Freitag, 20. Juli 2018


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Auftakt für "Silent Green"

FES und Frankfurt UAS starten Forschungsprojekt für eine leisere und sauberere Müllentsorgung

Frankfurt am Main, (lifePR) - Um Ressourcen zu schonen und zugleich die Luft- und Lebensqualität für die Menschen in der Stadt zu verbessern, machen sich die Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES) und die Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) gemeinsam auf den Weg: Mit Unterstützung des Landes Hessen testen sie die Potenziale eines Müllsammelfahrzeugs mit neuem erdgas-elektrischen Hybridantrieb. Erstmals werden bei diesem Projekt auch Abgasemissionen der dieselbetriebenen Müllsammelfahrzeuge im Echtbetrieb gemessen.

Der Name des Projekts und zugleich des neuen, 26 Tonnen schweren Testfahrzeugs: „Silent Green“. Es basiert auf einem Mercedes Econic-Fahrgestell und wird mit einer Kombination aus Erdgas- und elektrischem Antrieb bewegt. Mit Erdgas fährt das Fahrzeug ins Sammelgebiet und zurück. Beim Leeren der Mülltonnen im Stop-and-Go-Betrieb wechselt es dann in den Elektromodus. Dies gilt auch für den Entsorgungsaufbau: Ein erdgasbetriebener Generator erzeugt den für das Presswerk und die Lifter benötigten Strom. Beim Bremsen wird zudem Energie zurückgewonnen, in extra-starken Kondensatoren zwischengespeichert und beim Anfahren wieder abgerufen.

Diese Kombination von Erdgas- und elektrischem Antrieb gibt es bisher nicht. Die Partner setzen große Hoffnungen auf das neue Fahrzeug, das den Weg in eine leisere und schadstoffärmere Abfallentsorgung weisen könnte. Das Projekt ist auf einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren angelegt und wird mit 421.900 Euro von der HA Hessen Agentur GmbH im Rahmen des Förderprogramms „Förderung der Elektromobilität“ mitfinanziert (HA-Projekt-Nr.: 523/17-05). Davon fließen 144.000 Euro in das Fahrzeug, das mit 500.000 Euro mehr als das Doppelte eines herkömmlichen Müllsammelfahrzeugs kostet.

Die Tests sollen zudem zeigen, nach wie vielen Jahren im Betrieb sich der höhere Anschaffungspreis rentiert. FES-Geschäftsführer Dirk Remmert betont, dass es sich um einen Pilotversuch handelt. „Den Nachweis der Praxistauglichkeit muss ‚Silent Green‘ erst erbringen, wir machen uns hier auf den Weg ins Ungewisse. Als zukunftsorientiertes und der Nachhaltigkeit besonders verpflichtetes Unternehmen sind wir bereit zu dieser Pionierleistung und freuen uns darauf.“

„Silent Green“ wird aktuell durch das Unternehmen Faun in Osterholz-Scharmbeck gebaut und Mitte nächsten Jahres betriebsfertig bei FES in Frankfurt präsentiert. Ab sofort geht ein dieselbetriebenes Fahrzeug (EURO VI) auf Tour durch Frankfurt, das von der Frankfurt UAS mit modernster Messtechnik ausgestattet worden ist. Neben Lärm, Verbrauch, CO- und CO2-Ausstoß, Feinstaub (Partikelmasse und Anzahl) und Gesamtkohlenwasserstoffen werden auch die Stickoxide ermittelt. Aufgenommen in den Vergleichstest sind aber auch Verschleiß, Wartungsdichte, Fahrdynamik und – nicht zuletzt – die Erfahrungen der Besatzung. „Das dieselbetriebene Müllsammelfahrzeug soll mit ‚Silent Green‘ in jeder Hinsicht verglichen werden. Dazu erfassen wir alle messbaren Abgaswerte und relevanten Beurteilungskriterien. Als Ergebnis wollen wir so die Vor- und Nachteile der Kombination von Erdgas- und elektrischem Antrieb erhalten“,  sagt Professor Holger Marschner vom Fachbereich Informatik und Ingenieurwissenschaften der Frankfurt UAS, der das Projekt wissenschaftlich begleitet.  An der Frankfurt UAS wird ein Wissenschaftler seine Promotion mit „Silent Green“ bestreiten.

FES-Geschäftsführer Dirk Remmert: „Es ist auch das erste Mal überhaupt, dass die realen Verbrauchs- und Emissionswerte der in der Entsorgungsbranche weit verbreiteten Dieselfahrzeuge von unabhängiger Seite ermittelt werden. Diese Erkenntnisse allein sind für unseren Betrieb schon sehr wertvoll. Bisher arbeitet die gesamte Entsorgungsbranche nur mit den Prüfstandswerten der Herstellerfirmen, die selbstverständlich ihre Grenzen haben: Das ständige Anfahren und Abbremsen eines Müllsammelfahrzeugs in Verbindung mit dem Leeren der Tonnen unter realen Verhältnissen sind Prozesse, die nicht so einfach zu simulieren sind.“ Bei FES arbeiten zwei Projektmanager und ein technischer Berater seit 2015 für das Projekt. Dem Rhein-Main-Gebiet kommt als stark wachsendem Ballungsraum und zentraler Mobilitätsdrehscheibe eine wichtige Rolle im Umwelt- und Klimaschutz zu.

Die Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS):

Angewandte Wissenschaft, hohe Internationalität und gelebte Vielfalt zeichnen die Frankfurt University of Applied Sciences aus. Fragestellungen aus der Praxis erhalten wissenschaftlich fundierte Antworten, und diese Forschungsergebnisse finden einen direkten Weg in die Gesellschaft. Durch Partnerschaften mit weltweit rund 200 Hochschulen ist die Frankfurt UAS in einer globalen Bildungswelt international gut vernetzt. Vier Großfachbereiche bieten ein vielseitiges und anwendungsorientiertes Studienangebot in 62 innovativen Studiengängen mit technischer, wirtschaftlich-rechtlicher und sozialer Ausrichtung an. Zudem wird anspruchsvolle, inter- und transdisziplinäre Forschung in außergewöhnlichen Fächerkombinationen betrieben. Im Dialog mit Partnern aus Wirtschaft, Verbänden und Institutionen ist die Frankfurt UAS innovative Entwicklungspartnerin, um gemeinsam neuartige Lösungen zu generieren. Die enge Verknüpfung von Forschung und Lehre mit der Praxis qualifiziert die Studierenden für einen erfolgreichen Einstieg in attraktive Berufsfelder und zeichnet sie durch eine schnelle Anschlussfähigkeit im Berufsalltag aus. Ein umfangreiches und vielfältiges Weiterbildungsprogramm ermöglicht intensives berufsbegleitendes und lebenslanges Lernen.

www.frankfurt-university.de

FES Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH

Die Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES) ist ein deutsches Unternehmen der Entsorgungsbran-che in Frankfurt am Main und Marktführer in der Rhein-Main-Region. Im Auftrag der Stadt Frankfurt erfüllt FES den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsauftrag für aktuell 717.000 Frankfurter Bürgerinnen und Bürger. Dieser umfasst neben Abfallsammlung und Stadtreinigung auch die Abfallverwertung. FES betreibt dazu Anlagen für die Sortierung von Gewerbeabfällen, für die Behandlung von Bioabfällen, für die Aufbereitung von Verbren-nungsschlacke sowie - gemeinsam mit dem Energieversorger Mainova - eine moderne Müllverbrennungsan-lage. Darüber hinaus bietet die Gesellschaft Dienstleistungen rund um die Entsorgung und Flächenreinigung für Kommunen, Industrie, Handel, Gewerbe und Privatkunden an.

FES ging 1995/96 aus dem früheren Amt für Abfallwirtschaft und Stadtreinigung der Stadt Frankfurt am Main hervor. Als eines der ersten Public-Private-Parternership-Unternehmen der Branche gehört FES zu 51 Prozent der Stadt Frankfurt und zu 49 Prozent Remondis, dem größten deutschen Entsorgungsunternehmen.

http://www.fes-frankfurt.de/

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