Dienstag, 12. Dezember 2017


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Galerie Kristine Hamann eröffnet die erste deutsche Einzelausstellung "Flow" des Wiener Künstlers Thomas Riess

Die Faszination des Mysteriums

Wismar, (lifePR) - Ströme von Bildern bestimmen das Wesen unserer zunehmend medialen Gesellschaft. Sie umschwirren uns in der Presse, überfluten uns auf den Social-Media-Kanälen und wabern über digitale Werbeanzeigen. Wir registrieren sie als Teil unserer Umwelt – aber nehmen wir sie auch wahr? Und vor allem: Wie?

Diesen Fragen geht der 1970 in Tirol geborene Künstler Thomas Riess in seiner ersten Einzelausstellung in Deutschland nach. „Flow“ wird am 6. Oktober in seiner einzigen deutschen Galerie, der Galerie Kristine Hamann, eröffnet. Seine Werke setzen sich mit unserer Wahrnehmung und dem Realitätsbezug von medialen Bildern auseinander. Riess gehört zu den zukunftsweisenden Malern der österreichischen Kunstlandschaft.

Die oft fotorealistisch gemalten Arbeiten erfahren durch abstrakte Übermalungen spannungsreiche Brüche. Meist sind es die Gesichter der Figuren, die mit breiten Pinselstrichen verwischt sind, Irritation auslösen und somit die Frage nach Identität umso eindringlicher aufkommen lassen. Bereits der französische Philosoph Jean-Paul Sartre bemerkte, dass Fotos kein Leben haben, dass sie vortrefflich die äußeren Merkmale einer Person, nicht aber ihren Ausdruck wiedergeben (vgl. Jean-Paul Sartre: L’imaginaire. Éditions Gallimard, 1940). Diese Erkenntnis gewinnt in Zeiten absoluter Selbstdarstellung Hochkonjunktur. Denn gerade dadurch, dass die mediale Inszenierung der eigenen Person auf Instagram, Facebook und Co. zum Mainstream geworden ist, haben solche Fotos keinerlei identitätsstiftenden Gehalt mehr. Sie tauchen vielmehr in die Wogen des globalisierten Bilderstromes ein. Gerade die Transformation in Malerei macht diese subjektive Fehlstelle umso offensichtlicher. Sowohl das Foto als auch die Malerei sind letztlich Illusionen, Inszenierungen in Farbpigmenten. Die Titel der Werke von Thomas Riess tragen ihren Teil dazu bei, den Besucher der Ausstellung mit einem neuen Blick auf das Bild im Allgemeinen und die eigene Wahrnehmung im Besonderen zurückzulassen. Durch ihre Zweideutigkeit lenken sie die Assoziationen, verweisen in Richtungen, die mit dem Bildinhalt selbst nichts zu tun haben. Sein und Schein, Wirklichkeit und Täuschung erfahren in den Werken von Thomas Riess eine irritierende und gleichermaßen faszinierende Visualisierung.

Die Galerie Kristine Hamann, Schweinsbrücke 11 in Wismar, empfängt alle Interessierten am 6. Oktober ab 18 Uhr in lockerer Atmosphäre zu einer Preview. Ab 19.30 Uhr laden Thomas Riess und Galeristin Kristine Hamann zu einem Künstlergespräch ein. Der erste Ausstellungstag endet um 21 Uhr. „Flow“ ist anschließend noch bis zum 4. November zu sehen. Alle Infos unter www.kristine-hamann.de

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