Ingenieurin erhält den Bertha Benz-Preis 2012 für ihre Forschungen zur intelligenten künstlichen Augenlinse

26. Juni 2012 um 18.30 Uhr / Forschungs- und Entwicklungszentrum der Heidelberger Druckmaschinen AG, Alte Eppelheimer Straße 26, 69115 Heidelberg

(lifePR) ( Ladenburg, )
Dr.-Ing. Liane Rheinschmitt erhielt den Preis für ihre herausragenden For-schungen über ein "Künstliches Akkommodationssystem". "Es handelt sich dabei um ein Thema, bei dem sich Medizin und Ingenieurwissenschaften fruchtbar ü-berschneiden", so Prof. Dr. Eike Böhm, Leiter Qualität Mercedes Benz PKW der Daimler AG. "Die vorgelegte Arbeit weist Frau Rheinschmitt als Ingenieurin moderner und interdisziplinärer Prägung aus. Ihre Arbeit verbindet grundle-gende Fachkenntnisse der Mikrostrukturtechnik und eröffnet ein weites Feld zukunftsweisender medizinischer Einsatzmöglichkeiten." Böhm überreichte ihr den Preis im Anschluss an die 29. Bertha Benz-Vorlesung in Heidelberg. Mit dem Preis würdigt die Daimler und Benz Stiftung die herausragende Promotion einer jungen deutschen Ingenieurin. Er wird einmal jährlich verliehen und ist mit 10.000 Euro dotiert.

Die Dissertation mit dem Titel "Erstmaliger Gesamtentwurf und Realisierung der Systemintegration für das Künstliche Akkommodationssystem" erarbeitete Rheinschmitt am "Karlsruher Institut für Technologie" KIT. Mit Hilfe der Ak-kommodation, der Brechkraftanpassung der Augenlinse, ist es dem Menschen mög-lich, auf verschieden weit entfernte Objekte zu fokussieren. Diese Fähigkeit lässt beim Menschen altersbedingt nach, sodass etwa ab 45 bis 50 Jahren das Lesen ohne Hilfsmittel immer schwieriger wird. Von dieser sogenannten Alters-sichtigkeit sind weltweit rund eine Milliarde Menschen betroffen, hinzu kommt bei vielen die "Katarakt-Krankheit", auch als "Grauer Star" bezeichnet. Bei dieser Krankheit trübt sich die Linse ein und muss operativ entfernt werden. Allein in Deutschland werden jährlich rund 600.000 Katarakt-Operationen durchgeführt.

Durch die wissenschaftliche Arbeit von Liane Rheinschmitt ist der Grundstein gelegt, ein künstliches Akkommodationssytem auf kleinstem Raum zu realisie-ren. Dieses könnte bei einer Operation unmittelbar in das erkrankte Auge im-plantiert werden. Die neuartige mechatronische Linse kann die Fähigkeit des Auges zur Fokussierung auf verschiedene Blickdistanzen vollständig wiederher-stellen, die gegenwärtig verwendeten unflexiblen künstlichen Linsen vermögen dies nicht. Dies würde für die Betroffenen einen enormen Gewinn an Lebensqua-lität bedeuten.

Die Preisträgerin wurde in einem mehrstufigen Auswahlprozess ermittelt. Die Jury begründet ihre Auswahl wie folgt: "Die Dissertation besitzt ohne Zweifel gesellschaftliche Relevanz. Der Lebenslauf von Frau Rheinschmitt ist unge-wöhnlich und weist ein auf verschiedene Stufen verteiltes beständiges Streben nach höherer akademischer Bildung auf. Ihr interdisziplinärer Werdegang kann auch als Beleg für die Breite ingenieurwissenschaftlicher Forschungsthemen dienen. Mit der Arbeit von Frau Rheinschmitt liegt eine hochklassige Preisno-minierung vor."

Liane Rheinschmitt wurde 1980 in Magdeburg geboren. Im Jahr 2000 begann sie ein Mechatronikstudium an der Berufsakademie in Karlsruhe, das sie drei Jahre später als Diplom-Ingenieurin BA abschloss. 2004 setzte sie ihren akademi-schen Werdegang mit einem Maschinenbaustudium an der Universität Karlsruhe fort, das sie im Juli 2007 beendete. Ihre Diplomarbeit verfasste sie dabei als GEARE-Stipendiatin (Global Engineering Alliance for Research and Educati-on) an der Purdue Universität in den USA (Indiana). Die Dissertation wurde am KIT am Institut für Angewandte Informatik erarbeitet und 2011 der Fakultät für Maschinenbau vorgelegt. In ihrer Freizeit joggt sie oder malt gerne Land-schaftsbilder. Doch nicht nur auf der Bühne der Wissenschaft ist die junge Wissenschaftlerin präsent: Besonders am Herzen liegt ihr das Engagement im Ettlinger Theaterensemble "Lampenfieber", mit dem sie regelmäßig auftritt.
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