Samstag, 27. Mai 2017


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Selbstbeteiligung und Zuzahlung als Kostentreiber im Gesundheitswesen

(lifePR) (Heppenheim, ) Zuzahlungen sind nicht effektiv im Sinne der Kostenersparnis des Systems, sondern fungieren langfristig eher als Kostentreiber. Eine aktuelle Studie zu der Thematik Zuzahlungen von der London School of Economics liegt der Deutschen Gesellschaft für Versicherte und Patienten vor.

Der Inhalt der Studie, die auch vom Mediziner und Publizisten Dr. Jens Holst für die deutschen Medien aufbereitet wurde, bestätigt den seit Jahren von der DGVP vertretenen Standpunkt, dass die Einführung von Patienten - Zuzahlungen zu einer verspäteten bzw. verschleppten Behandlung von Krankheiten führen. Die Inanspruchnahme der bestehenden und vorgehaltenen Ressourcen des Gesundheitswesens wird durch die Selbstbeteiligung zumindest verzögert. Dies führt zur Ausweitung der Folgekosten.

Die Studie sagt aus, dass der prozentuale Umfang der Zuzahlungen im Krankheitsfall von 8,1 Prozent im Jahr 1980 auf 12,3 Prozent im Jahr 2001 gestiegen ist. Die Befürworter der Zuzahlung - vor allem die Vertreter der Politik und der gesetzlichen Krankenkassen - beabsichtigen durch die Zuzahlung den Versicherten und Patienten zu einem restriktiven Verhalten bei der Inanspruchnahme des Gesundheitswesens zu bewegen. Begründet wird dies fortwährend mit den Thesen "Vollkaskomentalität"
und "Stärkung der Eigenverantwortung".

Die Selbstbeteiligung gefährdet jedoch bei allen Altersgruppen und Bevölkerungsschichten die zeitnahe medizinische Versorgung. Dabei werden die finanziell schwächer gestellten Bevölkerungsschichten in besonderem Maße getroffen. Dazu gehören u.a. auch die jungen Familien, die Rentnerinnen und Rentner, Hartz IV Empfänger, die Pflegebedürftigen und die Chroniker.

Bezogen auf die Gesundheit sind die Versicherten und Patienten in der Regel Laien und können schwerlich Entscheidungen darüber treffen, ob ein Arztbesuch notwendig ist oder die Einnahme eines Medikaments von Nutzen ist oder nicht. Deshalb benötigen die Zahler und Nutzer des Gesundheitswesens die Beratung durch Experten - und zwar nicht erst dann, wenn eine schwere Erkrankung vorliegt, sondern immer dann, wenn eine Verunsicherung bei einem Versicherten oder Patienten zu seinem Gesundheitszustand vorliegt.

Zu diesem Zweck haben wir eine exzellente Struktur von ambulanter und stationärer Versorgung aufgebaut, die von uns ohne Restriktionen genutzt werden sollte, damit wir das Gesundheitswesen nicht unnötig durch höhere Folgekosten belasten.

Die neuen Möglichkeiten der gesetzlichen Krankenkassen mit Anteilen der Selbstbeteiligung bei den Verträgen mit Versicherten werden somit nicht zur Kostendämpfung, sondern nach den Aussagen der Studie eher zu Kostensteigerungen führen.

Der Präsident der DGVP, Wolfram - Arnim Candidus, fordert ein Umdenken zur Steigerung der Versorgungsqualität und der Vermeidung von unnötigen Folgekosten durch eine verfehlte Ausrichtung auf die Selbstbeteiligung der Versicherten und Patienten.

Link zur Studie: http://www.equityhealthj.com/content/7/1/12.

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