Dienstag, 24. April 2018


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Deutsche Unternehmen kritisieren staatliche Eingriffe ins Wirtschaftsleben

Berlin, (lifePR) - .


Großunternehmen zeigen sich in Forsa-Umfrage besorgt über instabile politisch Rahmenbedingungen
Kreditversicherer beklagen „Renaissance des Protektionismus“ und sehen Defizite beim Risikomanagement in vielen Unternehmen


Staatliche Regulierungen und Protektionismus gefährden zunehmend das weitere Wachstum der deutschen Wirtschaft und schwächen den Welthandel. In einer Forsa-Umfrage im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) beklagten 41 Prozent der befragten Entscheider, dass die wirtschaftlichen Risiken durch staatliche Regulierung und Gesetzesänderungen gestiegen seien; 11 Prozent sehen hier eine der größten Gefahren für ihr Unternehmen.

Große Sorgen bereiten auch neue Handelsbeschränkungen: Jeder vierte Manager (25%) erkennt in Sanktionen, Zöllen, Einfuhrschranken und Ausfuhrverboten eine wachsende Gefahr. Politische Risiken werden mit 17 Prozent am häufigsten als aktuelle wirtschaftliche Risiken genannt.

„Renaissance des Protektionismus“

Der Vorsitzende der Kommission Kreditversicherung im GDV, Thomas Langen, sprach beim Jahrespressegespräch der Kreditversicherer am Donnerstag in Köln von einer „Renaissance des Protektionismus“: „Immer mehr Staaten schotten ihre Märkte ab oder reagieren auf politische Konflikte mit Sanktionen.“ Dieser Trend treffe insbesondere die exportorientierte deutsche Wirtschaft.

Defizite beim Risikomanagement in vielen Unternehmen

Wie die Umfrage-Ergebnisse weiter zeigen, werden unternehmerische Risiken in vielen Unternehmen systematisch unterschätzt. So hält die Mehrheit der Befragten (55%) eine Insolvenz unter ihren Abnehmern für unwahrscheinlich – doch gleichzeitig war in den vergangenen zwei Jahren jeder dritte befragte Lieferant (31%) von der Insolvenz eines Kunden betroffen. Noch sorgloser sind die Entscheider auf anderen Feldern: Fast 90 Prozent glauben nicht an die Möglichkeit von Compliance-Verstößen ihrer Führungskräfte und 80 Prozent halten Betrugsversuche durch Mitarbeiter oder Geschäftspartner für unwahrscheinlich, obwohl jedes zehnte Unternehmen einen solchen Vertrauensschaden erlitten hat.

„Das Risikomanagement wird in vielen deutschen Großunternehmen vernachlässigt“, sagte Langen. Wirtschaftliche Schieflagen von Handelspartnern, politische Risiken und das Fehlverhalten Einzelner könnten nur dann frühzeitig erkannt werden, wenn das Unternehmen entsprechend informiert und organisiert sei. Hier böten sich die Kreditversicherer als Risiko-Navigatoren an. „Wir können mit unserem Know-how und unseren Daten über Unternehmen weltweit unliebsame Überraschungen für unsere Kunden vermeiden und erfolgreiche globale Handelsbeziehungen ermöglichen“, so Langen.

Kreditversicherer decken Risiken von über 450 Milliarden Euro

Nach Hochrechnungen für das Gesamtjahr decken die deutschen Kreditversicherer im Jahr 2017 Ausfallrisiken in Höhe von 453 Milliarden Euro, rund zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Davon entfallen 59 Milliarden Euro auf Kautionsversicherungen, mit denen die Versicherer Bürgschaften und Garantien zur Verfügung stellen, und 394 Milliarden Euro auf die Warenkreditversicherung. Mit bis zu 200 Milliarden Euro dieser Summe decken die Versicherer Exportgeschäfte – das sind rund 15 Prozent der gesamten deutschen Ausfuhren.

Die Umfrage zu unternehmerischen Risiken von Großunternehmen

Im Auftrag des GDV hat die Forsa Politik- und Sozialforschung GmbH die Entscheider von 252 deutschen Unternehmen ab einer Größe von 250 Mitarbeitern bzw. einem Jahresumsatz von mindestens 50 Millionen Euro befragt. Die telefonischen Interviews der repräsentativen Umfrage fanden vom 12. Oktober bis 7. November 2017 statt.

Die Ergebnisse der Umfrage finden Sie auf gdv.de.

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