lifePR
Pressemitteilung BoxID: 538253 (Ernst & Young AG)
  • Ernst & Young AG
  • Mittlerer Pfad 15
  • 70499 Stuttgart
  • http://www.de.ey.com
  • Ansprechpartner
  • Dag-Stefan Rittmeister
  • +49 (711) 9881-15980

DAX-Konzerne mehrheitlich in ausländischer Hand - Anteil deutscher Investoren sinkt weiter

(lifePR) (Stuttgart, ) .
- Ausländische Investoren besitzen 56 Prozent der DAX-Aktien - Tendenz weiter steigend
- Anteil deutscher Investoren sinkt von 37 auf 36 Prozent
- Großteil der DAX-Aktien im Besitz institutioneller Investoren

Vom aktuellen Höhenflug der DAX-Konzerne an den Börsen profitieren vor allem ausländische Anleger: Mehr als jede zweite Aktie der DAX-Unternehmen[1] (56 Prozent) liegt in Depots ausländischer Investoren. Aktionäre aus Deutschland hielten im Geschäftsjahr 2014 nur noch 36 Prozent der Aktien, im Vorjahr waren es 37 Prozent – acht Prozent der Aktien können keiner Region zugeordnet werden. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Anteil ausländischer Investoren weiter gestiegen: von 54 auf 56 Prozent.

Bei sechs DAX-Unternehmen sind sogar mehr als 70 Prozent der ausgegebenen Aktien in ausländischer Hand (Deutsche Börse, Linde, Infineon, Lanxess, Bayer und Merck), insgesamt 21 Unternehmen sind zu mindestens 50 Prozent im Besitz ausländischer Aktionäre. Den geringsten Anteil ausländischer Aktionäre weisen Henkel, BMW und Lufthansa auf.

Das sind Ergebnisse einer aktuellen EY-Analyse der Aktionärsstruktur der im Deutschen Aktienindex (DAX) gelisteten Unternehmen.

„Das Interesse ausländischer Investoren an deutschen Top-Unternehmen ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen – trotz der schwachen Konjunkturentwicklung in Europa und trotz der schwelenden Schuldenkrise in der Eurozone“, stellt Martin Steinbach, Leiter des Bereichs IPO and Listing Services bei EY, fest. „Das anhaltend starke Engagement ausländischer Investoren beweist, wie sehr die deutschen Konzerne auf dem Weltmarkt geschätzt werden. Zudem zeigt es die Sichtbarkeit, Internationalität und Reichweite des deutschen Finanzplatzes. Wenn ausländische Anleger in Aktien deutscher Top-Konzerne investieren, demonstrieren sie damit auch ihr Vertrauen, dass die DAX-Konzerne auch morgen noch weltweit in der obersten Liga mitspielen“.

Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Anteil ausländischer Investoren bei 18 DAX-Konzernen, nur bei zehn Unternehmen war der Auslandsanteil rückläufig. Besonders stark gesunken ist der Anteil ausländischer Anteilseigner bei Munich Re (um acht Prozentpunkte) sowie bei Fresenius Medical Care und der Deutschen Bank (jeweils um sieben Prozentpunkte). Deutlich erhöht haben ausländische Investoren ihr Engagement bei Infineon (um 18 Prozentpunkte), ThyssenKrupp (um 14 Prozentpunkte) und Siemens (um acht Prozentpunkte).

Vor allem im langfristigen Vergleich wird deutlich, wie stark ausländische Anleger ihr Engagement im DAX-Segment ausgebaut haben: Bei den 23 Unternehmen, deren Daten den Vergleich mit dem Jahr 2005 zulassen, stieg der Anteil ausländischer Anteilseigner von durchschnittlich 45 Prozent im Jahr 2005 auf 59 Prozent im Geschäftsjahr 2014.

Europäische Investoren vor US-Anlegern

Vor allem europäische Anleger sind traditionell stark bei den DAX-Konzernen engagiert: Durchschnittlich 27 Prozent der Aktien der DAX-Unternehmen befinden sich im Besitz europäischer Anleger – 2010 lag ihr Anteil noch bei 25 Prozent. Doch auch das Interesse der Anleger aus den USA bzw. aus Nordamerika an den DAX-Unternehmen steigt: Sie halten aktuell durchschnittlich 21 Prozent der von den Konzernen ausgegebenen Aktien – 2010 waren es noch 19 Prozent.

Im laufenden Jahr dürfte der Anteil ausländischer Investoren weiter steigen – vor allem angelsächsische Anleger werden ihr Engagement erhöhen, erwartet Steinbach: „Der schwache Euro macht Investitionen in deutsche Blue Chips gerade für US- und britische Investoren besonders interessant. Und angesichts der Konjunkturerholung in der Eurozone, von der deutsche Unternehmen besonders stark profitieren können, dürften sich die deutschen Top Unternehmen im laufenden Jahr mehrheitlich gut entwickeln“.

Privatanleger in der Minderheit

Der Großteil der DAX-Aktien ist im Besitz institutioneller Anleger, dazu zählen etwa Kreditinstitute, Investmentgesellschaften oder Versicherungen: Sie halten im Schnitt mehr als sechs von zehn Aktien (64 Prozent). Private Investoren sind nur mit 13 Prozent vertreten, strategische Investoren wie Familien oder Unternehmen halten ebenfalls 13 Prozent der Aktien. Das Engagement des Bundes, der KfW-Bankengruppe sowie eigene Aktien spielen insgesamt kaum eine Rolle (vier Prozent).

Die Dax-Konzerne befinden sich mehrheitlich im Streubesitz: Acht von zehn Aktien (82 Prozent) der deutschen DAX-Unternehmen stehen dem freien Handel an der Börse zur Verfügung. Lediglich 18 Prozent der Wertpapiere sind als Festbesitz Großanlegern zuzuordnen – im Vergleich zum Vorjahr hat sich keine nennenswerte Änderung ergeben.

Unternehmen mit einem verhältnismäßig niedrigen Streubesitz sind Volkswagen (39 Prozent), BMW (49 Prozent) und Continental (54 Prozent) – alles Unternehmen aus der Automobilbranche – sowie der Konsumgüterhersteller Beiersdorf (40 Prozent).

„Dass die überwiegende Zahl der Aktien im Streubesitz ist, kann für die Unternehmen eine Herausforderung sein“, betont Steinbach. „Der Handel mit Anteilen an diesen Unternehmen kann relativ volatil sein, die Investorenansprache recht aufwändig. Andererseits macht es das Unternehmen aber auch unabhängiger von den Entscheidungen einzelner Großanleger.“

[1] DAX: eingetragene Marke der Deutsche Börse AG