihrer Position innerhalb der Ballettcompagnie – trotz der großen Rollen, die sie bereits gemeistert hat – macht Emilie Mazoń zu einem bewundernswürdigen Mitglied des Hamburg Ballett.“

Auch Generalmusikdirektor Kent Nagano ist von der diesjährigen Eduard-Söring-Preisträgerin begeistert: „Clara Grünwald verfügt über eine hohe Musikalität und hat sich trotz ihres jungen Alters zu einer souveränen und engagierten Kollegin nicht nur in der Cellogruppe, sondern auch im gesamten Orchesters entwickelt.“

Die Preisträger

Der junge russische Bariton Alexey Bogdanchikov wurde 1985 in Taschkent (Usbekistan) geboren. Er studierte am Opernzentrum Galina Wischnewskaja und am Staatlichen Moskauer P.-I.-Tschaikowski-Konservatorium, wo er sein Studium im Oktober 2012 mit dem Master-Abschluss in Musik beendete. 2012 gewann Alexey Bogdanchikov den 2. Preis beim renommierten europäischen Gesangswettbewerb „Debut“. Darüberhinaus nahm er an verschiedenen russischen Gesangswettbewerben teil und gewann Preise in Smolensk (2006) und Rusa (2007). 2010 gewann er den Armel Opernwettbewerb in Ungarn, was einherging mit dem Engagement als Barrett in Marco Tutinos Oper „The Servant“ beim Armel Opernfestival in Szeged. Diese Rolle sang er auch in Pilzen (Tschechische Republik) und 2011 in Lugo (Italien).

2011 debütierte Alexey Bogdanchikov am Teatro Comunale di Bologna als Wolfram in Wagners „Tannhäuser“. Alexey Bogdanchikovs Repertoire umfasst wichtige Rollen in russischen, italienischen und deutschen Opern wie Onegin in „Eugen Onegin“, Robert in „Iolanta“ und Prinz Jeletzki in „Pique Dame“, Belcore in „L’elisir d’amore“, Marcello in „La Bohème“ und Ping in „Turandot“, Wolfram in „Tannhäuser“. 2013 repräsentierte Alexey Bogdanchikov Russland beim BBC Cardiff Singer of the World Competition. In der Saison 2011/2012 wurde er Stipendiat im Opernstudio der Deutschen Oper Berlin. Als Marchese in „La Traviata“ gastierte er am Guangzhou Opera House, am Teatro Comunale Luciano Pavarotti in Modena und am Teatro Municipale in Piacenza. Alexey Bogdanchikov debütierte als Paolo Albiani in „Simone Boccanegra“ an der Seite von Leo Nucci und Carlo Colombara. Er sang den Belcore am Teatro Delle Muse, Ancona, den Moralès (Carmen) am Teatro Dell’Opera di Roma und den Onegin am Astrakhan Opera House in Magnitogorsk. 2014 wurde Alexey Bogdanchikov Ensemblemitglied am Kolobov Novaya Opera Theatre in Moskau, wo er sein Debut als Onegin gab. 2014 und 2015 sang er den Graf in „Le Nozze di Figaro“, den Prinz Jeletzky und den Mercutio in „Roméo et Juliette“ von Gounod.

Seit der Spielzeit 2015/2016 ist Alexey Bogdanchikov Ensemblemitglied der Staatsoper Hamburg.

Emilie Mazoń

Emilie Mazoń ist seit 2014 Ensemblemitglied im Hamburg Ballett. 1995 in Hamburg geboren, begann sie ihre Tanzausbildung an der School of The Georgia Ballet. Gigi Hyatt und Janusz Mazoń, selbst ehemalige Erste Solisten des Hamburg Ballett, waren ihre einflussreichsten Lehrer. Nach dem Wechsel an die Ballettschule des Hamburg Ballett wurde sie von der Konrad-Adenauer-Stiftung gefördert, machte 2013 ihren Abschluss und wurde unmittelbar darauf als Aspirantin übernommen.

Schnell erfasste John Neumeier ihre künstlerische Begabung und vertraute ihr mehrfach prominente Hauptrollen an, u. a. die Marie in „Der Nussknacker“ und die Titelrolle in „Romeo und Julia“, die sie im Herbst 2016 auch im Festspielhaus Baden-Baden tanzte. Im Januar 2016 sprang Emilie Mazoń für die verletzte Alina Cojocaru bei der Tournee des Hamburg Ballett nach Moskau ein und konnte als Folge gleich zwei Premieren feiern: Auf der Historischen Bühne des Bolschoi-Theaters gab sie ihr Rollendebüt in der weiblichen Hauptrolle von John Neumeiers „Peer Gynt“ und absolvierte damit zugleich ihren ersten großen Auftritt in Russland. Zuletzt übernahm Emilie Mazoń kurzfristig die Hauptrolle in der Wiederaufnahme von John Neumeiers Ballett „Die Möwe“. Unmittelbar nach der ersten Vorstellung ernannte John Neumeier sie zur Solistin des Hamburg Ballett ab der Spielzeit 2017/18.

Clara Grünwald wurde 1990 in München geboren und erhielt im Alter von 6 Jahren ihren ersten Cellounterricht. Von 2009 bis 2015 studierte sie bei Prof. Martin Ostertag in Karlsruhe und besuchte Meisterkurse bei Wolfgang Emanuel Schmidt, Wolfgang Boettcher, Guido Schiefen, Thomas Demenga und Morten Zeuthen. Clara Grünwald war Stipendiatin der Heinrich-Hertz-Gesellschaft (2009) und von Yehudi Menuhin „Live Music now“ (2012). Orchestererfahrung sammelte Clara Grünwald als Aushilfe bei den Münchner Philharmoniker oder in der Akademie des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks. Seit 2016 ist sie stellvertretende Solo-Cellistin des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg.

Dr. Wilhelm Oberdörffer-Preis und Eduard Söring-Preis

Für die Bereitstellung der Preisgelder von je 8.000 Euro konnte die Opernstiftung drei Förderer gewinnen: Den Dr. Wilhelm Oberdörffer-Preis für die Sparte Oper stiften Ian K. und Barbara Karan, das Preisgeld für den tänzerischen Nachwuchs stellt ein Förderer, der nicht genannt werden möchte. Den Eduard Söring-Preis stiftet die HypoVereinsbank. Der Dr. Wilhelm Oberdörffer-Preis wird in diesem Jahr zum 51. Mal, der Eduard Söring-Preis zum 38. Mal, an junge Künstler der Staatsoper Hamburg, des Hamburg Ballett John Neumeier und des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg verliehen. Der erste Träger des Dr. Wilhelm Oberdörffer-Preises war Hans Sotin, ihm folgten unter anderen Franz Grundheber, Hanna Schwarz, Kurt Streit, Gigi Hyatt und Gamal Gouda. Der Eduard Söring-Preis wird an Mitglieder des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg verliehen. Die gezielte Nachwuchsförderung der Stiftung zur Förderung der Hamburgischen Staatsoper hat mit der Auslobung der beiden Preise begonnen und wird seit 1994 auch mit der Gründung und Unterstützung des Internationalen Opernstudios der Staatsoper fortgesetzt.
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