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Pressemitteilung BoxID: 539663 (Ernst & Young AG)
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Deutscher Automarkt bleibt auf Wachstumsspur

(lifePR) (Stuttgart, ) .
- Boom bei Geschäftswagen hält an: Anstieg der gewerblichen Zulassungen um elf Prozent im April
- Aber auch taktische Zulassungen zuletzt stark gestiegen
- Weniger private Neuwagenkäufe: Neuzulassungen auf Privatpersonen um ein Prozent gesunken

Peter Fuß, Partner bei EY: "Angetrieben von positiven Konjunkturaussichten und niedrigen Energiepreisen hat der deutsche Neuwagenmarkt im April abermals deutlich - um 6,3 Prozent - zugelegt. Vor allem gewerbliche Halter trugen mit einem Plus von elf Prozent (bisheriger Jahresverlauf: elf Prozent) zu diesem starken Aufschwung bei. Die Zahl der gewerblichen Neuwagenkäufe lag im April bei etwa 188.000 - der höchste April- Wert seit mindestens 20081.

Rückläufig waren hingegen einmal mehr die Neuwagenkäufe von Privatpersonen: Die Zahl der auf private Halter neu zugelassenen Pkw sank im April um ein Prozent - im bisherigen Jahresverlauf lagen die privaten Neuwagenkäufe ebenfalls um ein Prozent unter dem Vorjahreswert.

Hauptgründe für die insgesamt dennoch anhaltend positive Entwicklung auf dem deutschen Neuwagenmarkt sind die hohe Investitionsbereitschaft der Unternehmen, die sehr gute Arbeitsmarktlage, die dank niedriger Inflation steigenden Reallöhne, das niedrige Zinsniveau und die nach wie vor relativ niedrigen Benzinpreise.

Als hilfreich erweist sich zudem, dass internationale Krisen und kriegerische Auseinandersetzungen - insbesondere in Griechenland und der Ukraine - etwas in den Hintergrund gerückt sind.

Deutscher Neuwagenmarkt wächst 2015 um fünf Prozent

Der Trend auf dem deutschen Automarkt zeigt aktuell also eindeutig nach oben: Für das Gesamtjahr haben wir unsere Absatzprognose von drei auf fünf Prozent nach oben korrigiert. Mit etwa 3,2 Millionen verkauften Neuwagen dürfte 2015 das stärkste Jahr seit 2009 - dem Jahr der Abwrackprämie - werden.

Diese Prognose steht allerdings unter dem Vorbehalt, dass weiterhin eine Eskalation der Eurokrise - Stichwort Grexit - und eine Ausweitung des Ukraine-Konflikts vermieden werden kann. Andernfalls könnten sich die Kauf-laune der deutschen Konsumenten und die Investitionsbereitschaft der Unternehmen schnell wieder eintrüben. Aktuell stehen in der deutschen Wirtschaft allerdings die Zeichen auf Wachstum: Der niedrige Eurokurs wird in diesem Jahr der stark exportorientierten deutschen Wirtschaft einen kräftigen Schub geben, die Arbeitslosigkeit dürfte weiter sinken, die Beschäftigung weiter steigen.

Taktische Zulassungen stark gestiegen

Zumindest teilweise ist das starke Plus bei den gewerblichen Zulassungen auf die gestiegene Zahl sogenannter taktischen Zulassungen zurückzuführen. Taktische Zulassungen sind Eigenzulassungen der Hersteller und Autohändler, die zum Teil als Vorführwagen genutzt werden, die vielfach aber auch als Tageszulassungen oder junge Gebrauchte von Privatpersonen gekauft werden - mit kräftigem Preisabschlag. So stieg die Zahl taktischer Zulassungen im ersten Quartal dieses Jahres2 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 12 Prozent und damit deutlich stärker als der Gesamtmarkt, der in diesem Zeitraum nur um gut sechs Prozent zulegte. Der Anteil der taktischen Zulassungen an allen Pkw-Neuzulassungen stieg von 23,3 auf 24,5 Prozent.

Die Autobranche setzt also trotz der positiven Entwicklung auf dem deutschen Markt weiter stark auf taktische Zulassungen, um die Verkäufe anzukurbeln. Das deutet auf einen nach wie vor massiven - und stark über den Preis ausgetragenen - Wettbewerb auf dem deutschen Pkw-Absatzmarkt hin - mit entsprechend negativen Folgen für die Margen der Branche.

Übrigens: Der schon seit mehreren Monaten andauernde Anstieg der gewerblichen Zulassungen ist nicht nur auf den Anstieg der taktischen Zulassungen zurückzuführen: Bereinigt um taktische Zulassungen stiegen die gewerblichen Zulassungen im ersten Quartal immerhin um 10 Prozent.

1 Für die Vorjahresmonate liegen keine Daten vor
2 Zahlen für April 2015 liegen noch nicht vor