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"Es muss im Internet demokratischer zugehen"

Dritter Social Community Day in Köln / Individuelle Nutzung und vernetzte Teilhabe als Schwerpunkt

(lifePR) (Marl, ) "Es muss im Internet demokratischer zugehen", forderte Netzaktivist Markus Beckedahl (netzpolitik.org) auf dem dritten Social Community Day, der heute in Köln. Die Verhandlungen zur EUDatenschutzreform seien deshalb eine große historische Chance. "Netzneutralität und Urheberrechte sind dabei zwei Bereiche, bei denen dringender Diskussionsbedarf besteht."

Einen Tag lang stand beim dritten Social Community Day die Nutzung von Sozialen Netzwerken und Social Media im Mittelpunkt. Im Kölner KOMED diskutierten rund 150 Teilnehmer mit Expertinnen und Experten über die Chancen, aber auch über die Grenzen, die ein vernünftiger Umgang mit Social Media beachten sollte. Die Einsatzmöglichkeiten, die Personen, Firmen und Institutionen für sich wählen können, reichen von der Selbstvermessung hin zur Partizipation, von der eigenen Darstellung bis zur Mobilisierung.

Uwe Kammann, Direktor des Grimme-Instituts, erklärte: "Facebook ist mittlerweile die Turbomaschine der Identitätsbildung." Doch habe ein solches Geschäftsmodell auch immer etwas mit Gewinnmaximierung zu tun. Netzaktivist Markus Beckedahl sieht dabei die zunehmende Komplexität Geschäfts- und Datenschutzbestimmungen mit Besorgnis. "Kaum jemand liest diese Paragraphen. Ich habe das auch aufgegeben." Die User seien Lemminge, die hinterherliefen, weil ihnen sonst die Kommunikation mit anderen Menschen verwehrt bliebe. "Das ist ein Problem", so Beckedahl.

Dr. Angelica Schwall-Düren, Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien des Landes Nordrhein-Westfalen, betonte die Rolle von Sozialen Medien für Bürger-Partizipation: "Sie erleichtern oder ermöglichen gar eine Teilhabe, die in dieser Form vorher nicht existiert hat. Noch nie war es so leicht, Anliegen, Protest und den Wunsch nach Partizipation zu verbreiten." Sie verwies jedoch auch darauf, wie wichtig es sei, über sich selbst und das eigene Verhalten im Netz nachzudenken und abzuwägen, was man von sich preisgeben wolle.

Die von Ralph Caspers moderierte Veranstaltung bot neben zwei Podiumsdiskussionen mit den Titeln "Von Machern und Mahnern" und "Zwischen Selbstvermessung und Selbstbestimmung" auch vier Workshops, in denen sich die Teilnehmenden mit den Referenten über Teilaspekte wie Beteiligungsformen für Jugendliche, die wachsende Rolle von Webvideos, Crowdsourcing und Social Banking sowie Social Travelling und Location-based Services auseinandersetzen konnten.

Ergänzt wurde der Tag durch eine Ausstellung, die Besuchern die Gelegenheit bot, sich über das eigentliche Programm hinaus über Projekte und Angebote zu informieren.

Der dritte Social Community Day wurde veranstaltet vom Grimme- Institut und unterstützt von der Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien des Landes Nordrhein-Westfalen, Dr. Angelica Schwall-Düren.

Eine Online-Dokumentation des Social Community Day, Fotos und weitere Informationen zur Veranstaltung gibt es unter: www.social-community-day.de.