Lutz Goebel zu Seehofer: Rente mit 67 nicht schnell genug zur Bewältigung des Fachkräftemangels

Familienunternehmer sind Vorreiter bei Beschäftigung älterer Mitarbeiter - CSU geht mit Forderung nach Einbeziehung der Unternehmer in gesetzliche Rente völlig fehl

(lifePR) ( Berlin, )
DIE FAMILIENUNTERNEHMER kritisieren die Abkehr von Ministerpräsident und CSU-Chef Horst Seehofer von der Rente mit 67. "Gerade in einem wirtschaftlich erfolgreichen Bundesland wie Bayern müsste der Ministerpräsident den positiven Nebeneffekt dieser Reform erkennen: die Rente mit 67 ist ein wichtiges Instrument zur Abwehr des Fachkräftemangels und sie kommt dafür nicht schnell genug. Für unsere Familienunternehmen ist die Fachkräftesicherung eine der größten Herausforderungen der Zukunft. Deshalb sind wir Vorreiter bei der Beschäftigung älterer Arbeitnehmer. Ich beschäftige allein 12 Mitarbeiter über 65 und habe eine Ausbildungsquote von 17 Prozent bei insgesamt 240 Beschäftigten. Viele meiner Familienunternehmer-Kollegen sind hier ähnlich stark engagiert und denken über heute hinaus. Generell gilt für Deutschlands Zukunft: Es gibt keine nachhaltige Konsolidierung der öffentlichen Haushalte ohne Berücksichtigung der demographischen Entwicklung", betonte Lutz Goebel, Präsident von DIE FAMILIENUNTERNEHMER.

Goebel weiter: "Dass die CSU sich jetzt auch zum Vorreiter der Einbeziehung der Unternehmer in die gesetzliche Rentenversicherung macht, geht völlig fehl. Die Zahl der Einzahler ins Rentensystem heute zu erhöhen, sorgt nur kurzfristig für Entlastung auf der Einnahmenseite, langfristig vergrößert dies aber die demographische Lücke durch die größere Zahl der Ansprüche. Leider sind wie so oft aber auch noch durch kurzfristig höhere Einnahmen Anreize für die Politik für zusätzliche Ausgabenprogramme zu befürchten. Gerade Sozialpolitiker sind da erfindungsreich."

Ein laufend wiederholtes Argument in der Diskussion um die Rente mit 67 lautet: Die Anhebung der Regelaltersgrenze führe lediglich dazu, dass mehr Menschen Abschläge bei ihrer Rente hinnehmen müssten, weil sie gar nicht auf die 67 Jahre kommen könnten, denn der Arbeitsmarkt biete keine Chancen für ältere Arbeitnehmer. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall. Die Zahl der Arbeitslosen im Alter von 55 bis 64 Jahren ist von 2000 bis 2010 von 840.000 auf 530.000 gesunken. Ihre Arbeitslosenquote halbierte sich von knapp 17 auf 8,5 Prozent. Waren im Jahr 2000 erst 37 Prozent der Älteren erwerbstätig, so stieg der Anteil bis 2010 auf 57 Prozent. Insbesondere die Ältesten legten zu. Unter den 60 bis 64-Jährigen stieg die Erwerbstätigenquote sogar von 20 auf 41 Prozent.
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