Dienstag, 21. November 2017


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Agrarinvestitionen und Landgrabbing

22 Uhr: ARD-Beitrag "G20-Gipfel: Wer profitiert vom Marshall-Plan für Afrika?"

Köln, (lifePR) - Die ARD-Sendung „Monitor“ geht heute Abend der Frage nach, welche Auswirkungen die verstärkte Zusammenarbeit der staatlichen Entwicklungshilfe mit Finanz-Investoren und großen Agrarunternehmen hat. Hintergrund: Die Bundesregierung setzt immer mehr auf private Investoren zur Hungerbekämpfung. Häufig werden öffentliche und private Gelder gemeinsam in Infrastruktur- oder Agrarprojekte in Ländern des Südens investiert. Der Aufbau von Mega-Farmen mit oftmals mehreren Tausend Hektar Größe führt jedoch immer wieder zu Landkonflikten und Vertreibungen. Sieben der Top-10-Herkunftsländer, aus denen problematische Investitionen stammen, sind G20-Staaten, allen voran die USA, aber auch Brasilien, China oder Großbritannien.

Roman Herre, Agrar-Referent von FIAN Deutschland: „Gerade bei großen Agrarprojekten gilt: Nirgends sind die hierfür benötigten Flächen ungenutzt. Ländliche Bevölkerungsgruppen verlieren mit dem Landzugang ihre Existenzgrundlage, so dass sich die Hungerproblematik noch weiter verschärft.“ In Entwicklungsländern werden mindestens 70 Prozent der Nahrungsmittel von kleinbäuerlichen Betrieben produziert. Zugleich leben drei von vier hungernden Menschen auf dem Land. „Maßnahmen, welche die Rahmenbedingungen kleinbäuerlicher Investitionen verbessern, haben daher die mit Abstand größte Wirkung auf die Ernährungssicherheit“, so Herre weiter.

Global gesehen gibt es so viele Landwirte wie nie zuvor. In vielen Ländern sind 70 bis 80 Prozent der Bevölkerung in der kleinbäuerlichen Landwirtschaft tätig. Ein menschengemachter Strukturwandel, der einseitig große Agrarkonzerne fördert, vernichtet Millionen von Arbeitsplätzen. Agrarinvestitionen müssen daher zum einen die Ernährungssicherheit verbessern, zum anderen die Beschäftigungssituation des gesamten Sektors im Blick haben – sonst sind Arbeitslosigkeit und Migration vorprogrammiert. Eine menschenrechtliche Herangehensweise verlangt zudem, die Ärmsten besonders zu fördern und einzubinden. Positive Beispiele hierfür gibt es viele: Der Aufbau eines unabhängigen Saatgutnetzwerks auf den Philippinen, das System der Reisintensivierung in afrikanischen und asiatischen Ländern oder die staatlichen Abnahmeprogramme in Brasilien zeigen, dass die Politik nicht machtlos ist. Allein der politische Wille fehlt oft.

Roman Herre abschließend: „Das Ziel der Entwicklungspolitik muss eine lebendige kleinbäuerliche Landwirtschaft sein, die lokale Wertschöpfung und Kreisläufe stärkt. Mit der internationalen Finanzwelt und ohnehin mächtigen Unternehmen setzt die G20 jedoch auf das falsche Pferd, da diese nicht den lokalen Kreislauf, sondern die Extraktion von Gewinnen in ihrer DNA tragen.“

Hier finden Sie ca. eine Stunde nach der Sendung das Video: http://bit.ly/2uMMNOJ.

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