Ergebnisse der GEW Diskussion mit den schulpolitischen SprecherInnen am 11.12.19

Das Arbeitszeitmodell muss angepasst und reformiert werden!

(lifePR) ( Hamburg, )
Die Schule in Hamburg wird ausgebaut. Mehr SchülerInnen, mehr Schulen, Neubauten, Verdichtung, Campusschule, SEPL…  . Bei der Verbesserung der Arbeitsbedingungen herrscht dagegen aus Sicht der GEW weitgehend politisches Schweigen.

Dieses Schweigen wurde glücklicherweise am 11.12. gebrochen, die Beschäftigten und ihre Arbeitsbedingungen standen im Zentrum der GEW-Wahlkampfdiskussion mit den schulpolitischen SprecherInnen der Fraktionen, die von Oliver Hollenstein (Zeit Hamburg) kenntnisreich und unterhaltsam moderiert wurde.

Viele der anwesenden PädagogInnen und Verwaltungskräfte beschrieben anschaulich ihre Arbeitsbelastungen, ihre andauernde freiwillige Mehrarbeit und die mangelnde Anrechnung ihrer Arbeitszeiten. So sind im Lehrer-Arbeitszeitmodell (von 2003) beispielsweise 12 Minuten für die Korrektur einen Oberstufenklausur vorgesehen, real dauert diese Arbeit etwa eine Stunde. Engagierte Lehrkräfte machen Gespräche mit SchülerInnen, Hausbesuche bei den Familien, ohne dass sie dafür Arbeitszeit oder Bezahlung bekämen.

Birgit Stöver machte für die CDU deutlich, dass das Arbeitszeitmodell zwar beibehalten, aber evaluiert und angepasst werden solle. Schon bei einer ersten Evaluation durch die „Behler-Kommission“ wären 2008 knapp 50 zusätzliche Aufgaben für die Lehrkräfte festgestellt worden, die nicht mit Arbeitszeit hinterlegt wären. Seitdem wären noch mehr Aufgaben hinzugekommen, für die die Lehrkräfte keine Entlastung bekämen.

Auch Olaf Duge (Grüne) forderte, dass das Arbeitszeitmodell evaluiert und angepasst werden müsste. Konkret stellte er für die neue Legislatur weniger bedarfsdeckenden Unterricht für ReferendarInnen und Entlastungen für PädagogInnen an Kess 1- und Kess 2-Schulen (also in sozial schwierigeren Lagen) in Aussicht.

Eine Evaluation der Arbeitszeit forderte auch Daniel Oetzel für die FDP. In Bildung und Schule könne und müsse mehr investiert werden.

Sabine Boeddinghaus (Linkspartei) lehnte das Arbeitszeitmodell generell ab und forderte eine Höchstgrenze von 20 Unterrichtsstunden bei einer Vollzeitstelle. Sie will die Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte gemeinsam mit diesen evaluieren und daraus konkret Verbesserungen entwickeln.

Nur die SPD mochte in diesen Konsens der vier Parteien, dass die Arbeitszeit der PädagogInnen evaluiert und den aktuellen und gestiegenen Anforderungen angepasst werden müsste, nicht einstimmen. Kazim Abaci mahnte, nicht alles schlecht zu reden und machte deutlich, dass durch Inklusion, Ganztag und steigende SchülerInnenzahlen in der letzten Legislatur mehr PädagogInnen an Schulen eingestellt wurden.

Anja Bensinger-Stolze (Vorsitzende GEW Hamburg) erläuterte die Forderungen der GEW in Sachen Arbeitszeitmodell für die nächste Legislatur:


Mindestens 2 zusätzliche WAZ pro Vollzeitstelle für Kommunikation und Kooperation
Gesonderte Zuweisung der Funktionszeiten für Schulleitungsmitglieder
Unterrichtshöchstgrenze von 20 Stunden pro Vollzeitstelle
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