Dienstag, 19. Juni 2018


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Rötelninfektion - Gefahr für das ungeborene Kind

München, (lifePR) - .
- Dr. med. Pia Baust beantwortet die wichtigsten Fragen zum Thema. Sie ist Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe.

Die Rötelnerkrankung zählt zu den typischen Kinderkrankheiten. Während die Infektion im Kindesalter meist harmlos verläuft, besteht bei erkrankten Schwangeren ein hohes Risiko für das ungeborene Kind. Auch in Deutschland gibt es immer noch Rötelninfektionen bei Schwangeren und Fälle von Röteln-embryopathie bei Neugeborenen. Daher ist ein rechtzeitiger Schutz durch eine Dreifach-Kombinationsimpfung gegen eine Masern-, Mumps- oder Röteln-Infektion unbedingt erforderlich. Das Ziel der Weltgesundheits-organisation WHO, die Röteln in Europa zu eliminieren, konnte bisher nicht erreicht werden.

Was sind Röteln und wie äußert sich eine solche Erkrankung?

Röteln werden durch Viren via Tröpfcheninfektionen übertragen. Etwa zwei Wochen nach der Ansteckung können sich punktuelle Rötungen, beginnend im Gesicht mit anschließender Ausbreitung über Rumpf und Extremitäten, bilden. Diese äußeren Symptome werden in der Regel von leichtem Fieber und Lymphknotenschwellungen im Hals- und Kopfbereich begleitet. Bei etwa 50 % der Fälle treten gar keine Beschwerden auf und die Krankheit verläuft nahezu unbemerkt.

Röteln - gefährlich für schwangere Frauen

Über die Plazenta der Mutter können Rötelnviren auf das ungeborene Kind übertragen werden und so den Embryo mit dem Virus infizieren. Das Kind kann schwere Folgen davon tragen. Wie stark die Folgen sind, hängt davon ab zu welchem Zeitpunkt der Schwangerschaft das Ungeborene infiziert wird. Steckt sich das Kind in den ersten acht Schwangerschaftswochen an, führt eine Rötelninfektion bei 90 % der Fälle zu einer schweren Schädigung des ungeborenen Kindes und Fehlgeburt. Bei einer Ansteckung innerhalb der ersten vier Schwangerschaftsmonaten kann es zum CRS (Kongenitales Rötelnsyndrom, sog. Röteln-embryopathie) und einer Frühgeburt kommen. Entwicklungsstörungen am Herzen, an den Augen und am Gehör können mögliche Folgen sein. Wird das Kind erst im späteren Verlauf der Schwangerschaft infiziert sinkt das Risiko für Missbildung auf 25 bis 35 %.1

Wie kann ich einer Infektion mit Röteln vorbeugen?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) und der nationale Impfplan empfehlen die Rötelnimpfung:

- für alle ungeimpften Frauen oder Frauen mit unklaren Impfstatus im gebärfähigen Alter
- für nur einmal geimpfte Frauen im gebärfähigen Alter

Die Impfung wird mit der Masern- und Mumps-Impfung kombiniert als Dreifach-Kombinationsimpfstoff verabreicht. Die Masern-Mumps-Röteln-Impfung wird auch allen Männern, die nach 1970 geboren sind, empfohlen, da so zusätzlich die Ansteckungsgefahr über den Partner verringert werden kann.

Tipp zum Impfpass-Check: Frauen mit Kinderwunsch sollten ihren Gynäkologen aktiv auf eine Überprüfung des Impfpasses hinweisen und sich über die notwendigen Impfungen aufklären lassen.

1Quelle: Robert Koch-Institut: Röteln (Rubella) RKI-Ratgeber für Ärzte, http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Roeteln.html?nn=2386228

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