lifePR
Pressemitteilung BoxID: 679758 (Etikette Trainer International (ETI))
  • Etikette Trainer International (ETI)
  • Sonnenau 15
  • 22089 Hamburg
  • https://www.etikette-trainer.de

Muslimische Sitten und Gebräuche

(lifePR) (Hamburg, ) Als Dank für seinen bewegenden Vortrag erhielt der muslimische Referent vom städtischen Vertreter im Beisein aller ein Präsent mit Weinen aus der Region. Unsensibel? Ja.
 
Als Bilder der bemerkenswerten Willkommenskultur um die Welt gingen, sah man wie engagierte Deutsche an die eben angekommenen Geflüchteten neben Obst auch Gebäck und Süßigkeiten verteilten. Toll gemacht aber unsensibel? Ja.
 
Gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit können wir beobachten, dass es noch etliche Unsicherheiten im Zusammenleben mit unseren muslimischen Mitbürgern gibt. Für viele Deutsche ist der Islam eine fremde Religion. Man weiß nie so recht wo Fettnäpfchen lauern. Und andersherum ist es genauso.
 
Das beginnt mit unserer Sitte des Handgebens zur Begrüßung. In der islamischen Kultur geht das, insbesondere von einem Mann zu einer fremden Frau, traditionell gar nicht. Richtig wäre hier eine höfliche mündliche Begrüßung begleitet von einem Kopfnicken. Schuhe werden immer an der Wohnungstür ausgezogen, erst recht, wenn Teppich/Teppichboden zu sehen ist. Denn der wird auch ohne speziellen Gebetsteppich zum Beten genutzt.
 
Wie gehen Muslime mit Weihnachten und seinen vielen Symbolen um? 
"Kulturell angenäherte" Muslime machen es uns ziemlich leicht. Nicht zuletzt durch ihre Kinder ist Weihnachtliches in ihren Alltag gekommen. In Kindergarten und Schule werden Adventskalender gebastelt, Kekse gebacken und Nikoläuse verteilt. Der Besuch eines Weihnachtsmarktes ist normal. Christliche weihnachtliche Merkmale verbinden Muslime mehr mit den Feierlichkeiten des Jahresabschlusses. An Silvester verteilt der „muslimische“ Coca-Cola Weihnachtsmann seine Geschenke unter den Kindern.
 
„Frohe Weihnachten!“ „Schöne Feiertage!“
 Freunden, Bekannten und Arbeitskollegen werden von muslimischer Seite „Schöne Festtage” gewünscht. Das ist unverfänglich und das verstehen alle Religionen. Sensible Christen sprechen ihre Glückwünsche zum Ende des Fastenmonats Ramadan aus - „Eid mubârak“ (arabisch) oder „Bayraminiz mübarek olsun“ (türkisch). Beides bedeutet so viel wie „Gesegnetes Fest“. Diese guten Wünsche werden in Kartenform versendet und online. Fastenbrechenfest und Opferfest sind die wichtigsten Tage im islamischen Kalender. Die genauen Daten müssen jährlich erfragt werden.
 
Aiman A. Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland formuliert es so: „Wir verschicken grundsätzlich Weihnachtsgrüße, genauso wie wir an den hohen jüdischen Feiertagen gratulieren. Ein respektvoller Umgang mit den Nachbarn ist im Sinne des Islam“. Und: „Wir machen einige der deutschen Bräuche mit. An christlichen Ritualen nehmen wir jedoch nicht teil.“ Das Krippenspiel in der Kirche ist also eine Grenze.
 
Eine Weihnachtsgans am ersten Feiertag?
 „Klar genießen wir die manchmal“, verriet eine türkische Nachbarin. „Auch ein Gläschen Raki oder Wein ist absolut vertretbar – nur betrunken zu sein ist beschämend für uns.“
 
Die Geschenke
 Prophet Mohammed sagte: "Macht einander Geschenke, denn ein Geschenk entfernt den Ärger aus der Brust". Auch der Deutsche weiß: "Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft". Koran und Sunna schreiben vor, was Muslime essen und trinken dürfen, Erlaubtes heißt darin Halal und Verbotenes Haram. Halal-zertifizierte Betriebe sind unter http://www.halal-zertifikat.de/ zu finden. Alles was zum Verzehren gedacht ist, muss frei sein von Alkohol, Schweinefleisch, Gelatine und von nicht genau definierten tierischen Fetten. Für Muslime finden sich unerlaubte Bestandteile zum Beispiel in Torten, Schmalzgebäck, Pralinen (Alkohol), Schokoriegeln (Gelatine, Alkohol) und Fruchtgummi. Vegane Lebensmittel machen heutzutage die Auswahl leicht.
 
Was sind passende Geschenke? Ein Präsentkorb zum Beispiel. Gefüllt mit frischem Obst, sehr gutem Tee, eventuell exquisitem Speiseöl und Kräutern. Fertige Gewürzmischungen enthalten unter Umständen verbotene Zutaten. Auch Pflegeprodukte (z. B. Weleda-Kosmetik) sind willkommen. Das berühmteste Wasser der Welt, Eau de Cologne, ist für deutsche ebenso wie für Rosenwasser verwöhnte osmanische Nasen hopp oder top: Entweder angenehm duftend wie „ein italienischer Frühlingsmorgen nach dem Regen mit Aromen von Orangen, Pampelmuse, Bergamotte und Kräutern meiner Heimat" so der Erfinder Johann Maria Farina 1708. Oder ein ziemlich penetrantes Zeug. Also Vorsicht damit – vorher ausloten, wo es passt.
 
Wer tiefer in die Tasche greifen möchte, sollte wissen, dass Männer keine Seide und kein (echtes) Gold tragen dürfen – Frauen aber sehr wohl. Silber ist kein Problem. Topfpflanzen in schönen Gefäßen gehen immer. In der Türkei gibt es keine Blumen, von denen man glaubt, dass sie Unglück bringen. Schnittblumensträuße haben allerdings bei vielen Muslimen einen anderen Stellenwert. Blumen sollen so lange leben, wie es geht – darum sind Topfpflanzen die bessere Wahl.

Etikette Trainer International (ETI)

ETI ist ein Zusammenschluss von internationalen Etikette Trainern, die gesellschaftliche Entwicklungen diskutieren, mit traditionellen Formen vergleichen und gegebenenfalls neue Standards setzen. Diese Empfehlungen werden in Seminaren, Pressegesprächen und Veröffentlichungen transportiert. Alle Mitglieder haben eine qualifizierte Ausbildung in den Bereichen Umgangsformen, Hotellerie, Gastronomie oder Protokoll und bilden sich ständig weiter. Dieses Netzwerk von Spezialisten steht für Aktualität, Kompetenz und Qualität.