Geriatrie in Bremen-Nord: Auszeichnung für innovative Hilfe

Sensor ruft um Hilfe bei Stürzen - Pilotprojekt soll alltagstauglich werden

(lifePR) ( Bremen, )
Die Klinik für Geriatrie und Frührehabilitation am Klinikum Bremen-Nord ist beim diesjährigen "Ideenpark Gesundheitswirtschaft 2010" der Wirtschaftstageszeitung Financial Times Deutschland (FTD) für das Projekt "Telereha mit Motion-Sense" ausgezeichnet worden. Damit erhält das DRG-Kompetenzteam Geriatrie (DKGER) um Prif. Dr. Norbert Wrobel aus Bremen-Nord eine von zehn Prämierungen für besonders innovative Projekte.

Die Jury begründete ihre Entscheidung folgendermaßen: "Das Thema Stürze alter Menschen steht bisher noch kaum im Fokus der Öffentlichkeit. Das muss sich ändern". "Die Gefahr zu stürzen ist für einen alten Menschen deutlich höher als für einen jungen", sagt Prof. Wrobel, Direktor der Klinik für Geriatrie und Frührehabilitation. Das liegt zum einen an der verringerten körperlichen Leistungsfähigkeit, zum anderen daran, weil Gleichgewichtssinn und Sehkraft nachlassen.

Das Klinikum Bremen-Nord und das DRG-Kompetenzteam Geriatrie in Berlin nutzen bei ihrem Telematik-Pilotprojekt zu Stürzen und drohenden Stürzen im Alter die Möglichkeiten der modernen Technik: Ein Sensor erkennt, wenn ein Mensch gestürzt ist, und ruft automatisch um Hilfe. Überdies registriert das System auffällige Bewegungen, die auf einen drohenden Sturz hinweisen. Den dazugehörigen Bewegungssensor Motion-Sens liefert das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen. Die Übermittlung der Daten funktioniert via Internet oder Funk.

Bislang handelt es sich noch um ein Pilotprojekt, dessen Umsetzbarkeit sich erst zeigen muss, so Norbert Wrobel. Auch die informationelle Selbstbestimmung muss bei derartigen Formen der Überwachung künftig Diskussionsthema sein. Dennoch, so urteilte die FTD-Jury, kann dieses Präventionskonzept wegweisend sein.

Seit 2006 kürt die FTD jährlich die besten Ideen und Projekte der Gesundheitswirtschaft. In diesem Jahr hatten sich insgesamt 50 Unternehmen und Institutionen an dem Wettbewerb beteiligt.
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