Donnerstag, 23. November 2017


Sicher durch die Maisernte

Bonn, (lifePR) - Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) verzeichnet hohe Unfallzahlen während der Erntesaison, obwohl die Erntemaschinen über die Jahre technisch verbessert wurden. Unfälle mit Mähdreschern, Ladewagen, Ballenpressen und Feldhäckslern stehen in der Statistik ganz vorne. In einer Veröffentlichung des Deutschen Maiskomitee e.V. (DMK) rät Sebastian Dittmar von der SVLFG dazu, sich auf die Erntezeit gut vorzubereiten. Um Unfälle zu vermeiden, sollten alle Maschinen auf dem Feld, in der Transportkette und bei der Silagebereitung rechtzeitig vor dem Erntebeginn auf Betriebssicherheit überprüft werden.

Der Feldhäcksler ist die Schlüsselmaschine in der Maisernte. Die gesamte Häckselkette ist von der Leistung dieser Maschine abhängig. Bei Problemen mit dem Feldhäcksler sei überlegtes Handeln gefragt, so Dittmar, denn die meisten Unfälle ereigneten sich im Zusammenhang mit Entstörungsarbeiten. Verstopfungen im Gutflusssystem werden oft manuell entfernt. Wenn die Schutzeinrichtungen der Häckseltrommel oder der Wurfbeschleuniger dabei entfernt werden müssen, birgt das ein großes Gefahrenpotential, weil viele Maschinen nicht mit einer aktiven Nachlaufzeitbegrenzung der Häckselorgane ausgerüstet sind. Sobald der Hauptantrieb abgeschaltet ist, könne der Nachlauf bis zu zwei Minuten betragen, berichtet Dittmar. Diese Zeit müsse unbedingt abgewartet werden, bevor in die Maschine gegriffen werde.

In der Häckselkette gilt die mangelnde Sichtbarkeit bei Transporten als Hauptunfallursache. Vor der Ernte sollten von daher alle Maschinen mit Blick auf Beleuchtung, Reifen, tragende Teile, Bremsen oder Anhängerkabel überprüft werden. Retroreflektierende Folien seien ein geeignetes Mittel, um landwirtschaftliche Gespanne in der Dunkelheit besser sichtbar zu machen. Sie müssten allerdings – wie die Lampen auch – frei von Verschmutzungen sein. Dittmar weist auch darauf hin, dass die oft hohen Geschwindigkeiten der Gespanne von bis zu 60 km/h beim Transport ein weiterer Gefahrenpunkt bei der Maisernte seien. Angepasste Geschwindigkeiten hätten nachhaltige Effekte auf Sicherheit und Akzeptanz, meint Dittmar. Beim Silagelager sei es vor allem wichtig, Regeln für den unternehmensfremden Personenverkehr aufzustellen, um insbesondere interessierte Kinder und Jugendliche, aber auch ältere Personen zu schützen, damit sie nicht übersehen werden. Beim Verdichten des Erntegutes sollten Ab- und Umstürze von Fahrzeugen vermieden werden, indem ausreichend Abstand zu den Rändern des Silos eingehalten und die Lagerstätten nicht zu hoch und steil angelegt werden. Grundsätzlich sei eine Absturzsicherung bereits ab einer Absturzhöhe von mehr als einem Meter erforderlich. Dies sei auch bei der Abdeckung der Silage zu berücksichtigen, um Abstürzen von Personen vorzubeugen.

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