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Pressemitteilung BoxID: 526885 (Ernst & Young AG)
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Trotz gutem Dezember-Absatz: Nur schwache Erholung des Neuwagenmarktes im Jahr 2014

(lifePR) (Stuttgart, ) .
- Anstieg der Pkw-Neuzulassungen in Deutschland im Jahr 2014 allein auf steigende gewerbliche Zulassungen zurückzuführen
- Neuwagenkäufe privater Verbraucher sanken bis November um 2 Prozent
- Anteil privater Neuwagenkäufe auf niedrigstem Niveau seit 2000
- Ausblick 2015: Marktwachstum um maximal 2 Prozent

Peter Fuß, Partner bei EY:

"Die gute Nachricht ist, dass der deutsche Pkw-Markt im Jahr 2014 um 2,9 Prozent gewachsen ist - die schlechte, dass damit der Rückgang des Vorjahres von 4,2 Prozent nicht aufgeholt werden konnte. Die Zahl der verkauften Neuwagen lag 2014 zwar über dem Niveau von 2013, aber um etwa 45.000 unter dem Wert von 2012.

Grund für die - trotz der guten Entwicklung im Dezember - relativ schwache Entwicklung des deutschen Automarktes ist der anhaltende Schwund bei den privaten Neuwagenkäufen, die 2014 auf ein neues Rekord-Tief sanken. Die Zahl der Neuwagenkäufe von Privatpersonen ging - im Zeitraum Januar bis November1 - gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 2 Prozent auf 1,02 Millionen zurück - das ist der niedrigste Wert seit dem Jahr 20002.

Auch der Anteil der privaten Neuwagenkäufe an den gesamten Neuzulassungen in Deutschland erreichte mit 36,4 Prozent einen neuen historischen Tiefstand. Zum Vergleich: Im Gesamtjahr 2013 lag er bei 37,9 Prozent, im Jahr 2000 wurde sogar noch gut jeder zweite Pkw auf private Halter zugelassen.

Trotz der guten Arbeitsmarktlage und steigender Reallöhne kaufen also immer weniger Bundesbürger einen Neuwagen - da helfen offenbar auch die extrem günstigen Finanzierungsbedingungen und die anhaltend hohen Rabatte nicht weiter. Die Gründe für die Kaufzurückhaltung der Deutschen sind vielfältig: Die steigende Qualität und damit Lebensdauer der Autos sorgen für einen sinkenden Ersatzbedarf. Und auch das Aufkommen zusätzlicher Mobilitätsangebote wie Car-Sharing oder Fernbusse sorgen für eine sinkende Attraktivität des eigenen Pkw - gerade unter Jüngeren und Stadtbewohnern. Zusätzlich dürfte die steigende Zahl von Dienstwagen eine Rolle spielen, die zumeist auch privat genutzt werden. Hinzu kommen die Eigenzulassungen von Herstellern und Händlern, die anschließend als finanziell attraktivere junge Gebrauchte auf den Markt drängen.

Die überraschend investitionsfreudigen Unternehmen haben den deutschen Automarkt im vergangenen Jahr vor einem weiteren Rückgang bewahrt: Die Neuzulassungen auf Unternehmen - ohne taktische Zulassungen - stiegen im Zeitraum Januar bis November 2014 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um bemerkenswerte 8 Prozent."

Ausblick:

"Angesichts der aktuell eher trüben weltweiten Konjunkturaussichten erscheint es unwahrscheinlich, dass sich die gewerblichen Zulassungen in den kommenden Monaten weiter so positiv entwickeln werden wie im vergangenen Jahr. Stattdessen dürften viele Unternehmen wieder einen Sparkurs einschlagen und auch bei Dienstwagen den Rotstift ansetzen. Damit könnte dem deutschen Automarkt seine wichtigste Stütze abhanden kommen. Auch Privatpersonen dürften sich weiter beim Neuwagenkauf zurückhalten. Entsprechend rechnen wir für 2015 nur mit einem geringfügigen Anstieg der Neuzulassungen um 1 bis 2 Prozent."

1 Keine Zahlen für Dezember 2014 verfügbar
2 Keine Werte für frühere Jahre verfügbar