Freitag, 20. Oktober 2017


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Fridericus Rex und sein Recht

Hamburg, (lifePR) - Wie konnte Schlesien zur preußischen Provinz werden? Ist diese Eroberung mit den viel beschworenen preußischen Tugenden vereinbar? Dieser lange nicht mehr gründlich analysierte Konflikt und andere historische Fragen werden im vorliegenden Buch aufgegriffen.

Schlesien ist über Jahrhunderte ein Streitobjekt zwischen Polen, Ungarn und Böhmen. Friedrich II. hält sich für berechtigt, Schlesien zu besetzen. Aber auch seine letzten Getreuen schweigen beschämt, wenn es um die Eroberung Schlesiens geht. Die Auseinandersetzung beginnt mit den Piasten, Herzögen von Schlesien und Abkömmlingen der polnischen Könige. Aber sie bleiben nicht unabhängig. Sie tragen ihre Herzogtümer einem luxemburgischen König von Böhmen zu Lehen auf. Warum geben sie ihre Unabhängigkeit freiwillig auf? Dafür haben sie politische Gründe, die Autor Manfred Hartung für sein Buch recherchiert hat.

Sind die Piasten-Herzöge als Lehensnehmer danach noch berechtigt, ihre Länder zu vererben? Das sind sie zweifellos, aber auch an ihre Töchter oder Schwiegersöhne? Der piastische Herzog von Liegnitz in Niederschlesien glaubt sich im Recht, für den Fall des Erlöschens seines Stammes eine Art Erbvertrag mit den brandenburgischen Kurfürsten abzuschließen. So begründen diese ihren Anspruch auf die letzten noch piastischen Herzogtümer Liegnitz, Brieg und Wohlau in Niederschlesien. Dem – inzwischen habsburgischen – König von Böhmen behagt das nicht. Er ist zwar der Lehnsherr, aber das Lehen ist von seinen Vorgängern nicht hingegeben, sondern ihnen nur aufgetragen worden. Auch deshalb steht ihm und dem Königreich Böhmen ein Rückfallrecht nach brandenburgischer Auffassung nicht zu. Trotzdem zieht der Kaiser nach dem Aussterben der Piasten Liegnitz als rückgefallen ein. Brandenburg will dies nicht hinnehmen. Das ist einer der Ursprünge des Streits.

Ein weiterer sind die Besitzansprüche auf Jägerndorf in Oberschlesien. Ein brandenburgischer Markgraf kauft es, seine Nachfolger können sich aber nicht halten; im Westfälischen Frieden wird der Anspruch der Brandenburger übergangen. So vererben sich die Konflikte über Generationen fort. Viele Verhandlungen zwischen Berlin und Wien finden zwar statt, bleiben aber ergebnislos. Die brandenburgischen Anwartschaften auf Jülich und Berg sowie auf Ostfriesland und schließlich die Pragmatische Sanktion machen die Sachlage nicht einfacher.

Über das Buch

Titel: „Das Erbe der Piasten – Die brandenburgischen Ansprüche in Schlesien“
Autor: Manfred Hartung
Paperback, 154 Seiten, 49,99 EUR
ISBN 978-3-95935-034-1
disserta Verlag Hamburg, 2015

Über den Autor

Manfred Hartung ist promovierter Jurist und hat Aufsätze zum Arbeits- und Gesellschaftsrecht veröffentlicht. Privat hat er sich mit preußischer Geschichte befasst. Dabei steht das Werden dieses Staates und seiner Territorien im Fokus.

disserta Verlag

Der Hamburger disserta Verlag wurde 2010 gegründet und ist ein Imprint der Diplomica Verlag GmbH. Das Programm umfasst Dissertationen, umfangreiche Fachbücher sowie Schriftenreihen aus Hochschule und Wissenschaft.

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