Montag, 25. September 2017


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Baufeld B1 | Kultur + Wohnen: Vorstellung der Ergebnisse des siebten Realisierungswettbewerbs im Urbanen Leben am Papierbach

Starnberg, (lifePR) - Wettbewerbsaufgabe Architekturwettbewerb Baufeld B1 | Kultur + Wohnen

Die Ausloberin des Realisierungswettbewerbes, die ehret+klein Real Estate Competence GmbH, beabsichtigt, auf dem Gelände der ehemaligen Pflugfabrik in Landsberg am Lech ein neues innerstädtisches Quartier zu entwickeln.
Das Baufeld B1 liegt im südöstlichen Quadranten des neu entstehenden Quartiers Am Papierbach. Die Wettbewerbsaufgabe beinhaltet die gestalterisch, funktional und wirtschaftlich überzeugende Planung eines herausragenden Gebäudekomplexes für kulturelle Nutzungen – mit eigener Identität und eigenständiger, markanter Adresse.
Das ehemals mit Betriebsgebäuden und Hallen bebaute Gebiet soll Erinnerungsmerkmale aufweisen, die den Wandel des Gesamtareals von seiner industriellen Prägung zum zeitgemäßen, innerstädtischen Wohnquartier thematisieren. Die Räume für kulturelle Nutzungen sind nach einem bedarfsgerechten, multifunktionalen Konzept zu anzulegen, um vielfältige und variable Einzel- und/oder Dauernutzungen zu erlauben. In den oberen Geschossen sol-len Wohnungen mit integrierten Arbeitsräumen/ Ateliers für Personen der Kreativwirtschaft entstehen.

Anforderungen an die Teilnehmer

- Lageplan des Baufeldes B1 mit Darstellung und Gliederung in Gebäude-, Verkehrs-, Frei- und Grünflächen, Darstellung der Dachflächen sowie Darstellung der Außenraumbezüge der Nutzungen (ggfs. Freilichtbühne)
- Grundrisse aller für den Entwurf maßgeblichen Geschosse
- Grundrisse Tiefgaragengeschosse mit Darstellung der Stellplätze, Zufahrten, Zugänge (Verknüpfungen TG, Kultureinrichtungen und Wohnen in den Obergeschossen)
- Alle für den Entwurf maßgeblichen Systemschnitte der Gebäude mit Anbindung an die Dachflächen
- Fassadenschnitte von vier relevanten Ansichten
- Erläuterungsbericht zu Konstruktion, Materialität und Wirtschaftlichkeit
- Zwei perspektivische Darstellungen zur Erläuterung des Entwurfsgedankens als Außen- bzw. Innenraumperspektive

Auszüge aus dem Juryprotokoll über die Beurteilungskriterien sowie die Begründung für den 1. Preisträger

„Es wird festgestellt, dass die Entwürfe insgesamt eine hohe Qualität aufweisen. Aus der Diskussion der Erkenntnisse des Informationsrundganges ergeben sich folgende, die Beurteilungskriterien der Auslobung vertiefende Fragestellungen:
- Auftakt des Quartiers am östlichen Eingang des Lechbogens/ Besonderheit des Stadtbausteins
- Interpretation und Umsetzung des städtebaulichen Gesamtkonzepts
- Körnung und Atmosphäre des neuen Stadtbausteins
- Bezug zur Industriegeschichte des Ortes
- Baukörperliche Ausgestaltung/ Adressbildung und Materialität
- Verknüpfung der unterschiedlichen Nutzungsschwerpunkte (kulturelle Nutzung, Seminarbereich und Wohnnutzung)
- Umgang mit öffentlichen/ halböffentlichen und privaten Bereichen
- Konstruktiver Umgang mit den unterschiedlichen Strukturen
- Qualität der Wohnungen bzw. der Künstlerateliers
- Funktionalität des Veranstaltungsbereiches
- Qualität der Erschließung und Erschließungskerne

Die Arbeit mit der Tarnzahl 1002 „sucht einen lokal verankerten Ansatz und findet diesen in der kleinteiligen Altstadtstruktur und den industriellen Sheddächern. Aus beidem entsteht eine hybride Dachlandschaft, die sich eigenständig behauptet und dem Wunsch der Stadt nachkommt, eine Reminiszenz an den Industrie-standort zu liefern. Die dabei dargestellte Ablesbarkeit von Einzelgebäuden konterkariert zwar die angestrebte Baukörperauffassung eines homogenen, kraftvollen Bausteines am Beginn des Lechbogens, kann aber bei gleich-förmig umlaufender Oberfläche, nämlich ohne Fugen, ohne weiteres entsprechen. Der von zwei Seiten gut zugängliche Innenhof auf dem Sockelgeschoß stellt eine überzeugende Bereicherung des Freiraumangebotes dar.
Die strukturierte Großform verknüpft geschickt Kultur, Kreativarbeit und Wohnen, sowohl in funktioneller wie auch in atmosphärischer Hinsicht repräsentiert sie den gewünschten Kreativ-Hub. Der typologische Hybrid gibt sich nach außen hin homogen, im Inneren birgt die Blockrandbebauung, unterbrochen durch die zwei Freitreppen nach Ost und West und die zwei Stadtbalkone nach Süden und Norden, einen intimen, halböffentlichen Hof. Zwei doppelgeschossige Sonderbaukörper dienen dem Gemeinwohl in Form einer Werkstätte und einem Gemeinschaftshaus mit großer Küche und Esstisch und einem Workshop-Raum auf der Galerie. Im geschützten Innenhof gruppieren sich vier Cluster an Wohneinheiten. Die angebotenen Typologien sind sehr durchdacht, sie bieten viele Koppelungsmöglichkeiten auf Grund der Erschließung und der Bündelung von Funktionseinheiten. Somit entsteht eine nutzungsflexible Grundstruktur. Der vorgelagerte Laubengang wird durch die Überbreite zur Ge-meinschaftsloggia, diese fördern Kommunikation und Zusammenhalt. Die aus dem Blockrand gestanzten Innenflächen sind mit stehenden Holzleisten bekleidet, auch Kalträume wie die Laubengangbereiche erfahren so die nötige Intimität.
Der Sockel ist der Kultur gewidmet – dort sind Cafeteria, Foyer, Veranstaltungssaal und Seminarräume folgerichtig angeordnet und garantieren durch die Verknüpfbarkeit der Räume Flexibilität und vielfältige Bespielung durch die verschiedenen Kultur- und Bildungseinrichtungen.
Nach außen hin präsentiert sich der Baukörper als schlichter, homogener Baustein, die Anleihen an anonyme Industriearchitektur durch die gezahnte Traufkante, die großformatigen Atelierfenster und den Fensterbändern im Sockel stellen die gewünschte Verbindung zum Ort her, der Dialog mit dem Karl-Schrem-Bau ist förmlich hörbar.
Es wird empfohlen, wie in Variante 2 beschriebenen, die Fassade als monolithische Betonfläche ohne Fugen auszubilden – eine zusätzliche Unterteilung des Hauses würde die Kraft des Bausteines unterwandern. Ebenso wird angeregt, bei den Fensteröffnungen mehr Plastizität zu erzielen und auch die Querlüftung der Wohnungen zu ermöglichen. Im Gegenzug dürfte sich die Kulturzone im Sockelbereich mehr nach außen präsentieren und deutlicher ablesbar sein.
Insgesamt besticht der vorliegende Entwurf jedoch durch seine klare, maßstäbliche Geste, die Überlagerung atmosphärisch vertrauter Bilder und die gekonnte Verknüpfung der Funktionen. Die Jury sieht darin eine symbolische Übersetzung der lokalen Kreativszene und das Potenzial für einen florierenden Ort der Begegnung.“

Ausstellung AM PAPIERBACH

Die Ergebnisse des Wettbewerbs zu Baufeld B1 werden innerhalb der Ausstellung AM PA-PIERBACH ab 03.07.2017 für 14 Tage vorgestellt.
Ausstellungszeitraum: 03.07. – 16.07.2017
Täglich 17.00 – 19.00 Uhr
Ort: Von-Kühlmann-Straße 25
Karl-Schrem-Bau, 3. OG
Landsberg am Lech
Website: www.ampapierbach-landsberg.de

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