GDT Europäischer Naturfotograf des Jahres 2019

Die Gesellschaft für Naturfotografie (GDT) präsentiert die Siegerbilder des Wettbewerbs / Eduardo Blanco Mendizabal aus Spanien gewann den Wettbewerb mit der Aufnahme eines Luchses in der Dämmerung

(lifePR) ( Kiel, )
Gesamtsieger des Wettbewerbs wurde der Spanier Eduardo Blanco Mendizabal mit seinem Bild Der Geist.

Die Aufnahme entstand in der Dämmerung. Sie zeigt eine der am stärksten bedrohten Katzenart Europas, einen Pardelluchs (Lynx pardinus). Jury-Mitglied Richard Peters: „Das Bild erregte die Aufmerksamkeit der Jury, weil es anders ist.Ein Bild, das sich nicht jedem unmittelbar erschließt, dessen Wirkung sich aber umso stärker entfaltet, je länger man es betrachtet. Wenn sich die Augen des Betrachters an die Dunkelheit gewöhnt haben, erwacht dieses Bild zum Leben.“

Mit einer feierlichen Preisverleihung wurden am Freitagabend dem 25. Oktober 2019 die Sieger des renommierten Wettbewerbs Europäischer Naturfotograf des Jahres geehrt. Die Zeremonie, zu der zahlreiche Gäste und Fotografen aus dem In- und Ausland angereist sind, findet alljährlich im Rahmen des internationalen Naturfotofestivals der GDT statt.

Fotografinnen und Fotografen aus 35 Ländern hatten knapp 15.800 Aufnahmen zu diesem Wettbewerb eingereicht. Die internationale Jury war mit Magdalena Herrera, Richard Peters, Emmanuel Boitier, Werner Bollmann und Hermann Hirsch wie üblich sehr hochkarätig besetzt. In einer mehrwöchigen Vorjurierung sowie einem dreitägigen Meeting wählte die Jury die 85 besten Bilder des Wettbewerbs – angesichts der hohen Qualität der Einsendungen keine leichte Aufgabe.

Wie es oft bei solchen Aufnahmen der Fall ist, beruht die Wirkung auf einem überlegten Einsatz der Technik. In diesem Fall hat der Fotograf eine mutige Entscheidung getroffen: Die Jury war beeindruckt, dass Eduardo Blanco Mendizabal trotz der unglaublich schlechten Lichtverhältnisse das Risiko eingegangen ist, mit einer Verschlusszeit von 6 Sekunden zu arbeiten.
 Gesamtsieger: Eduardo Blanco Mendizabal (Spanien) | Der Geist

Beteiligung: 15.800 Aufnahmen aus über 30 teilnehmenden Ländern

Internationale Jury: Magdalena Herrera (FR), Richard Peters (GB), Emmanuel Boitier (FR), Werner Bollmann (DE) und Hermann Hirsch (DE).

Neun Kategorien: Vögel, Säugetiere, Andere Tiere, Pflanzen und Pilze, Landschaften, Unter Wasser, Mensch und Natur, Atelier Natur, Jugendkategorie bis 14 Jahre und 15 bis 17 Jahre
Eduardo Blanco Mendizabal wurde1977 in Corella, Spanien, geboren. Er bekam seine erste Kamera erst im Alter von 19 Jahren. Er wuchs in vordigitaler Zeit auf, in einer kleinen Stadt, und so war sein Weg zur Fotografie ein langer und harter Lernprozess. Er liebt es, neue Länder zu erkunden, doch die größte fotografische Motivation findet er am Ende doch immer wieder in seinem näheren Umfeld.Kommentar der Jury

Jury-Mitglied Richard Peters: “Jede Art von Fotografie hat ihre Berechtigung, doch in einer Zeit, in der Kamerafallen, Drohnen, perfekt ausgeleuchtete und kunstvoll arrangierte Bilder in Mode sind, kann es leicht passieren, dass man die Kraft von Bildern vergisst, die auf das Wesentliche reduziert sind. Auf ein einfaches Konzept. Auf eine Fotografie, die uns zu den Grundlagen der Naturfotografie zurückführt. Bilder, die ungekünstelte Emotionen wecken und zu Debatten anregen. Die Stärke solcher Bilder liegt nicht in ihrer technischen Perfektion, einem raffinierten Workflow oder dem neuesten Equipment. Sie rührt daher, dass sie dem Betrachter ein ursprüngliches Gefühl der Verbundenheit mit dem Motiv vermitteln, der Atmosphäre des Augenblicks, eine Ahnung davon, was der Fotograf im Augenblick des Auslösens empfunden haben muss.“

Der Wettbewerb GDT Europäischer Naturfotograf des Jahres

Im Jahr 2001 zunächst als einmalig stattfindendes Ereignis geplant, entwickelte sich der Wettbewerb GDT Europäischer Naturfotograf des Jahres in den folgenden Jahren schnell zu einer festen Größe von internationalem Rang. Stetig steigende Teilnehmerzahlen und ein ebenso kontinuierlich wachsendes öffentliches Interesse an den Resultaten dieses Wettbewerbs bestätigten den Veranstaltern, auf dem richtigen Weg zu sein.
Sein anhaltender Erfolg erklärt sich vor allem aus der Bestrebung, jedes Jahr von neuem den Ansprüchen moderner Naturfotografie gerecht zu werden – Innovation und Kreativität, seien es der Einsatz neuer Techniken oder der Mut zu ungewöhnlichen Kompositionen, waren von Anfang an die erklärten Zielsetzungen dieses Wettbewerbs. Neben dem Anspruch, zugleich die große Bandbreite naturfotografischer Themen in zeitgemäßer Weise widerzuspiegeln, von ungesehenen Verhaltensweisen, seltenen Arten, intimen Tierportraits, verträumten Pflanzenbildern bis hin zur kritischen Auseinandersetzung mit den Belangen des Natur- und Artenschutzes. Zudem legen die Organisatoren größten Wert darauf, die Einhaltung ethischer Standards bei der Entstehung der Bilder zu gewährleisten, und durch ein strenges Regelwerk und lückenlose Kontrolle dafür Sorge zu tragen, digitale Manipulationen auszuschließen.

Die Ausstellung zum diesjährigen Wettbewerb wurde am 25. Oktober nach der Preisverleihung auf dem internationalen Naturfotofestival der GDT eröffnet. Im Anschluss werden die prämierten Bilder auf eine dreijährige Tournee durch Deutschland und Europa gehen.

Die GDT dankt allen Sponsoren, die den Wettbewerb großzügig mit Bargeldpreisen unterstützen. Ein besonderes Danke schön gilt der Firma Olympus, die Premiumpartner der GDT ist.

Schirmherrin Prof. Dr. Beate Jessel vom Bundesamt für Naturschutz (BfN)

Schirmherrin Prof. Dr. Beate Jessel vom Bundesamt für Naturschutz erläutert einen weiteren Aspekt des Siegerbildes: “Sowohl der Pardelluchs, als auch der bei uns in Deutschland vorkommende Eurasische Luchs sind heutzutage sehr seltene Arten. Bis zum Ende des Monitoringjahres 2017/2018 konnten in Deutschland 85 selbstständige Luchse sowie 43 Jungtiere sicher nachgewiesen werden. Damit ist der Erhaltungszustand des Luchses hierzulande weiterhin als kritisch einzustufen. Neben den beeindruckenden technischen Qualitäten der Aufnahme und seiner Ausdrucksstärke, macht das diesjährige Gewinnerfoto auf eine vom Menschen bedrohte Art aufmerksam und verschafft somit Themen des Naturschutzes mehr Gehör. Angesichts des anhaltenden Artenrückgangs ist dies dringlicher geboten denn je.“

Die Sieger der einzelnen Kategorien

In der Kategorie Vögel gewann Dr. Siegmar Bergfeld (GDT) aus Deutschland mit dem High-Key-Porträt eines Silberreihers in den Everglades. Sieben Monate verbrachte Ingo Arndt (GDT) in der Wildnis Patagoniens, um an einer Fotoreportage über wilde Pumas zu arbeiten. Sein wichtigstes Motiv war das Bild einer Guanako-Jagd, mit dem er sich in der Kategorie Säugetiere durchsetzen konnte. Mit ‚101 Krokodile‘ entschied Ignacio Medem Seghers aus Spanien die Kategorie Andere Tiere für sich – über 100 Krokodile am Luangwa Fluss, die am Kadaver eines Nilpferdes fressen. ‚Standhaft‘ heißt das Siegerbild des aus Rumänien stammenden Fotografen Dorin Bofan in der Kategorie Pflanzen und Pilze. Es zeigt Waldkiefern bei Schneesturm im Naturreservat Invereshie and Inshriachin Schottland. Die Kategorie Landschaften entschied der Franzose Guillaume Bily mit dem mystisch anmutenden Bild ‚Regenbogen-Nebel‘ für sich. Die Kategorie Unter Wasser gewann der Italiener Manuel Plaickner mit dem Bild ‚Frühling im Teich‘. ‚Meine Hände‘ nannte Miguel Ángel Rubio Robles aus Spanien sein Siegerbild in der Kategorie Mensch und Natur – es zeigt einen Mandrill (Mandrillus sphinx) im Zoo von Madrid. Die Formation eines menschlichen Antlitzes im Turbidid-Gestein entdeckte Fran Rubia in der Wüste von Tabernas bei Almeria im Südosten Spaniens und konnte mit dem Bild die Kategorie Atelier Natur für sich entscheiden.

In der Jugendkategorie bis 14 Jahre siegte Carlos Pérez Naval aus Spanien mit Im Blätterdach. Bei den 14 bis 17-jährigen konnte Patrick Moser aus der Schweiz die Jury mit dem Bild einer Tannenmeise überzeugen.
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