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Pressemitteilung BoxID: 516239 (Ernst & Young AG)
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Konjunkturflaute bedroht Erholung auf dem europäischen Automarkt

(lifePR) (Stuttgart, ) .
- EU-Neuwagenmarkt wächst im September kalenderbereinigt um 2,3 Prozent
- Deutsche Hersteller: plus 6,1 Prozent seit Januar - Marktanteil weiter auf Rekordniveau
- Französische und japanische Hersteller mit stärkstem Zuwachs
- Schwache Konjunkturaussichten werden Automarkt zunehmend belasten

Vor allem dank eines zusätzlichen Verkaufstages legte der europäische Neuwagenmarkt im September um 6,4 Prozent zu -kalenderbereinigt lag das Plus hingegen nur bei 2,3 Prozent.

"Der europäische Neuwagenmarkt arbeitet sich nur sehr langsam aus der Krise", kommentiert Peter Fuß, Partner bei EY. Nachdem die Neuzulassungen EU-weit im ersten Quartal dieses Jahres noch um 8,4 Prozent gestiegen waren, betrug das Plus im abgelaufenen dritten Quartal nur 5,1 Prozent. "Die Erholung des Marktes verliert an Schwung", stellt Fuß fest. Nach seiner Einschätzung muss sich die Branche in den kommenden Monaten auf eine weitere Abschwächung des Wachstums einstellen: "Die Konjunkturaussichten haben sich zuletzt massiv verdüstert, was die Autobranche zusätzlich belasten wird. Denn wenn das Beschäftigungswachstum in Europa stockt und die Unternehmen weniger investieren, wird sich das unmittelbar auf die Pkw-Neuzulassungen auswirken".

Von den vier größten westeuropäischen Automärkten - Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Italien - weist nur der britische Markt im bisherigen Jahresverlauf ein nennenswertes Wachstum auf (+9,1 Prozent). Das schwache Plus in Deutschland (+2,9 Prozent) ist ausschließlich gewerblichen Käufern zu verdanken, die im bisherigen Jahresverlauf um 5,6 Prozent zulegten. Die Zahl der privaten Neuwagenkäufe ist hingegen hierzulande weiter rückläufig (-1,3 Prozent).

Erfreulich ist hingegen die anhaltend positive Entwicklung in Spanien, dem fünftgrößten Absatzmarkt in der EU, die allerdings zum großen Teil durch die nun schon seit einem Jahr dort bestehende Abwrackprämien befeuert wird.

Im kommenden Jahr werden aber wohl sowohl Spanien als auch Großbritannien als Wachstumstreiber ausfallen, da - im Fall Großbritanniens - bereits ein hohes Niveau erreicht ist, auf dem weiteres Wachstum schwierig sein wird. Und in Spanien wird sich die Abwrackprämie nicht mehr als Wachstumstreiber in der Statistik niederschlagen, da der entsprechende Effekt schon in den Vorjahreszahlen enthalten ist

Immerhin: Die bisherigen Krisenländer Spanien, Portugal, Griechenland und Irland wachsen wieder zweistellig - allerdings von einer extrem niedrigen Ausgangsbasis. Ebenfalls positiv zu bewerten: EU-weit war der September der dreizehnte Monat in Folge mit einer positiven Wachstumsrate.

Nach Fuß' Prognose wird der Neuwagenmarkt EU-weit im Gesamtjahr maximal um 5 Prozent zulegen - nach einem Rückgang um 10 Prozent in den beiden Vorjahren. Für Deutschland muss die Prognose wohl von 4 auf 3 Prozent nach unten korrigiert werden. Sein Fazit: "Der Aufschwung auf dem europäischen Automarkt bleibt schwach und anfällig für einen erneuten konjunkturellen Rückschlag, der heute wieder sehr wahrscheinlich erscheint. Denn Deutschland fällt aktuell als Konjunkturlokomotive aus, Frankreich stagniert, Italien steckt sogar wieder in der Rezession. Eine baldige und nachhaltige Erholung des Neuwagenmarktes ist daher sehr unwahrscheinlich".

Bei der Betrachtung der aktuellen Marktentwicklung in Europa müsse zudem das außerordentlich niedrige Ausgangsniveau berücksichtigt werden, so Fuß: "Die derzeitigen Wachstumsraten auf dem europäischen Automarkt relativieren sich angesichts des massiven Einbruchs in den Vorjahren. So wurden im bisherigen Jahresverlauf in der EU zwar 6,1 Prozent mehr Autos verkauft als 2013 - aber gut ein Sechstel (16 Prozent) weniger als im Jahr 2008." In absoluten Zahlen: In den ersten neun Monaten des Jahres 2014 wurden EU-weit 1,8 Millionen Autos weniger verkauft als im Vergleichszeitraum des Jahres 2008.

Französische Hersteller profitieren - Marktanteil deutscher Konzerne weiter auf hohem Niveau

Von der leichten Erholung auf dem europäischen Automarkt können vor allem die französischen Hersteller profitieren: Im bisherigen Jahresverlauf konnten sie ihren Absatz um knapp 10 Prozent steigern - angetrieben vor allem vom starken Wachstum der Marke Dacia, die mit 29 Prozent im Plus liegt. Auch die japanischen Hersteller - allen voran Mitsubishi und Mazda - haben überdurchschnittlich gut abgeschnitten und steigerten ihre Verkäufe um 9 Prozent.

Während der Marktanteil des Volkswagenkonzerns in den ersten acht Mona-ten dieses Jahres von 24,8 auf 25,2 weiter stieg, verzeichneten BMW und Daimler leichte Rückgänge: von 6,4 auf 6,2 Prozent bzw. von 5,6 auf 5,4 Prozent.

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