Montag, 20. November 2017


  • Pressemitteilung BoxID 680497

Ende Gelände-Aktivist*innen beenden erfolgreiche Aktion zivilen Ungehorsams im Hambacher Tagebau

Kohlebagger und Kohleband standen still / Internationale Klimabewegung erreicht selbst gestecktes Ziel

Buir, (lifePR) - Das Bündnis Ende Gelände erklärte die Massenaktion im Tagebau Hambach für beendet. Die Klimaaktivist*innen, die nach einer angemeldeten Demonstration am Morgen in den Tagebau hinabstiegen, stoppten mehrere Kohlebagger und ein Förderband. Mit ihrer Aktion setzten viele tausend Menschen ihre Forderung nach einem sofortigem Kohleausstieg selbst in die Tat um und damit ein starkes Zeichen für Klimagerechtigkeit. „Mit dieser direkten Aktion demaskieren wir im Vorfeld der Weltklimakonferenz die deutsche Klimapolitik als Farce. Alles Gerede über Klimaschutz ist Heuchelei, solange fossile Energien nicht im Boden bleiben. Deutschland und der globale Norden müssen sich ihrer historischen Verantwortung stellen und die Klimakatastrophe aufhalten“, sagte Janna Aljets, Pressesprecherin von Ende Gelände.

Der Protest ist getragen von breiter gesellschaftlicher Unterstützung. Viele Einwohner*innen beteiligten sich an den Demonstrationen im Vorfeld der Aktion, hunderte von Menschen in Köln und Bonn öffneten ihre Häuser, damit Aktivist*innen bei ihnen übernachten konnten. Viele NGOs und zivilgesellschaftliche Gruppen erklärten ihre Solidarität mit Ende Gelände. Die Pacific Climate Warriors, eine Gruppe von Klimaschützer*innen verschiedener pazifischer Inselstaaten, führten am Morgen eine solidarische, kulturelle Zeremonie in Tagebau Nähe durch.

„Der heutige Tag hat gezeigt, wie international die Bewegung gegen Kohle und andere fossile Energieträger ist. In der Grube standen Klimaaktivistinnen und -aktivisten aus der ganzen Welt solidarisch in ihrem Protest vereint. Auch ziviler Ungehorsam gegen Braunkohle hat eine breite Basis in der Bevölkerung“, so Dorothee Häußermann, Pressesprecherin von Ende Gelände. „Wir sind in den Wohnzimmern der Menschen angekommen.“

Die Polizei reagierte zunächst zurückhaltend auf den Start der Aktion massenhaften zivilen Ungehorsams. Auf dem Weg in die Grube konnten konfrontative Situationen vermieden werden. In der Grube eskalierte die Polizei jedoch, indem sie mit einer Reiterstaffel in eine Gruppe von Aktivist*innen hineinritt und sitzende Personen mit Pfefferspray angriff. Hierzu der parlamentarische Beobachter, Lorenz Gösta Beutin, Bundestagsabgeordneter der Fraktion die LINKE: „Die Polizei, insbesondere die Reiterstaffel, hat während der Aktion unverhältnismäßig Gewalt angewendet.“ Imke Byl, beobachtende Landtagsabgeordnete der Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen in Niedersachsen, kommentiert: „Mein schleswig-holsteinischer Kollege Lasse Petersdotter und ich haben tanzende und singende Aktivistinnen und Aktivisten erlebt, die sich auch nicht durch die zeitweise Gewalt der Polizei nicht haben provozieren lassen. Stattdessen blieben sie bei ihrem kreativen und friedlichen Protest.“

Die Aktion hat im Vorfeld des Klimagipfels gezeigt, wie Klimaschutz praktisch aussieht. Auch wenn die heutige Aktion für beendet erklärt ist, werden Klimaschützer*innen aus der ganzen Welt den Protest auf unterschiedliche Art und Weise fortsetzen.

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

4.000 neue Bäume für die Region

, Energie & Umwelt, Taunus Sparkasse

Kunden und Berater der Taunus Sparkasse in Gummistiefeln und mit Spaten -unter dem Motto „Wir schaffen Grünes“ pflanzen sie Bäume. Seit 2011...

Alle Jahre wieder im November: Nachfrage nach XXL-Bäumen ungebremst

, Energie & Umwelt, Niedersächsische Landesforsten

Die Niedersächsischen Landesforsten sind ein Hauptlieferant für übergroße Weihnachtsbäume in Deutschland. Die Ernte von insgesamt vier XXL-Fichten...

Großer Stein und Kaninchenwerder wieder offen für Wassersportler

, Energie & Umwelt, Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur

Die Naturschutzgebiete "Ziegelwerder" sowie "Kaninchenwerder und Großer Stein im Schweriner See" sind wieder offen für Wassersportler. Das Bundesministerium...

Disclaimer