Die Sommerreifen vor der Montage gründlich prüfen

(lifePR) ( Stuttgart, )

• Tipps der GTÜ für den Reifenwechsel
• Im Zweifelsfall in einer Fachwerkstatt vornehmen lassen
• Reifendruck alle zwei Wochen kontrollieren


Das Frühjahr kommt und somit die Zeit für die Sommerreifen. Viele Autofahrer greifen selbst zu Radkreuz und Wagenheber. Damit der Reifenwechsel gelingt, gibt die GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung mbH Tipps. „Bitte achten Sie beim Montieren der Sommerreifen auf Profil, Luftdruck, Alter, Beschädigungen und das richtige Drehmoment beim Anziehen der Radmuttern“, empfiehlt Marco Oehler, stellvertretender Technischer Leiter der GTÜ, allen Autofahrern, die beim Wechseln der Pneus selbst Hand anlegen.

In vielen Fällen gelingt der Reifenwechsel in Eigenregie. Doch nicht immer, wie die GTÜ-Experten wissen. Nicht mehr verkehrstaugliche oder unsachgemäß montierte Reifen haben schon zu manchem Unfall geführt. Ein gründlicher Blick auf die im Herbst in Garage oder Keller gelagerten Reifen lohnt sich daher in jedem Fall. Beim Profil schreibt der Gesetzgeber für Winterreifen eine Mindestprofiltiefe von vier Millimetern vor, für Sommerreifen dagegen nur 1,6 Millimeter. Werden sie eingehalten, gibt es bei Verkehrskontrollen nichts zu beanstanden. Ein geringeres Profil kann jedoch beispielsweise bei Starkregenfällen dennoch kritisch werden. „Mit der Abnahme des Profils steigt die Aquaplaning-Gefahr. Deswegen empfiehlt die GTÜ für Sommerreifen eine Mindestprofiltiefe von drei Millimetern“, betont Oehler.

Binnen weniger Minuten lässt sich noch viel mehr erkennen: Womöglich hat sich ein Nagel im Gummi versteckt, der im schlimmsten Fall zum Platzen des Pneus führen kann. Ist das Profil ungleichmäßig abgefahren, empfiehlt sich die Fahrt zur Fachwerkstatt. Diese sieht sofort, ob die Unregelmäßigkeiten auf eine falsch eingestellte Fahrwerkgeometrie oder auf nicht mehr korrekt arbeitende Stoßdämpfer zurückzuführen sind.

Zudem sollten die Reifen nicht überaltert sein. Feine Risse im Gummi sind eindeutige Hinweise darauf. Eine exaktere Angabe bietet der auf der Reifenflanke hinterlegte Herstellungsmonat: Die letzten vier Ziffern der DOT-Nummer geben Auskunft. Steht dort beispielsweise „4216“, wurde der Reifen in der 42. Kalenderwoche des Jahres 2016 produziert. Genügend Profil vorausgesetzt, wäre in diesem Fall alles in Ordnung. Doch auch ohne gesetzliche Vorschriften wird empfohlen, Reifen nach acht bis zehn Jahren auszutauschen. Denn mit der Zeit härtet der Gummi aus, und die Reifen verlieren an Haftung.

Ist alles in Ordnung, steht der Montage nichts mehr im Wege. „Bitte beim letzten Anziehen der Radmuttern einen Drehmomentschlüssel benutzen“, rät Marco Oehler. Denn zu locker oder zu fest angezogene Muttern können in beiden Fällen dazu führen, dass sie sich lösen.

Zur Sicherheit den Reifendruck alle zwei Wochen prüfen

Nun fehlt noch eines: das Überprüfen des Reifendrucks. Stimmt er nicht, wirkt es sich auf Fahrverhalten, Bremsweg, Abnutzung der Reifen und auch auf den Benzinverbrauch aus. Mancher Hobby-Schrauber ist mit Reifendruckmesser und Luftpumpe ausgestattet. Sonst bleibt der Weg zur Tankstelle. Ob ein Reifen eine Unwucht hat, bemerkt man oft schon während dieser Fahrt – und der Besuch einer Fachwerkstatt ist ratsam. Weil der richtige Reifendruck generell wichtig ist, sollte er alle zwei Wochen überprüft werden.

Und wenn die Reifen nicht mehr in Ordnung sind? Die GTÜ gibt gut begründete Tipps für den Reifenkauf mit ihren Tests, die die Prüforganisation regelmäßig mit dem ACE Auto Club Europa durchführt. Ganz aktuell wurden Sommerreifen der großen Zweitmarken unter die Lupe genommen: Unter anderem Namen versuchen die bekannten Reifenhersteller, ihre Erfahrungen und ihr Know-how ein zweites Mal zu vermarkten. Getestet wurden neun Reifen der verbreiteten Größe 215/55 R17, die etwa auf kompakte SUV und Mittelklassekombis passen. Der Test ist auf der GTÜ-Homepage zu finden: www.gtue.de.

Bleibt die Frage, wann die Winterreifen wieder an die Arbeit sollen. Eine verbreitete Regel besagt von „O bis O“, als von Oktober bis Ostern. Wer weiß, angesichts der Klimaveränderungen wird sie vielleicht eines Tages abgewandelt in von „Advent bis Fasching“. Aber so weit ist es noch lange nicht.cht.
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