Samstag, 27. Mai 2017


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Mit Raubmilben gegen Obst-Schädlinge

(lifePR) (Wädenswil, ) Vor rund dreissig Jahren hat die Rote Spinne grosse Schäden in Apfelanlagen verursacht. Nun ist diese Spinnmilbe wieder auf dem Vormarsch. In einzelnen Betrieben und bei gewissen Apfelsorten ist sie heute der Hauptschädling. Eine Bekämpfung mit Pflanzenschutzmitteln ist oft wirkungslos, zudem sind die natürlichen Gegenspieler, die Raubmilben, häufig in zu geringer Zahl vorhanden.

Die Insektenspezialisten der Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil ACW kommen daher zum Schluss: Ohne Raubmilben geht gar nichts!

Dreissig Eier pro Weibchen, vier bis sechs Generationen pro Jahr - gemäss dem Schneeballprinzip kann eine einzige Rote Spinne (Panonychus ulmi) pro Saison eine Population von über einer Million Tieren aufbauen. Eine solche Armada richtet durch ihre Saugtätigkeit grosse Schäden in Apfelanlagen an. Bei befallenen Pflanzen ist die Photosynthese eingeschränkt, dadurch reduzieren sich Zuckergehalt und Ausfärbung der Früchte sowie die Blütenbildung im Folgejahr.

Zeit und Geld sparen, Umwelt schonen Begünstigt wird eine Massenvermehrung von Spinnmilben wie der Roten Spinne unter anderem durch folgende Faktoren: warmes Wetter und Trockenheit, hohe Stickstoffversorgung des Blattes, Wahl anfälliger Sorten, Ausschaltung der Raubmilben durch den Einsatz wenig selektiver Pflanzenschutzmittel. Darunter sind Faktoren, die von Bäuerinnen und Bauern beeinflusst werden können.

Die teilorts beobachtete Abnahme der Raubmilben (Typhlodromus pyri, Amblyseius andersoni) stand im Fokus von Experten der Forschungsanstalt Agroscope Changins- Wädenswil ACW. Die Untersuchungen von ACW ergaben, dass eine hohe Raubmilbenpräsenz die Spinnmilbenpopulation tief hält und die Anzahl Pflanzenschutzmittel- Behandlungen reduziert - das schont die Umwelt und spart Zeit und Geld. Und das sind die Erfolgsfaktoren:
- Raubmilben schonen, fördern, freisetzen
- Nur raubmilbenschonende Pflanzenschutzmittel einsetzen
- Mittel gegen Spinnmilben unterstützend, aber zurückhaltend benutzen
- Schadschwellen einhalten, Raubmilbenbesatz berücksichtigen
- Resistenzsituation und optimalen Einsatzzeitpunkt beachten
- Geduld und Toleranz - Raubmilben haben keine Sofortwirkung

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