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Pressemitteilung BoxID: 649052 (DZ BANK AG Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank)
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Deutschland muss Forschung und Entwicklung besser fördern

(lifePR) (Frankfurt am Main, ) Gerade für eine rohstoffarme Volkswirtschaft wie Deutschland spielen Forschung und Entwicklung eine entscheidende Rolle. Um im internationalen Standortwettbewerb qualifizierte Arbeitsplätze und damit Einkommen und Wohlstand zu sichern, bedarf es einer breit aufgestellten, effizienten F&E-Industrie, die permanent Ideen „produziert“ und zu neuen Produkten und Techniken weiterentwickelt.

Tatsächlich hat sich der Erfindergeist deutscher Forscher und Entwickler in der Vergangenheit immer wieder erfolgreich am Markt behauptet. In den letzten Jahren konnten die Forschungsaktivitäten sogar noch spürbar gesteigert werden. So hat Deutschland die Zielgröße von Forschungsausgaben in Höhe von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts frühzeitig erreicht. Im europäischen Vergleich steht die deutsche Volkswirtschaft nicht nur bei der Forschungsintensität gut da, sondern auch bei den Forschungs-, Entwicklungs- und Vermarktungserfolgen, wie Patentanmeldungen oder Exporte von Hightech-Gütern belegen.

Allerdings werden die Innovationszyklen immer kürzer und die internationale Konkurrenz wächst. Zu den traditionellen Rivalen, wie die USA, gesellen sich neue Innovationskonkurrenten wie China und Südkorea. Um auch langfristig im Wettbewerb weltweit führender Forschung und Entwicklung mithalten zu können, müssen die Forschungsaktivitäten weiter verstärkt werden. So fordert die Expertenkommission Forschung und Innovation eine Anhebung der deutschen Forschungsausgaben-Quote auf 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts bis zum Jahr 2025. Um diese Ziel zu erreichen, müssten die F&E-Ausgaben Jahr für Jahr um 5,0 Prozent gesteigert werden. Im Vergleich zur Stabilisierung der Forschungsausgaben-Quote bei 3,0 Prozent bedeutet das addierte Mehrausgaben von über 100 Mrd. Euro bis Ende 2025.

Um die Forschungsaktivitäten in Deutschland nachhaltig steigern, reicht eine simple Anhebung staatlicher Fördermittel jedoch nicht aus. Nach unserer Einschätzung bedarf es einer Umgestaltung der Förderung von Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen und vor allem eines neuen, veränderten Impulses für die Forschung in Unternehmen. Hierzu sollten befristete Programme wie der „Hochschulpakt“ in eine laufende Finanzierung überführt werden. Im Rahmen der Mittelaufstockung für die universitäre und außeruniversitäre Forschung gilt es jedoch, die zusätzlichen Fördermittel direkt in die Kernbereiche der Forschung zu leiten und insbesondere auch die Spitzenforschung zu forcieren. Mit der „Exzellenzinitiative“ wurde ein erster Schritt in diese Richtung unternommen.

Ob es gelingen wird, die Forschungsaktivitäten nachhaltig zu steigern, hängt vor allem auch von den Unternehmen ab, die für gut zwei Drittel des Forschungs- und Entwicklungsvolumens verantwortlich zeichnen. Zwar konnte bereits 2015 ein kräftiger Anstieg der Forschungsausgaben um fast zehn Prozent registriert werden. Allerdings forschen insbesondere kleine und mittlere Unternehmen angesichts ihres hohen Gewichts für die deutsche Wirtschaft immer noch zu wenig und die Zahl mittelständischer Innovatoren ist in den letzten Jahren gesunken. Insgesamt ist eine dauerhafte, nachhaltige Verstärkung privater Forschungsanstrengungen nicht gewährleistet. Hierzu bedarf es eines neuen Impulses, der von einer steuerlichen Forschungsförderung für Unternehmen ausgehen könnte, die die bisherigen Projektförderungen und Förderprogramme ergänzt.

Steuerliche Forschungsförderung zeichnet sich nicht nur durch einen geringen bürokratischen Aufwand aus. Deren Einführung würde auch internationale Wettbewerbsnachteile für in Deutschland forschende Unternehmen beseitigen, die keine geeigneten „Fördertöpfe“ finden. Eine Steuergutschrift auf F&E-Personalkosten und deren Verrechnung mit der Lohnsteuer ist ein sinnvoller Vorschlag, der nach erfolgreicher Erprobung bei kleinen und mittleren Unternehmen auf alle forschenden Unternehmen übertragen werden könnte.