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Pressemitteilung BoxID: 221570 (GRÜNE LIGA Berlin e.V.)
  • GRÜNE LIGA Berlin e.V.
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Nach mehr als 21 Jahren

Wechsel des Vorstandsvorsitzes der GRÜNEN LIGA

(lifePR) (Berlin, ) Die Mitgliederversammlung der GRÜNEN LIGA - Netzwerk ökologischer Bewegungen wählte am vergangenen Sonnabend einen neuen Vorstand. Neuer Vorstandsvorsitzender ist Dr. Torsten Ehrke. Klaus Schlüter, der 21 Jahre an der Spitze des Verbandes stand, gab auf eigenen Wunsch den Staffelstab an die nächste Generation weiter und kandidierte nicht erneut.

Der 55jährige Sozialwissenschaftler Torsten Ehrke ist seit 13 Jahren im Natur- und Umweltschutz aktiv und stellvertretender Landesvorsitzender der GRÜNEN LIGA Berlin. Seit 2008 war er Mitglied des Bundessprecherrates der GRÜNEN LIGA, 2010 wurde er in den Vorstand des bundesweit agierenden Netzwerkes gewählt. Nun übernimmt der in Neuruppin Beheimatete den Vorsitz der GRÜNEN LIGA.

Ehrke kennt die GRÜNE LIGA bereits seit den Wendejahren. Sie ist für ihn etwas Einzigartiges, weil sie eben kein klassischer Mitgliederverband, sondern ein Netzwerk ökologischer Initiativen, Gruppen und Vereine ist. "Sie soll gestärkt werden als eine Plattform für Alle, die sich ehrenamtlich für Natur- und Umweltschutz engagieren wollen. Die Mitwirkungsmöglichkeiten für Einzelmitglieder sollen verbessert werden, deshalb werden wir auch Strukturdebatten führen müssen." Wichtig ist Ehrke der Dialog mit der Gesellschaft: "Naturschutz geht alle an, und wir müssen auch alle an den Debatten über die Zukunft von Natur und Umwelt beteiligen. Politik über die Köpfe der Menschen hinweg hat ausgedient!" Die wichtigste Herausforderung der kommenden Zeit sieht Ehrke im Ausbau der Erneuerbaren Energien: "Wir werden darauf zu achten haben, dass beim notwendigen massiven Ausbau der Erneuerbaren Energien der Natur- und Artenschutz nicht auf der Strecke bleibt."

Stellvertreterin und Schatzmeisterin bleibt Grit Tetzel aus Thüringen, neu als weiterer Stellvertreter wurde René Schuster von der Umweltgruppe Cottbus in den Vorstand gewählt.

Mit dem Wechsel des Vorstandsvorsitzes geht für die GRÜNE LIGA eine Ära zu Ende. Seit der Gründung des Netzwerkes im Herbst 1989 stand der Mecklenburger Klaus Schlüter an seiner Spitze. Klaus Schlüter war einer der Mutigen, die sich in der DDR dem Umwelt- und Naturschutz gewidmet haben - einer derer, die in der Grauzone zwischen staatlicher Duldung und kriminalisiertem Protest agierten. Wegen "aufrührerischer Zusammenrottung" landete er im Gefängnis. Doch er ließ sich nicht einschüchtern und gründete die Gruppe Stadtökologie Schwerin. Im klassischen Naturschutz fand er u.a. in der jahrzehntelangen Moorpflege sowie im Vogelschutz Nischen, in denen er wirken konnte und suchte die Vernetzung zu anderen Aktiven. Er engagierte sich aktiv in der Wendezeit in der Demokratiebewegung für den Natur- und Umweltschutz und ist bis heute vielfältig auf allen Ebenen des Naturschutzes aktiv. Im November 1989 war er Mitglied der Initiativgruppe für die Gründung der GRÜNEN LIGA - einer der Bürgerbewegungen des Herbstes 1989, inzwischen der letzten, die heute noch selbstständig aktiv ist - und das durchaus mit Erfolg. Von Dezember 1989 bis März 1990 war Klaus Schlüter Vertreter der GRÜNEN LIGA am Zentralen Runden Tisch. Von Februar bis April 1990 agierte er als Minister ohne Geschäftsbereich in der Modrow-Regierung und war beispielsweise am Nationalparkprogramm der DDR beteiligt. Seit 1990 war Klaus Schlüter ehrenamtlicher Vorstandsvorsitzender des Umweltnetzwerks GRÜNE LIGA und ein wichtiger Protagonist des Natur- und Umweltschutzes in Ostdeutschland. Er gab nun auf eigenen Wunsch den Staffelstab an die nächste Generation weiter. Er wurde von der Mitgiederversammlung zum ersten Ehrenmitglied des Bundesverbandes GRÜNE LIGA e.V. ernannt.