Montag, 25. September 2017


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Projekte der RWTH Aachen University werden Teil der KlimaExpo.NRW

Institut für Textiltechnik (ITA) erforscht klimafreundliche Werkstoffe

Gelsenkirchen, (lifePR) - Die Herstellung von Werkstoffen wie Beton oder Kunststoff ist mit erheblichen CO2-Emissionen verbunden. Das Institut für Textiltechnik (ITA) der RWTH Aachen University forscht in seinen Projekten BasFlair und GreenBraid am Einsatz klimafreundlicher Alternativen aus Naturstoffen. Dafür wurden die Projekte nun von der KlimaExpo.NRW geehrt. Dr. Heinrich Dornbusch, Vorsitzender Geschäftsführer der Landesinitiative, überreichte den Projektleitern die offizielle Urkunde zur Aufnahme in die landesweite Leistungsschau für den Klimaschutz.

Das Projekt BasFlair setzt für die Herstellung eines klimafreundlichen Betons Basaltfasern aus vulkanischem Gestein ein. Im Projekt GreenBraid verwenden die Aachener Forscherinnen und Forscher Flachs für die Produktion naturfaserverstärkter Kunststoffe. „Die beiden vorbildlichen und innovativen Projekte zeigen eindrucksvoll die Möglichkeiten, Werkstoffe energieeffizient und CO2-arm zu produzieren. Damit sind sie zwei gelungene Beispiele für den Fortschrittsmotor Klimaschutz“, sagte KlimaExpo.NRW-Geschäftsführer Dr. Heinrich Dornbusch, während er die Urkunden an Andreas Koch, Projektleiter von BasFlair, sowie an Viktor Reimer und Marie-Isabel Popzyk, Projektleiter von GreenBraid, überreichte.

Nachhaltiger Beton mit vulkanischen Fasern

Beton, das Forschungsobjekt des Projektes BasFlair, ist einer der wichtigsten und preisgünstigsten Materialien für die Bauindustrie. Er gehört jedoch auch zu den größten Klimakillern der heutigen Zeit. Die Produktion von Zement als wesentlicher Bestandteil von Beton verursacht sechs bis neun Prozent der weltweiten CO2-Emissionen. Als ressourceneffiziente Alternative wurde daher federführend in Aachen seit den 1990er Jahren Textilbeton als neuartiger Baustoff entwickelt, der die günstigen Materialeigenschaften von Beton mit denen technischer Textilien kombiniert. Textilbeton enthält üblicherweise Textilien aus Glas- oder Carbonfasern, die die Zugfestigkeit des ansonsten spröden Betons erhöhen. Da Bauteile aus Textilbeton im Vergleich zu Stahlbeton bei gleichzeitig höherer Tragfähigkeit um bis zu 75 Prozent dünner und damit leichter sind, verringern sich die Transportkosten und die produktionsbedingten CO2-Emissionen. Weitere Vorteile sind die im Vergleich zu Stahlbeton geringere Korrosionsanfälligkeit und die freie Form- und Gestaltbarkeit.

Das Projekt BasFlair ersetzt nun die marktüblichen teuren und energieintensiven Glas- und Carbonfasern durch Basaltfasern aus vulkanischem Gestein. „Basaltfasern können das Anwendungsspektrum des innovativen Verbundwerkstoffs Textilbeton deutlich erweitern. Hauptargumente sind dabei der niedrige Preis und die Nachhaltigkeit aufgrund der Verwendung eines nachwachsenden Materials.“, sagte Andreas Koch, Abteilungsleiter „Textiles Bauen“ vom Institut für Textiltechnik (ITA) der RWTH Aachen University.

Entwicklung von widerstandsfähigen Flachsfaserverbundwerkstoffen

Das Projekt GreenBraid entwickelt naturfaserverstärkte Kunststoffe. Im Gegensatz zu kohlenstofffaserverstärkten Kunststoffen, die zum Beispiel bei Fahrradrahmen verwendet werden, sind naturfaserverstärkte Kunststoffe energieeffizienter. Das Projekt GreenBraid setzt hier Flachs als Naturfaser ein und produziert als Prototyp einen Hockeyschläger, bei dem die guten Dämpfungseigenschaften der Naturfaser zum Tragen kommen und Belastungen für Gelenke, Arme und Beine mindern. Das Projekt optimiert die Eigenschaften der Flachsfasern in einem Faserverbundwerkstoff mit dem Ziel, den Energieverbrauch bei der Herstellung um bis zu 75 Prozent im Vergleich zu bisherigen Verfahren zu senken. „Mit GreenBraid ist es möglich, Bastfasern wie Flachs für hochbelastete Bauteile aus Faserverbundwerkstoffen einzusetzen, die zuvor nur mit Glasfasern erschlossen werden konnten. Durch den Einsatz von Bastfasern können ca. 30 Prozent CO2-Emissionen im Vergleich zu glasfaserverstärkten Kunststoffen eingespart werden“, resümierte Projektleiter Viktor Reimer vom ITA. Begleitet wird das Vorhaben von den drei Industriepartnern Barthels-Feldhoff GmbH & Co. KG aus Wuppertal sowie NPSP BV und Holland Hockey aus den Niederlanden.

Über die KlimaExpo.NRW

Die KlimaExpo.NRW ist eine landesweite Initiative, um Energiewende, Klimaschutz und die notwendige Anpassung an die Folgen des Klimawandels als Schubkräfte einer nachhaltigen Entwicklung für Wirtschaft und Gesellschaft nutzbar zu machen. Ziel der Landesgesellschaft ist es, erfolgreiche Projekte in innovativen Formaten einem breiten Publikum bis hin zur internationalen Ebene zu präsentieren und zusätzliches Engagement für den Klimaschutz zu initiieren. Die KlimaExpo.NRW soll das technologische und wirtschaftliche Potenzial Nordrhein-Westfalens in diesem Bereich präsentieren. Sie ist zugleich Leistungsschau und Ideenlabor für den Standort NRW und das nicht nur an einem Ort und an einem Tag, sondern landesweit und das bis 2022. 2017 findet die Zwischenpräsentation der KlimaExpo.NRW in ganz NRW statt. Dieses Vorhaben wurde aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.

Über das Institut für Textiltechnik (ITA) der RWTH Aachen University

Das Institut für Textiltechnik (ITA) gehört zur Exzellenz-Universität RWTH Aachen. Seine Kernkompetenzen liegen in der Entwicklung von Textilmaschinen und -komponenten, neuen Werkstoffen und neuen Verfahren zur Herstellung von Textilien. Die zentralen Technologiefelder sind Material- und Energieeffizienz, Funktionsintegration und Integrative Produktionstechnologien. Durch das Center of High Performance Fibre Material ermöglicht das ITA klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU) direkten Zugang zu wissenschaftlicher Forschung speziell im Bereich von Hochmodulfasern und Composites. Für Industrieunternehmen bietet das ITA Weiterbildung und Seminare sowie Forschungsdienstleistungen gemeinsam mit der Partnerfirma ITA Technologietransfer GmbH an. Daneben bildet das ITA Studierende verschiedener Fachrichtungen in Textiltechnik aus und ermöglicht die Promotion zum Dr.-Ing. Weitere Informationen finden Sie unter www.ita.rwth-aachen.de. Zusätzlich bietet das ITA in Kooperation mit der RWTH International Academy den internationalen Masterstudiengang ‚M.Sc. in Textile Engineering‘ an. Entsprechende Informationen finden Sie unter https://www.academy.rwth-aachen.de/en/index/education formats/mastercolleges/masters- college-textile-engineering.

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