Montag, 20. November 2017


  • Pressemitteilung BoxID 661416

Neue Statistik der Chemiestudiengänge erschienen

Anfängerzahlen rückläufig, Promotionen auf Höchststand

Frankfurt am Main, (lifePR) - 2016 sind erstmals seit 2012 die Anfängerzahlen in Chemie gesunken. Trotz des leichten Rückgangs lag die Gesamtzahl der Studienanfänger mit 11.168 bereits im sechsten Jahr bei über 10.000. Gleichzeitig stiegen die Absolventenzahlen (Master und Diplom) in allen Fächern (Chemie, Biochemie, Lebensmittelchemie) sowie an den Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW). Dies vermeldet die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) in ihrer jährlichen Statistik der Chemiestudiengänge.

Seit nunmehr 65 Jahren (seit 1952) erhebt die GDCh jährlich umfangreiche statistische Daten zu den Chemiestudiengängen. In diesem Jahr wurden die Daten des Jahres 2016 in den Studiengängen Chemie, Wirtschaftschemie, Biochemie/Life Sciences, Lebensmittelchemie und in den Chemiestudiengängen der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW), ehemals Fachhochschulen, abgefragt. Erfasst wurden die Anfängerzahlen, die Zahl der bestandenen Abschlussprüfungen sowie die jeweiligen Noten und Studiendauern. Außerdem machten viele Hochschulen Angaben zum Berufseinstieg ihrer Absolventen nach Studienabschluss oder Promotion.

In Chemie meldeten die Hochschulen 2484 Bachelor- und 2297 Master-Absolventen. 2.028 Personen promovierten im Jahr 2016 in Chemie. Die Promotionsdauer lag bei zirka vier Jahren. In der Biochemie wurden 814 Bachelor- und 751 Master-Absolventen gemeldet, dazu 239 Promotionen.

An HAW beendeten 894 Studierende ihr Bachelor- und 482 ihr Master-Studium. In Lebensmittelchemie absolvierten 370 Personen die Hauptprüfung A oder die Diplomprüfung. 129 Studierende bestanden die Hauptprüfung Teil B. Außerdem meldeten die Universitäten 174 Bachelor- und 73 Master-Abschlüsse sowie 56 Promotionen.

Fast alle Bachelor-Absolventen an Universitäten schlossen ein Master-Studium an. An den HAW lag dieser Anteil bei 56 %. Rund 83 % der Master-Absolventen an Universitäten begannen eine Promotion. Damit liegt dieser Wert bereits im dritten Jahr unter langjährigen Mittel (90 %). Die nächsten Jahre werden zeigen, ob dies ein neuer Trend ist und zukünftig mehr Absolventen ohne Promotion ins Berufsleben starten werden. Die Gesamtzahl der Promotionen hat durch die insgesamt gestiegene Absolventenzahl erneut zugenommen und damit den höchsten Wert der letzten 10 Jahren erreicht.

Von 55 % der promovierten Absolventen in Chemie ist der erste Schritt in das Berufsleben bekannt. Demnach war auch 2016 der Eintritt in den Arbeitsmarkt für die Berufseinsteiger schwierig. Nach Angaben der Hochschulen wurden 33 % der frisch promovierten Chemiker in der chemischen und pharmazeutischen Industrie eingestellt, 10 % traten eine Stelle in der übrigen Wirtschaft an. 13 % gingen nach der Promotion zunächst ins Ausland, in den meisten Fällen zu einem Postdoc-Aufenthalt. 19 % starteten auf einer zunächst befristeten Stelle im Inland (inkl. Postdocs). Dieser Wert ist seit einigen Jahren relativ hoch und ein Indikator für die schwierige Arbeitsmarktlage. Fünf Prozent fanden in anderen Bereichen des Öffentlichen Dienstes eine Anstellung. Vorübergehend stellensuchend waren 14,5 % – bedingt auch durch den Zeitpunkt der Erhebung.

Die Broschüre „Chemiestudiengänge in Deutschland – Statistische Daten 2016“ steht als pdf unter www.gdch.de/statistik zur Verfügung. Bildmaterial ist unter www.gdch.de/presse abrufbar.

Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit rund 31 000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie befasst sich u.a. mit aktuellen Entwicklungen an Hochschulen und am Arbeitsmarkt. Die GDCh ermittelt jährlich (Stichtag: 31.12.) Angaben zur Zahl der Studierenden in den verschiedenen Studienabschnitten, der abgelegten Prüfungen und zur Studiendauer. Die Angaben werden der GDCh von den Chemiefachbereichen der Hochschulen zur Verfügung gestellt.

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