Mittwoch, 22. November 2017


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Dr. Klein-Trendindikator "Baufinanzierung" (DTB) 10/2011

Lübeck, (lifePR) - Der DTB spiegelt die Entwicklung der wichtigsten Baufinanzierungs-Parameter wider. Er wird monatlich auf Basis von rund zehntausend tatsächlich in Deutschland abgeschlossenen Immobilienfinanzierungen ermittelt.

DTB-Kommentar von Stephan Gawarecki, Vorstandssprecher Dr. Klein & Co. AG

Stephan Gawarecki berichtet über aktuelle Trends in der Baufinanzierung und kommentiert die Ergebnisse des DTB.

Auch im Oktober folgten die Baufinanzierungskosten ihrem seit April 2011 stabilen Trend: sie sanken erneut. Gegenüber dem Vormonat reduzierten sich die Kosten für ein Standarddarlehen im Oktober um monatlich 18 Euro beziehungsweise um 2,6 Prozent. In den vergangenen sechs Monaten verringerten sich die Kosten für eine typische Finanzierung sogar um 17,2 Prozent. Grund war die Tatsache, dass im Oktober noch viele Investoren sichere deutsche Staatsanleihen kaufen wollten. Der deutsche Staat konnte sich Geld somit enorm günstig leihen. Auch Banken, die sich über den bis dahin mit dem Markt für Staatsanleihen im Gleichschritt laufenden Pfandbriefmarkt refinanzierten, erhielten ihr Kapital zu Tiefstpreisen. Diese gaben sie an ihre Baufinanzierungskunden in Form von sehr günstigen Darlehen weiter.

Zwei Entwicklungen deuten im November an, dass die Talfahrt der Finanzierungskosten möglicherweise bald ein Ende hat. Vergangene Woche blieb der Bund auf Staatsanleihen im Wert von rund 2,1 Milliarden Euro, die er neu ausgeben wollte, sitzen. Die fehlende Nachfrage nach den sicheren Papieren deutet darauf hin, dass Investoren auch von Deutschland für ihr Geld künftig eine höhere Rendite erwarten. Zusätzlich werden sich die Kreditkosten durch die neuen Regelwerke zur Sicherung der Finanzbranche (Basel III und Solvency II) verteuern. Banken müssen Darlehen künftig mit mehr Eigenkapital unterlegen. Dies gilt auch für Versicherungen, bei denen sich Banken refinanzieren. An Versicherungen werden zudem für Kredite mit langen Zinsbindungen deutlich höhere Eigenkapitalanforderungen gestellt. In Summe werden sich daraus, unabhängig vom Zinsniveau, die Finanzierungskosten für alle Baufinanzierungsdarlehen erhöhen. Darüber hinaus werden die Kosten für langfristige Darlehen aber überproportional steigen. Für angehende Eigenheimbesitzer bedeutet dies, dass sie sich heute ihr Darlehen mit möglichst langer Zinsbindung sichern sollten. Gegenüber dem Vormonat haben viele diesen Rat schon befolgt, die durchschnittliche Zinsbindung erhöhte sich um zehn Monate. Da die Kosten dafür schon heute leicht gestiegen sind, hat sich der Tilgungssatz nicht entsprechend erhöht. Im Vergleich zum Vormonat ist er sogar leicht, um 1,6 Prozent gesunken.

Das tiefe Zinsniveau wurde im Oktober von vielen Kunden erneut für günstige Forward-Darlehen und für KfW-Kredite genutzt. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hatte zur Mitte des Jahres den maximalen Förderbetrag für ihr Standardprogramm Wohneigentum von 100.000 Euro auf 75.000 Euro gesenkt und wird dieses zum Jahresende hin nochmals um 25.000 Euro auf 50.000 Euro senken. Zudem werden Darlehen mit 15-jähriger Zinsbindung nicht mehr finanziert. Dies führte in den vergangenen Monaten zu einem Rückgang der KfW-Darlehen, auch da die alternativen, normalen Bankdarlehen so günstig waren. Während die Förderung für Programme zum Wohneigentum, zur Modernisierung und zum altersgerechten Umbau teils von Seiten des Bundes und teils von der KfW selbst eingeschränkt wurden, erhöhte die Kreditanstalt für Wiederaufbau die Fördermittel für energieeffizientes Bauen und Sanieren. Gepaart mit anstehenden neuen Regulierungen in diesem Bereich, setzen immer mehr Eigenheimbesitzer entsprechende Bau- bzw. Sanierungsmaßnahmen um, was den aktuellen Anteilsanstieg erklärt.

Über den Dr. Klein-Trendindikator "Baufinanzierung" (DTB)
Der DTB zeigt die monatliche Entwicklung der wichtigsten Baufinanzierungs-Parameter. Dazu zählt neben der Darlehenshöhe, dem Tilgungssatz und dem Beleihungsauslauf auch die Verteilung der Darlehensarten. Die Standardrate zeigt zudem an, wie viel ein durchschnittliches Darlehen von 150 Tsd. Euro an monatlicher Rate kostet. Anders als oft schwer vergleichbare Durchschnitts-Zinssätze, ermöglicht die Standardrate dem Privatkunden, die tatsächlichen Kosten für die Finanzierung einer Immobilie zu vergleichen. Die Ergebnisse des DTB werden monatlich aus Daten der EUROPACE-Plattform errechnet. EUROPACE ist der einzige unabhängige Marktplatz für Immobilienfinanzierungen in Deutschland. Der DTB basiert auf rund zehntausend Finanzierungen mit einem monatlichen Finanzierungsvolumen von bis zu 2 Mrd. Euro.

Dr. Klein Privatkunden Aktiengesellschaft

Dr. Klein ist unabhängiger Anbieter von Finanzdienstleistungen für Privatkunden und Unternehmen. Privatkunden finden bei Dr. Klein zu allen Fragen rund um ihre Finanzen die individuell passende Lösung. Über das Internet und in mehr als 180 Filialen beraten rund 600 Spezialisten anbieterunabhängig und ganzheitlich zu den Themen Girokonto und Tagesgeld, Versicherungen und Geldanlagen sowie Immobilienfinanzierungen und Ratenkredite.

Schon seit 1954 ist die Dr. Klein & Co. AG wichtiger Finanzdienstleistungspartner der Wohnungs-wirtschaft, der Kommunen und von gewerblichen Immobilieninvestoren. Dr. Klein unterstützt seine Institutionellen Kunden ganzheitlich mit kompetenter Beratung und maßgeschneiderten Konzepten im Finanzierungsmanagement, in der Portfoliosteuerung und zu gewerblichen Versicherungen.
Die kundenorientierte Beratungskompetenz und die langjährigen, vertrauensvollen Beziehungen zu allen namhaften Kredit- und Versicherungsinstituten sichern den Dr. Klein Kunden stets den einfachsten Zugang zu den besten Finanzdienstleistungen. Dr. Klein ist eine 100%ige Tochter des an der Frankfurter Börse gelisteten internetbasierten Finanzdienstleisters Hypoport AG.

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