RILLL-Studie: Platzmangel in Kitas führt zur Ausgrenzung von Kindern mit Migrationshintergrund

(lifePR) ( Berlin, )
Trotz des erheblichen Ausbaus von Kita-Plätzen in den letzten fünfzehn Jahren, fehlen weiterhin in beträchtlichem Umfang Plätze, um die Nachfrage befriedigen zu können. Dies führt bundesweit dazu, dass Kinder mit Migrationshintergrund deutlich unterrepräsentiert sind. Solange der Ausbau hinter dem Gesamtbedarf zurückbleibt, werden Kinder mit Migrationshintergrund, insbesondere, wenn sie aus bildungsfernen Familien kommen, keine Chance auf bessere Bildungsabschlüsse, und damit Zukunftsaussichten, haben.

Anhand der aktuellen Kita-Situation in Berlin untersucht die erste Studie des neu gegründeten RILLL Research Institute on Lifelong Learning, einer Tochter des FiBS Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie, welche Gruppen von Kindern durch den Platzmangel in der frühkindlichen Bildung besonders benachteiligt werden. Die Antwort ist eindeutig: es sind die Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund, von denen jedes siebte Kind, das mindestens drei Jahre alt ist, keinen Platz bekommt. Bei den Kindern ohne Migrationshintergrund hingegen bekommt faktisch jedes Kind einen Platz. In den Berliner Bezirken ist die Lage sehr unterschiedlich, in manchen geht nicht einmal jedes dritte Kind mit Migrationshintergrund in die Kita. Bei den unter Dreijährigen ist die Lage, auf niedrigerem Niveau, vergleichbar. In beiden Fällen beträgt die Diskrepanz bis zu vierzig Prozentpunkte!

„Auch wenn sich unsere Studie auf Berlin bezieht, hat sie eine bundesweite Bedeutung, da dieses Phänomen unzureichender Kita-Plätze mit Benachteiligung der Kinder aus Migrationsfamilien in allen Bundesländern zu beobachten ist,“ hält Dr. Dieter Dohmen, der geschäftsführende Gesellschafter des RILLL fest. „Die neue Bundesregierung, wie auch die neue Landesregierung in Berlin, sollte daher den Kita-Ausbau dringend beschleunigen, damit alle Kinder eine Chance auf einen Kita-Platz haben. Da sich Bildungschancen im Alter von sechs bis acht Jahren nachhaltig schließen, kommt dem Ausbau des Kita-Systems eine besondere Bedeutung zur Verbesserung der Bildungschancen, und damit zur Verringerung der Schulabbrecherquoten und für höhere Übergangsquoten in berufliche Ausbildung, zu. Ergänzend werden muss der Kita-Ausbau durch eine Leistungssteigerung des Schulsystems, damit die positiven Lerneffekte im Kita-Bereich dort nicht wieder zunichte gemacht werden.“ 

Die Studie: Dieter Dohmen, Elena Karrmann, Tamara Bayreuther: Entwicklung frühkindlicher Bildungsbedarfe in Berlin: Vom Platzmangel zu Bildungschancen: https://www.fibs.eu/fileadmin/user_upload/Literatur/Lectures/FiBS_Kita-Stimme_Kita-Entwicklung_Berlin_211027_final.pdf.
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