Montag, 20. November 2017


Bundesweites Projekt: Den Vogelarten im Maisfeld auf der Spur

Bonn, (lifePR) - In einem bundesweiten Projekt untersuchen Wissenschaftler mit Unterstützung der drei deutschen Vogelwarten und von Vogelberingern das Vogelleben in Maisfeldern. Wie das Deutsche Maiskomitee e.V. (DMK) mitteilt, ermitteln sie anhand von standardisierten Netzfängen an unterschiedlichen Standorten, welche Vogelarten sich in welcher Anzahl und wie lange zwischen Juli und Oktober in den Maisfeldern aufhalten. Dabei wird die landschaftliche Umgebung mit untersucht.

Wie Thomas Gottschalk, Professor für Naturraum- und Regionalentwicklung an der Hochschule für Forstwirtschaft in Rottenburg, in einer Veröffentlichung des DMK berichtet, zeigen drei bisher durchgeführte Studien, dass sich im Sommer und Herbst zahlreiche Vögel in den Maisfeldern aufhalten können. Die Studien ließen den Schluss zu, dass die landschaftliche Umgebung rund um die Maisfelder einen entscheidenden Einfluss auf die festgestellte Vogeldichte haben könnte. Deshalb wurde 2016 in Zusammenarbeit mit der Vogelwarte Radolfzell, der Beringungszentrale Hiddensee, der Vogelwarte Helgoland und ehrenamtlich tätigen Vogelberingern ein mehrjähriges bundesweites Projekt gestartet, in dem in unterschiedlichen Regionen und Landschaften Deutschlands Vogeldichten in Maisfeldern ermittelt werden. Felder in großflächigen Maisanbaugebieten werden dabei ebenso untersucht wie Äcker in abwechslungsreichen kleinstukturierten Landschaften. Im ersten Jahr wurden dabei an elf Standorten in sieben Bundesländern 641 Vögel von 38 Arten festgestellt. Die häufigsten Arten waren Teichrohrsänger, Blaumeise, Zilpzalp, Rotkehlchen und Kohlmeise. Die Standvögel, vor allem Kohl- und Blaumeisen, wurden mehrheitlich im Juli und August gezählt. Im September und Oktober tauchten dagegen überwiegend Kurzstreckenzieher wie Rohrammer, Mönchsgrasmücke oder Zilpzalp auf. Die untersuchten Felder zeigten deutliche Unterschiede, denn es wurden zwischen keinem und 242 Vögel aus 23 Arten gefangen. Dies könnte, so Gottschalk, von der Bewirtschaftungsart der Flächen, dem Standort der Fangnetze und von der Lage der Maisfläche in der Landschaft abhängig sein. Die höchste Anzahl an Arten wurde in einem Maisfeld festgestellt, das von ökologisch bewirtschafteten Feldern, Schilfflächen und Heckenstrukturen umgeben war. Daraus könnte geschlossen werden, dass die Artenvielfalt in Maisfeldern mit der Schaffung solcher Strukturen gesteigert werden kann. Im Vergleich zu anderen Lebensräumen seien die Fangdichten im Maisfeld von Ausnahmen abgesehen zwar relativ gering, im Vergleich zu anderen Ackerkulturen, die zwischen Juli und Oktober bereits abgeerntet sind, hielten sich in Maisfeldern aber recht viele Vögel auf. Um umfassende Aussagen und statistische Analysen treffen zu können, wird die Untersuchung auch in diesem und im kommenden Jahr durchgeführt. Das Ziel ist es, unter anderem den Einfluss der Landschaftsumgebung rund um die Maisfelder und des Anteils an krautigen Pflanzen innerhalb des Maisfeldes auf das Auftreten und die Aufenthaltsdauer von Vögeln im Maisfeld zu analysieren.   

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