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Pressemitteilung BoxID: 161147 (Ernst & Young AG)
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Dax-Unternehmen halten sich in der Krise stabil - dank striktem Sparkurs

Ernst & Young: Analyse der Bilanzen der Dax-30-Unternehmen

(lifePR) (Stuttgart, ) .
- Umsatzrückgang um 10 Prozent - Gewinn sinkt nur um 3 Prozent
- Umsatzrendite steigt, Steuerzahlungen sinken
- Mitarbeiterzahl sinkt in Deutschland stärker als im Ausland
- Für 2010 deutliche Verbesserung der Gewinnsituation absehbar

Die im Dax-30 gelisteten Unternehmen konnten sich im Geschäftsjahr 2009 erfolgreich gegen die Krise stemmen. So sank der Gewinn nur leicht um 3 Prozent, und die durchschnittliche Umsatzrendite stieg sogar von 2,7 auf 2,9 Prozent. Auch die durchschnittliche Eigenkapitalquote erhöhte sich - von 28,4 auf 30,3 Prozent. Der Gesamtumsatz der im Dax vertretenen Unternehmen ging hingegen deutlich zurück. Er belief sich 2009 auf 1.034 Milliarden Euro - zehn Prozent weniger als im Vorjahr (1) . Das sind Ergebnisse einer Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young, die auf einer Analyse der Geschäftsberichte der im Deutschen Aktien Index (Dax) gelisteten Unternehmen beruht.

Belegschaft in Deutschland schrumpft überproportional stark

Die Zahl der weltweit bei Dax-Unternehmen beschäftigten Mitarbeiter sank um 2 Prozent auf 3,67 Millionen. 20 der 30 Unternehmen reduzierten die Zahl der Beschäftigten, die übrigen Unternehmen beschäftigten 2009 mehr Mitarbeiter als im Vorjahr. In Deutschland sank die Beschäftigung überdurchschnittlich stark - um 3,8 Prozent -, während die Belegschaft im Ausland nur um 1,2 Prozent schrumpfte.

Während die Dax-Unternehmen nur gut ein Viertel des Umsatzes (28 Prozent) in Deutschland erwirtschaften, sind immerhin 42 Prozent der Mitarbeiter in Deutschland beschäftigt - allerdings mit sinkender Tendenz: 2008 waren noch 43 Prozent der Mitarbeiter in Deutschland beschäftigt.

Geringer Gewinnrückgang

Trotz des deutlichen Umsatzrückgangs von 10 Prozent konnten die Dax-Unternehmen den Gewinnrückgang in Grenzen halten. Insgesamt reduzierte sich der Gewinn aller Dax-Unternehmen um 3 Prozent bzw. 1,5 Milliarden Euro auf knapp 44 Milliarden Euro. Immerhin zehn Unternehmen konnten allerdings einen Anstieg des Jahresüberschusses vermelden. Einen Verlust haben 7 der 30 Unternehmen ausgewiesen.

Die durchschnittliche Umsatzrendite (Jahresüberschuss nach Steuern / Umsatz) der Dax-Unternehmen stieg leicht - von 2,7 auf 2,9 Prozent -, was allerdings vor allem auf die sehr positive Entwicklung bei Infineon zurückzuführen ist. Die Mehrzahl der Dax-Unternehmen (21) verzeichnete im Geschäftsjahr 2009 hingegen eine niedrigere Umsatzrendite als im Vorjahr.

Gürtel enger geschnallt und Investitionen heruntergefahren

"Die Unternehmen haben unmittelbar nach Ausbruch der Krise massiv auf die Kostenbremse getreten", stellt Hendrik Hollweg, Mitglied der Geschäftsführung von Ernst & Young Deutschland, fest. "Alles kam auf den Prüfstand, nicht unmittelbar benötigten Ausgaben wurden radikal heruntergefahren. So konnten die Unternehmen verhindern, dass sich der erhebliche Umsatzrückgang zu einer existenzbedrohenden Krise entwickelte." Gespart wurde nicht nur an Reisekosten, Fortbildungen, Prämien, (weitere Beispiele?) sondern vor allem auch bei den Investitionen: Die Dax-30-Unternehmen reduzierten ihre Investitionsausgaben um 21,6 Milliarden Euro bzw. 20 Prozent auf 84,8 Milliarden Euro.

"Das Herunterfahren der Investitionen war notwendig, um die Liquidität und Profitabilität zu erhalten", stellt Hollweg fest. Inzwischen hätten sich das wirtschaftliche Umfeld und die Perspektiven aber stark verbessert, was dazu führe, dass auch wieder verstärkt investiert werde: "Die Unternehmen verlassen den Krisenmodus. Sie sehen wieder neue Chancen und ergreifen sie. Dank der Einsparmaßnahmen haben sie auch wieder die finanziellen Mittel dazu." Dass die Investitionen jetzt wieder gesteigert werden, sei auch dringend nötig, so Hollweg: "Den Unternehmen bleibt gar nichts anderes übrig, als nun wieder verstärkt zu investieren - vor allem in Forschung und Entwicklung. Denn Kostensenkungsmaßnahmen allein reichen nicht aus, um wettbewerbsfähig zu bleiben". Zudem gibt Hollweg zu bedenken: "Weltweit bringen sich die Unternehmen längst wieder für den Aufschwung in Stellung. Da dürfen Deutschlands Top-Konzerne nicht den Anschluss verpassen."

Weniger Steuern gezahlt, Eigenkapitalquote erhöht

Die gesunkenen Gewinne führten zu niedrigeren Steuerzahlungen - sowohl in Deutschland als auch im Ausland. Allerdings sanken die Steuerzahlungen deutlich stärker als die Gewinne. So ging der weltweite Ertragsteueraufwand (ohne latente Steuern) der Dax-Unternehmen 2009 um 7 Prozent bzw. 1,3 Milliarden Euro auf 18,4 Milliarden Euro zurück. Aufschlussreich sind die Angaben zum laufenden Steueraufwand in Deutschland, die allerdings nur 18 Unternehmen machen: Demnach gingen die Zahlungen an den deutschen Fiskus überdurchschnittlich stark - um 22 Prozent - zurück. Im Ausland sank der Ertragsteueraufwand hingegen nur um 13 Prozent.

Die durchschnittliche Eigenkapitalquote konnten die Dax-Unternehmen im Verlauf des vergangenen Jahres leicht erhöhen - um 1,9 Prozentpunkte auf durchschnittlich 30,3 Prozent.

"Insgesamt haben Deutschlands Top-Konzerne die Krise überraschend gut überstanden", urteilt Hollweg. "Der dramatische Rückgang der weltweiten Nachfrage hat sich nicht in dem Ausmaß auf die Bilanzen ausgewirkt, wie man zunächst befürchten musste". Derzeit erholt sich die Konjunktur weltweit wieder - vor allem die Schwellenländer und auch die Vereinigten Staaten erweisen sich einmal mehr als wichtige Treiber der weltweiten Konjunkturentwicklung. Deutschland als stark exportorientiertes Land werde von der deutlich gestiegenen Auslandsnachfrage stark profitieren, erwartet Hollweg: "Die Auftragseingänge vor allem aus dem Ausland steigen wieder deutlich an. Im Jahr 2010 werden wir voraussichtlich ein starkes Gewinnwachstum bei den Dax-Konzernen sehen. Vieles spricht dafür, dass Deutschlands Top-Konzerne gestärkt aus dieser Krise hervorgehen".

(1) Bei Banken und Versicherungen wurden anstelle der Umsatzerlöse Zins- und Provisionserträge bzw. gebuchte Brutto-Beiträge herangezogen.

Ernst & Young AG

Ernst & Young* ist eine der drei großen deutschen Prüfungs- und Beratungsorganisationen. In der Steuerberatung ist Ernst & Young deutscher Marktführer. Ernst & Young beschäftigt rund 7.150 Mitarbeiter an 22 Standorten und erzielte im Geschäftsjahr 2008/2009 einen Umsatz von 1,12 Milliarden Euro. Gemeinsam mit den 144.000 Mitarbeitern der internationalen Ernst & Young-Organisation betreut Ernst & Young Mandanten überall auf der Welt.

Ernst & Young bietet sowohl großen als auch mittelständischen Unternehmen ein umfangreiches Portfolio von Dienstleistungen an: Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Transaktionsberatung, Advisory Services und Immobilienberatung.

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