Donnerstag, 21. September 2017


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Im nächsten Jahr weniger als 100 Krankenkassen

Das Internetportal Krankenkassen.de sagt Fusionswelle voraus

Berlin-Mitte, (lifePR) - Die Zahl der offenen gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland wird im nächsten Jahr auf weniger als 100 sinken. Mindestens 40 bis 50 Krankenkassen werden sich in den nächsten Monaten durch Fusionen vor Insolvenz oder Zusatzbeiträgen retten müssen. Das prognostiziert das Internetportal Krankenkassen.de. Die geplante Fusion von Barmer und Gmünder Ersatzkasse belege die These, dass nur sehr große Krankenkassen durch ihre Marktmacht mit Ärzten, Krankenhäusern und Pharmakonzernen wirklich günstige Bedingungen aushandeln könnten.

Erst kürzlich erklärte Johannes Vöcking, Chef der Barmer Ersatzkasse, dass nur Kassen mit mehr als einer Million Mitgliedern überleben könnten. Dies trifft derzeit auf 13 Krankenkassen in Deutschland zu. Jetzt legt der GEK-Vorstandsvorsitzende Rolf-Ulrich Schlenker die Latte noch höher. Er räumte ein, dass ohne eine Fusion für seine Krankenkasse Zusatzbeiträge absehbar gewesen wären.

"Die Gmünder Ersatzkasse ist eine gut aufgestellte und gut geführte Krankenkasse mit 1,7 Millionen Mitgliedern. Wenn sogar solche Kassen derart unter Druck geraten, ist eine weitere Fusionswelle absehbar", betont Armin Czysz vom Internetportal Krankenkassen.de. In Deutschland gebe es nur 10 Krankenkassen mit mehr als 1,7 Millionen Mitgliedern.

Von Oktober 2008 bis September 2009 ist die Zahl der "offenen" Krankenkassen von 161 auf 136 gesunken. Die Zahl der "geschlossenen" Krankenkassen, die nur von Mitarbeitern bestimmter Betriebe gewählt werden können, sank im gleichen Zeitraum von 55 auf 50. Vor zehn Jahren gab es über 600 Krankenkassen in Deutschland.

Die nächsten Schritte sind bereits angekündigt. Am 1. Oktober startet die Novitas BKK in die vierte Fusion innerhalb eines Jahres. Ebenfalls im Oktober werden die Taunus BKK und die BKK Gesundheit verschmelzen. Für Anfang 2010 sind Großfusionen angekündigt. Durch den geplanten Zusammenschluss der AOK Rheinland/Hamburg und der AOK Westfalen-Lippe entsteht eine Krankenkasse mit rund fünf Millionen Mitgliedern. Auch die AOK Brandenburg und die AOK Berlin haben eine Fusion zum 1. Januar beschlossen. Die DAK will mit der Hamburg Münchener Krankenkasse zusammen gehen, die Barmer Ersatzkasse fusioniert mit der Gmünder Ersatzkasse.

Sollte sich die Fusionswelle mit gleicher Geschwindigkeit fortsetzen, würde die Zahl von 100 offenen Krankenkassen im Jahr 2010 unterschritten. Diese Prognose von Krankenkassen.de ist defensiv: Zur Zeit gibt es fast 80 Krankenkassen mit jeweils weniger als 100.000 Mitgliedern. Selbst wenn sich einige mit Nischenangeboten halten können: Die Mehrzahl dieser Krankenkassen werden vom Markt verschwinden. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt wird diese Entwicklung freuen. Schon lange kritisiert sie die hohe Zahl der Krankenkassen in Deutschland. Im August 2009 betonte sie erneut, dass sie 30 bis 50 gesetzliche Krankenkassen in Deutschland für ausreichend halte.

Weitere Informationen:

-Fusionskalender: Dokumentation der Krankenkassen-Fusionenen seit Oktober 2008:
http://www.krankenkassen.de/gesetzliche-krankenkassen/system-gesetzliche-krankenversicherung/fusionen/


-Fusionskalender: Nächste Fusionen bei gesetzlichen Krankenkass:
http://www.krankenkassen.de/gesetzliche-krankenkassen/system-gesetzliche-krankenversicherung/geplante-fusionen/

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